Auch, wenn Anis ursprünglich gar nicht bei uns beheimatet war, so zählt es heute doch längst zu den ältesten Heil- und Gewürzpflanzen. Griechenlandurlauber oder Fans der typischen Landesküche dort, kennen den süßlichen Geschmack vom Ouzo. Aber auch in unserer Weihnachtsbäckerei sind längst einige Rezepte mit Anis nicht mehr wegzudenken.   Als Tee findet man diesen Doldenblütler zwar nur selten pur, in Mischungen wird Anis aber sehr gerne mit verarbeitet. Grund genug, sich einmal die Einzelwirkung dieser Pflanze etwas genauer anzusehen.

 Inhaltsstoffe

Es sind vor allem die ätherischen Öle und die hohe Konzentration an Vitamin C, die Anis zu so einer beliebten Komponente zahlreicher Erkältungstees machen. Neben der namensgleichen Anissäure sind es außerdem Substanzen wie Bor, Kampfer, Acetaldehyd, Carvon und Kaffeesäure, die die Wirksamkeit von Anis ausmachen. Dabei ist aber immer noch erst ein Bruchteil dessen genannt, was diese Pflanze für uns so wertvoll macht. Die meisten Inhaltsstoffe jedoch tragen recht zungenbrecherische lateinische Namen und müssen an dieser Stelle auch gar nicht alle einzeln aufgeführt werden. Da Anis sowohl antibakteriell, als auch schleimlösend wirkt, ist es bekannter Maßen ein so beliebter Bestandteil von Husten- und Erkältungstees. Gleichzeitig sollte man trotz dieser Vorteile nicht die anderen Wirkungsmöglichkeiten von Anis vergessen. So hilft diese Heilpflanze ebenso bei Blähungen, wie auch bei Erbrechen und Magenkrämpfen. Hebammen empfehlen Anis gerne, um das Stillen mit einem Milchbildungstee auf ganz natürliche Weise zu unterstützen. Und selbst hartnäckiges Pfeiffersches Drüsenfieber und Schlaflosigkeit können damit behandelt werden.Im Kräuter- Schrank findet sich oft Anis, welches vielseitig verwendet werden kann.

Anbaugebiete

Wie bereits erwähnt, liegt die ursprüngliche Heimat des Anis nicht in unseren Breitengraden. Dieser Doldenblütler stammt aus Asien und den südöstlichen Mittelmeerregionen. Inzwischen gibt es auch bei uns einige, die Anis in ihrem Garten züchten und selbst landwirtschaftliche Kulturen sind zu finden. Dennoch fühlt sich der Anis nicht wohl genug, dass er auch ausgewildert zu finden wäre. Die größte Anis-Produktion findet man in Südrussland. Dort trifft der Anis zum einen auf ideale Wachstumsbedingungen, zum anderen ist in diesem Teil der Welt die Nachfrage auch entsprechend groß, dass solche Massenproduktionen an diesem Standort am lukrativsten sind.

Herstellung

Für den Tee werden die Früchte des Anis verwendet, die man aufgrund ihres Aussehens leicht mit dem Samen verwechseln kann. Die Sammelzeit dafür liegt im Frühherbst. Die Früchte sind zwar relativ klein, sollten wegen ihrer harten Schale vor dem Aufguss mit Wasser aber kurz mit einem Mörser oder ähnlichem zerkleinert oder zumindest aufgebrochen werden. Dadurch wird die Extraktion der wertvollen Inhaltsstoffe wesentlich effektiver.

Fazit

Auch, wenn Anis in Still-Tees ebenso Verwendung findet, wie in Baby-Tees, die bei Blähungen helfen sollen, während einer Schwangerschaft sollte man unbedingt auf den Genuss von Anistee verzichten. In seltenen Fällen kann jemand auch an einer Anisallergie leiden oder die Haut bzw. die Schleimhäute zeigen allergische Reaktionen. Dann versteht es sich von selbst, dass man besser auf Anis Tee, egal ob pur oder als Mischung, verzichtet. In allen anderen Fällen sollte man sich die Heilkraft des Anis aber unbedingt Zunutze machen. Bildnachweis: Anis Tee © Rob Stark - Fotolia.com

Herkunft und Geschichte

Anis Tee hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde. Bereits in der Antike wussten Heiler um die besonderen Eigenschaften dieser Pflanze. In vielen Kulturen weltweit wird Anis Tee seit Jahrhunderten als Heilmittel und Genussmittel geschätzt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus gemäßigten Klimazonen und wird heute in zahlreichen Ländern kultiviert.

Die Geschichte des Kräutertees reicht weit zurück. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer nutzten Kräuteraufgüsse zu therapeutischen Zwecken. Im Mittelalter waren es vor allem Klostergärten, in denen Heilkräuter systematisch angebaut und ihre Wirkungen dokumentiert wurden. Hildegard von Bingen und Paracelsus gehören zu den bekanntesten Vertretern der Kräuterheilkunde jener Zeit.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe von Anis Tee sind vielfältig und wissenschaftlich gut erforscht. Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe bilden das komplexe Wirkstoffprofil dieser Teepflanze. Diese sekundären Pflanzenstoffe entfalten ihre Wirkung sowohl einzeln als auch in Kombination miteinander — man spricht hier vom sogenannten Entourage-Effekt.

Flavonoide sind besonders wertvolle Antioxidantien, die freie Radikale im Körper neutralisieren können. Gerbstoffe (Tannine) wirken zusammenziehend auf die Schleimhäute und können bei Magen-Darm-Beschwerden lindernd wirken. Die ätherischen Öle tragen nicht nur zum charakteristischen Aroma bei, sondern besitzen auch antimikrobielle Eigenschaften.

Zubereitung und Dosierung

Für die optimale Zubereitung von Anis Tee empfiehlt sich frisches, weiches Wasser, das auf etwa 100 °C erhitzt wird. Pro Tasse (250 ml) verwenden Sie einen gehäuften Teelöffel getrockneter Kräuter oder einen Esslöffel frischer Kräuter. Die ideale Ziehzeit beträgt zwischen fünf und zehn Minuten — je nach gewünschter Intensität.

Ein häufiger Fehler bei der Zubereitung von Kräutertee ist eine zu kurze Ziehzeit. Im Gegensatz zu grünem oder schwarzem Tee sollten Kräutertees ausreichend lange ziehen, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe vollständig lösen können. Decken Sie die Tasse während des Ziehens ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen.

Kräutertees können sowohl heiß als auch kalt genossen werden. Als Eistee-Variante bereiten Sie den Aufguss doppelt so stark zu und gießen ihn über Eiswürfel. So erhalten Sie ein erfrischendes und gesundes Sommergetränk.

Gesundheitliche Vorteile

Die gesundheitlichen Vorteile von Anis Tee sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Kräutertees gelten als koffeinfreie Alternative zu klassischen Teesorten und eignen sich daher besonders für den Genuss am Abend oder für Menschen, die auf Koffein empfindlich reagieren.

Regelmäßiger Kräutertee-Genuss kann zur allgemeinen Flüssigkeitsversorgung beitragen und das Wohlbefinden steigern. Viele Kräutertees haben eine wärmende Wirkung von innen und können besonders in der kalten Jahreszeit für Behaglichkeit sorgen. Darüber hinaus bieten sie eine geschmackvolle Möglichkeit, die tägliche Trinkmenge zu erhöhen.

Wichtiger Hinweis: Kräutertees sind kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets einen Arzt konsultieren. Schwangere und stillende Frauen sollten vor dem Genuss bestimmter Kräutertees ärztlichen Rat einholen.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Anis steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.