Geschichte der Zeremonie: Varianten der Zubereitung des Tees
Zu Beginn der Geschichte des Tees war er so teuer, dass sich ausschließlich die britische Oberschicht seinen Genuss leisten konnte. Zur damaligen Zeit war es üblich, zum Frühstück ein sogenanntes "Warmbier" zu trinken, Queen Anne dagegen war das neue Getränk namens Tee schnell lieber. So machte sie den heißen Aufguss der Blätter populär und schon bald begannen auch einige Kaffeehäuser Tee auszuschenken. Frauen hatten dort allerdings keinen Zutritt. So freuten sie sich besonders, als bald darauf Teegärten entstanden, wo man in Parkanlagen im Freien Tee trinken konnte. Der Tatsache, dass dort sowohl Männer als auch Frauen anwesend waren, ist es zu verdanken, dass in diesen Gärten häufig auch Orchester spielten und somit den Begriff des "Tanztees" schufen und prägten. 1783 schließlich wurden die hohen Steuern auf Tee gesenkt und endlich konnten sich auch Angestellte und Arbeiter dieses Getränk leisten. Schließlich begann man auch erfolgreich damit, in den eigenen britischen Kolonien Tee anzubauen da der Import aus China auf Dauer einen zu großen Devisenverslust für Großbritannien bedeutete. Was die Zubereitung betrifft, ähnelt die britische Teezeremonie sehr der ostfriesischen. "At afternoon" bevorzugen die Engländer auch schwarzen Tee, vor allem aus Ceylon. Zwar ist "Earl Grey", ein mit Bergamotte aromatisierter schwarzer Tee, nach einem Briten benannt, allerdings werden im Königreich eigentlich nur unaromatisierte Teesorten getrunken. Die Qualität des Tees spielt nur eine untergeordnete Rolle, wichtigstes Kriterium ist, dass der Tee möglichst kräftig ist. Die Teeblätter werden lose in die Kanne gegeben und mit dem heißen Wasser überbrüht. Da die Blätter für die ganze Dauer des Teetrinkens in der Kanne verbleiben, ändert sich somit der Geschmack. Falls er zu bitter wird, wird einfach nochmals etwas Wasser nachgegossen. Um den Geschmack etwas abzumildern, trinken die Briten ihren Tee meist mit Milch. Dabei gibt es zwei gespaltene Lager. Die einen bestehen darauf, zuerst die Milch in die Tasse zu geben (Milk in first). Berühmteste Vertreterin der "Tea in first"-Anhänger soll Queen Elisabeth II sein.Der Ablauf der Teezeremonie
Die Tea Time, auch bekannt unter dem Begriff "Five O'Clock Tea", den fünf Uhr Tee, wurde zur Zeit Königin Viktorias eingeführt. Eine ihrer Hofdamen, Herzogin Bedford hatte die Idee, den am Nachmittag aufkommenden Hunger und die Wartezeit bis zum Abendessen - dann begleitet von einem "High Tea" - damit zu überbrücken, einfach täglich zur selben Zeit Tee zu trinken und dazu Gebäck und Sandwiches zu genießen. Sie lud täglich für diese Teestunde - zum "Afternoon Tea" ausschließlich Damen der Oberschicht ein und ließ ihnen Tee und kleine Mahlzeiten servieren. Auf die richtige Reihenfolge wird dabei auch heute noch großer Wert gelegt. Gleichzeitig zum Tee werden drei Gänge serviert, die allesamt mit den Fingern gegessen werden. Zunächst gibt es Sandwiches, gefolgt von Scones, Clotted Cream und Marmelade. Dabei handelt es sich um typisch britisches Gebäck, das mit dickem Rahm (Clotted Cream) und Marmelade beschmiert, gegessen wird. Den Abschluss der Teezeremonie bilden Pralinen und Früchte, in der Regel kandiert. Die unteren Schichten konnten sich nur Brot und Butter leisten. Dennoch erfreuten auch sie sich an der Tea Time. Und auch heute noch ist die Tea Hour eine äußerst beliebte, tägliche kleine Auszeit. Es gibt zahlreiche Teehäuser und auch viele Hotels bieten den Service der Teezeremonie an. In regelmäßigen Bewertungen hoffen sie auf eine Prämierung und versuchen so viele Teefans zu locken.Teegeschirr und Zubehör
Da die Teezubereitung ohne großen Pomp und Aufwand stattfindet, ist auch das Zubehör dafür relativ beschränkt. Benötigt werden nur heißes Wasser, eine Teekanne und das Teeservice. Der Tee wird sicher in einer Dose oder ähnlichem aufbewahrt, spezielle Löffel wie etwa in Ostfriesland üblich, werden nicht benötigt. Wie exquisit und edel die Tassen und Teller sind, richtete sich sicher nach dem Stand und auch heute noch, wird es einen Unterschied machen, wie offiziell die Runde der Tea Time ist.Bedeutung der Teezeremonie
Sicher ist die britische Teezeremonie kaum mit einer der ursprünglicheren Versionen aus Asien zu vergleichen, dennoch bedeutet sie für diesen Kulturkreis auch heute noch viel. Abgesehen von der rein praktischen Sache, dass eine kleine Zwischenmahlzeit nachmittags durchaus seine Berechtigung hat, auch die Idee einer Auszeit und Pause vom Alltagsgeschäft hat ihre Vorteile. Sicher ist eine Teezeremonie in England lange nicht so meditativ wie etwa eine japanische. Allerdings ist sie wesentlich einfacher in den Alltag einzubinden. So ist es möglich, sie auch in unserem westlichen Arbeitsalltag trotz Hektik täglich einzuplanen - zum Wohle der Gesundheit. Bildnachweis: Britische Teekultur - © Inna Felker - Fotolia.comHistorische Entwicklung
Britische Teekultur — die Geschichte der Teekultur ist eine faszinierende Reise durch Zeit und Raum. Seit der Entdeckung des Tees in China vor über 5.000 Jahren hat sich das Getränk über die gesamte Welt verbreitet und dabei eine erstaunliche Vielfalt an Traditionen, Ritualen und Zeremonien hervorgebracht.
Die Verbreitung des Tees folgte den Handelsrouten: Von China über die Seidenstraße nach Zentralasien, per Schiff nach Japan und Südostasien, durch europäische Kolonialmächte nach Indien und Afrika, und schließlich in jeden Winkel der Erde. Jede Region hat den Tee auf ihre eigene Weise adaptiert und in ihre kulturelle Identität integriert.
Traditionen und Rituale
Teezeremonien sind in vielen Kulturen weit mehr als bloße Getränkezubereitung — sie sind spirituelle Praktiken, soziale Rituale und kunstvolle Performances. Die japanische Teezeremonie (Chado) verkörpert zen-buddhistische Prinzipien: Harmonie (wa), Respekt (kei), Reinheit (sei) und Stille (jaku). Jede Bewegung ist kodifiziert und bedeutungsvoll.
In China ist die Gongfu-Zeremonie ein Ausdruck von Können und Gastfreundschaft. Der Gastgeber bereitet den Tee mit höchster Sorgfalt zu und gießt ihn in kleine Tassen, die der Reihe nach gereicht werden. In Marokko ist die Zubereitung des Minztees eine Choreografie: Der Tee wird aus großer Höhe gegossen, um Schaum zu erzeugen — ein Zeichen der Ehre für den Gast.
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Zubereitung Schritt für Schritt
Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.
Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.
Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.
Kulturelle Bedeutung und Tradition
Britische Teekultur steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.
In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.
Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.
Qualität erkennen und richtig einkaufen
Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.
Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.
Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.