Inhaltsstoffe
An Inhaltsstoffen hat der China Oolong Se Chung selbstverständlich alles zu bieten, was man sich von einem Oolong erwartet. Es sind allerdings auch eher die Geschmacks- und Aromastoffe, die diesen Tee aus der Menge der hochwertigen Oolong-Sorten herausstechen lässt. Das erste, was an diesem Tee auffällt, ist sein blumiger Duft. Zarte Hyazinthen-Noten umspielen die Nase, sobald man die Packung öffnet. Der erste Geschmack dann ist dagegen fruchtig-süß. Honig und Aprikose fällt vielen beim Genuss des China Oolong Se Chung als erstes ein. Der Nachgeschmack ist Gott sei Dank nicht brotig-herb, denn das würde zu so einem zarten und weichen, fast schon cremigen Tee überhaupt nicht passen. Viel eher sind es Walnüsse oder heiße Maronen, die einem in den Sinn kommen.Anbaugebiete
Der China Oolong Se Chung gehört zu den berühmten Felsentees des Wuyi Gebirges in der Provinz Fujian. Die Wachstumsbedingungen in diesem Gebiet sind so einmalig, dass es wohl kaum möglich sein dürfte, selbst mit den gleichen Teesträuchern, diesen Tee irgendwo anders zu imitieren. Hier gibt es keine weiten, riesige Flächen bedeckenden Teegärten. Die Landschaft ist so felsig und steinreich, dass sich die Pflanzen hier wirklich Nischen zum Wachsen suchen müssen. Der Tee wächst wirklich zum Teil in Felsspalten, eine Tatsache, die seinen späteren Geschmack mit Sicherheit nachhaltig beeinflusst.Herstellung
Schon allein die Wachstumsbedingungen des China Oolong Se Chung lassen sofort vermuten, dass die Herstellung dieser Teespezialität sehr aufwändig ist. Entscheidend für den späteren zarten Charakter ist, dass die Blätter wirklich nur ganz schwach anfermentieren. Danach werden sie einzeln von Hand gerollt. Das Volumen wird dadurch enorm verkleinert. Eine Tatsache, die man später bei der Dosierung unbedingt berücksichtigen sollte. Trotz seines zusammengerollten Blatts gibt dieser Tee jedoch sehr leicht und schnell seine Geschmacks- und Aromastoffe an das Wasser ab. Deshalb sollten weder Temperatur noch Ziehdauer besonders hoch, bzw. lange sein. Und selbst der 3. Aufguss überzeugt mit einem hervorragenden Geschmack. Das Aroma des China Oolong ist trotzdem etwas besonderes, was sich auf den einzigartigen Geschmack auswirkt. Man findet ihn aromatisiert als Schwarztee und in sog. Kräutertee Formen.Fazit
Viele Tees tun sich entweder schwer, ihre Aromen abzugeben. In diesem Fall ist der 1. Aufguss eher schwach, der Geschmack entwickelt sich erst nach und nach. Oder sie geben ihre Inhaltsstoffe sofort frei. Dann schmecken der 3. oder gar noch spätere Aufgüsse schwach und irgendwann sogar fad. Der China Oolong Se Chung scheint dagegen ein ganzes Feuerwerk an Aromen bieten zu können. Diesen Genuss sollte man unbedingt einmal erleben. Bildnachweis: China Oolong Se Chung © TMAX - Fotolia.comWas macht Oolong besonders?
China Oolong Se Chung — Oolong Tee, auch als „Blauer Tee" oder „Wulong" bezeichnet, nimmt eine besondere Stellung zwischen grünem und schwarzem Tee ein. Mit einem Oxidationsgrad von 15 bis 85 Prozent bietet er eine unvergleichliche Geschmacksvielfalt. Kein anderer Teetyp kann eine so breite Palette an Aromen abdecken.
Der Name „Oolong" bedeutet übersetzt „Schwarzer Drache" — eine Anspielung auf die dunklen, gewundenen Blätter, die an einen Drachenschwanz erinnern. Die Herstellung von Oolong erfordert großes handwerkliches Können und jahrelange Erfahrung des Teemeisters, was diesen Tee zu einem der anspruchsvollsten in der Verarbeitung macht.
Herstellung und Oxidationsgrad
Die Herstellung von Oolong Tee ist eine Kunst für sich. Nach dem Pflücken werden die Blätter im Freien und anschließend in Innenräumen gewelkt. Dabei werden sie regelmäßig geschüttelt oder gerührt, um die Ränder der Blätter kontrolliert zu brechen und die Oxidation einzuleiten.
Der Teemeister entscheidet basierend auf Aroma, Farbe und Beschaffenheit der Blätter, wann die Oxidation durch Erhitzen gestoppt wird. Leicht oxidierte Oolongs (wie Tieguanyin) ähneln geschmacklich grünem Tee mit blumigen Noten, während stark oxidierte Varianten (wie Da Hong Pao) an schwarzen Tee erinnern mit tiefen, röstigen Aromen.
Geschmacksvielfalt
Die Geschmacksvielfalt von Oolong Tee ist legendär. Leichte Oolongs bieten florale Noten von Orchidee, Jasmin und frischem Grün. Mittlere Oxidationsgrade bringen fruchtige Aromen wie Pfirsich, Aprikose und Steinobst hervor. Stark oxidierte und geröstete Oolongs überzeugen mit Noten von Karamell, Honig, gerösteten Nüssen und dunkler Schokolade.
Besonders geschätzt wird bei Oolong das sogenannte „Hui Gan" — ein süßes Nachklingen im Gaumen, das erst Sekunden nach dem Schluck einsetzt. Dieses Phänomen ist bei hochwertigen Oolongs besonders ausgeprägt und ein Zeichen hervorragender Qualität.
Zubereitung und Aufgüsse
Oolong Tee entfaltet sein volles Potenzial am besten in der Gongfu-Methode: Kleine Teekanne oder Gaiwan, viel Teeblätter (5–8 g auf 100–150 ml), kurze Aufgusszeiten (15–45 Sekunden) und viele Aufgüsse. Ein hochwertiger Oolong kann 6 bis 12 Mal aufgegossen werden, wobei sich das Geschmacksprofil von Aufguss zu Aufguss verändert.
Die Wassertemperatur richtet sich nach dem Oxidationsgrad: Leichte Oolongs bei 80–90 °C, stark oxidierte bei 90–100 °C. Auch in der westlichen Zubereitungsart (Teekanne, 2–3 g auf 200 ml, 3–5 Minuten) liefert Oolong hervorragende Ergebnisse — die Gongfu-Methode bietet jedoch ein intensiveres Geschmackserlebnis.
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Zubereitung Schritt für Schritt
Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.
Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.
Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.
Kulturelle Bedeutung und Tradition
China Oolong Chung steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.
In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.
Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.
Qualität erkennen und richtig einkaufen
Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.
Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.
Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.
Richtige Lagerung für optimales Aroma
Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.
Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.
Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.