Legende oder Wahrheit?
In dieser Frage gibt es weder ein eindeutiges Ja, noch ein eindeutiges Nein. Dazu muss man wissen, dass Shen Nung für die Chinesen der dritte der "3 gelben Kaiser" ist. Die gelbenKaiser waren keine einfachen Sterblichen, sondern Götter, die bereits vor den Menschen lebten. Der erste, Fu Shi, lehrte den Chinesen das Wissen über Yin und Yang, bis heute Bestandteil der chiniesischen Kultur. Dem zweiten, Huang Ti, verdanken die Chinesen die Kenntnisse über die Akkupunktur. Der dritte schließlich, Shen Nung, ist auch unter dem Namen "Himmlischer Landmann" bekannt und soll nicht nur Tee, sondern auch Hirse und Sorghum, Soja, Weizen und sogar Reis auf die chinesischen Speisepläne gebracht haben. Zudem gilt er als Vater der chinesischen Kräuterheilkunde. Bis heute ist ein angebliches Zitat von ihm im Umlauf: "Tee weckt den guten Geist und weise Gedanken. Er erfrischt das Gemüt. Bist du niedergeschlagen, so wird Tee dich ermuntern." Die Tatsache, dass Tee lange Zeit selbst in China ausschließlich als Medizin genutzt wurde, scheint diese Legenden und Geschichten zu unterstützen. Fakt ist allerdings auch, dass es zu jener Zeit gar kein einheitliches chinesischens Reich mit einem Kaiser gab. Davon abgesehen ist es kaum vorstellbar, dass ein paar frische, gerade eben vom Strauch gefallene Blätter heißes Wasser innerhalb kürzster Zeit tatsächlich in einen schmackhaften Tee verwandeln.Fazit
Exakt so, wie in der Legende erzählt, hat sich die Geschichte wohl sicher nicht zugetragen. Trotzdem ist es gut möglich, dass nacheinander drei Herrscher im heuten China lebten, die mit großer Aufmerksamkeit und viel Wissen über Mensch und Natur Neuerungen einführten, die bis heute nicht nur überlebt, sondern auch ihre Berechtigung haben. Vielleicht ging Shen Nung ja tarsächlich mit einer Schale heißem Wasser spazieren und es flogen zufällig ein paar Blätter hinein. Vielleicht machte ihn das neugirig und er begann zu experimentieren, bis er tatsächlich den ersten Tee trank. Wie auch immer, all dies liegt so lange zurück, dass man ohne Dokumente und geschichtliche Belege die Legenden weder eindeutig beweisen noch widerlegen kann. Wahrscheinlich ist wie so oft bei Mythen, die so lange von einer Generation an die andere überliefert wurden, sowohl ein Teil Wahrheit, als auch ein Teil Dichtung. Bildnachweis: Chinesischer Mythos zur Entstehung des Tees - © Dirk Houben - Fotolia.comVerwandte Artikel
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