Der Lung Ching ist einer der besten chinesischen Grüntees, wenn nicht sogar der beste. Nicht nur, dass er inzwischen auf eine über tausendjährige Tradition zurückblickt, er wird auch heute noch ausschließlich von Hand geerntet und hat so einen besonderen Geschmack, dass er als absolute Besonderheit gilt. So verwundert es nicht, dass er beispielsweise bei Serviert wird, wenn Staatsgäste zu Besuch sind und sogar Queen Elisabeth hat ihn schon als Geschenk in Empfang genommen. Selbstverständlich ranken sich um so einen einzigartigen Tee auch zahlreiche Sagen und Legenden. Einer der bedeutendsten Mythen handelt davon, wie der Lung Ching, der Drachenbrunnentee, zu seinem Namen kam. In der Provinz Zhejiang, in der Nähe des Ortes Hangchow, liegt das Tieh-Mu Gebirge. Zwischen den Hügeln und Bergen dort, soll ein Brunnen gestanden haben, in dem ein Drachen lebte. Etwa um 250 n. Chr. herrschte eine lange Trockenheit, die vor allem den Landwirten, aber natürlich auch der gesamten Bevölkerung schwer zu schaffen machte. Häufig wird in den chinesischen Mythen über Tee ein Bezug zum Buddhismus hergestellt, doch diesmal war es ein Taoist, der quasi die Hauptrolle übernahm. Er nahm all seinen Mut zusammen, um den Drachen im Brunnen aufzusuchen und um Regen zu bitten. Und er hatte Erfolg. Wenig später viel der langersehnte Niederschlag und die Menge reichte tatsächlich aus, um aus dem öde gewordenen Land wieder saftig grüne Weiten zu machen. Mehr noch, rund um den Brunnen begannen Teesträucher zu wachsen und der Tee daraus hatte einen herrlichen, absolut unverwechselbaren Geschmack und war von bester Qualität. Aus Dankbarkeit nannten die Menschen ihn Drachenbrunnentee und der Drache im Brunnen galt fortan als Glücksdrachen.

Legende oder Wahrheit?

Heute herrscht wohl sicher Einigkeit darüber, dass Drachen nicht existieren und auch nie existiert haben. Dennoch spielen Drachen in der chinesischen Mythologie bis heute eine große Rolle. Selbst in Europa gibt es bis heute Legenden und Geschichten in denen Drachen vorkommen. Doch während es sich in den Sagen bei uns in der Regel um feuerspuckende Ungeheuer handelt, die zudem gerne Prinzessinnen gefangen genommen oder Jungfrauen verspeist haben, sind sie in China gerne auch sanftmütige Riesen, die zwar sehr wohl ungeheuerlich und gefährlich, aber eben auch Glücksbringer sein können. Von dem Drachen einmal abgesehen, erhöht sich der Glaubwürdigkeitsfaktor dieser Geschichte wegen der ungefähren Zeitangabe erheblich. Häufig lassen sich über solch einschneidende Geschehnisse, wie eine Dürrekatastrophe noch Jahrhunderte später irgendwelche Aufzeichnungen oder Dokumente finden. Und nicht selten werden diese durch spezielle Gesteinsschichten, Wachstumsringe an Bäumen oder ähnliches betätigt. Auch die Tatsache, ob es diesen Brunnen tatsächlich gegeben hat, könnte man möglicher Weise mit einem guten Archäologen-Team nachweisen. Und der Taoismus, oder auch Daoismus gilt bis heute neben dem Buddhismus und dem Konfuzianismus zu den sogenannten "Drei Lehren", alles Philosophien und Weltanschauungen, die in China als Religion anerkannt sind. Womit wir wieder beim Drachen sind, dem einzigen Punkt der Legende der so unwirklich scheint, dass er den ganzen Mythos damit in Frage stellt. Denkbar wäre vielleicht, dass in dem Brunnen eine sehr große Wasserschlange lebte, die von oben den Eindruck eines Drachen erweckte.

Fazit

Die Geschichte von dem Glücksdrachen im Brunnen, der den Menschen nicht nur Regen, sondern auch einen traumhaften Tee geschenkt hat, ist wohl eine von denen, die gut vorstellbar einen wahren Kern haben können, die man trotzdem aber nicht wortwörtlich nehmen sollte. Aber gerade deshalb gehört sie mit Sicherheit zu den Legenden, bei denen es mehr als schade wäre, wenn sie eines Tages in Vergessenheit geraten würden. Bei vielen Dingen fragt man sich zwischendurch, wie sie wohl zu ihrem Namen gekommen sind. Dafür dann wie im Fall des Lung Ching eine Erklärung, und noch dazu eine so schöne, zu bekommen, lässt den Tee gleich nochmal besser schmecken. Vor allem, weil durch diesen Mythos wieder einmal deutlich wird, wie sehr Tee und Religion oder Lebensphilosophie von Anfang an in China verbunden waren. Tee war schon immer mehr als einfach nur ein Getränk. Damit wurde noch nie einfach nur Durst gestillt, es ging immer auch um den Geist und die Seele. Es wäre schön, wenn wir wenigstens ab und zu ein bisschen von dieser Meditation und Ruhe auch in unseren Teegenuss bringen könnten.   Bildnachweis: Der Drache im Brunnen und sein Tee © Jürgen Effner - Fotolia.com

Historischer Hintergrund

Die Geschichte rund um Drache Brunnen sein ist eng mit der jahrtausendealten Kulturgeschichte des Tees verwoben. Tee ist mehr als nur ein Getränk — er ist ein Spiegel der Gesellschaften, die ihn kultiviert haben. Von den Nebelbergen Chinas über die Tempelgärten Japans bis zu den kolonialen Teeplantagen Indiens hat jede Epoche ihre eigenen Geschichten hervorgebracht.

Viele der heute bekannten Tee-Mythen haben ihren Ursprung in mündlichen Überlieferungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Sie verbinden historische Fakten mit symbolischen Elementen und bieten so einen einzigartigen Einblick in die Denkweise und Werte vergangener Kulturen.

Die Legende im Detail

Diese Erzählung gehört zu den faszinierendsten Geschichten der Teekultur. Wie bei vielen Legenden gibt es verschiedene Versionen, die je nach Region und Erzähltradition variieren. Allen gemeinsam ist die tiefe Wertschätzung für den Tee als Geschenk der Natur und als Bindeglied zwischen Menschen und ihrer Umwelt.

Legenden wie diese erinnern uns daran, dass Tee seit jeher mehr war als ein einfaches Getränk. Er diente als Medium für Meditation, als Zeichen der Gastfreundschaft und als Katalysator für philosophische Gespräche. In vielen asiatischen Kulturen gilt der Tee als Brücke zwischen der materiellen und der spirituellen Welt.

Kulturelle Bedeutung

Die kulturelle Bedeutung von Tee lässt sich kaum überschätzen. In China symbolisiert er Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille — die vier Grundpfeiler der Teezeremonie nach dem Philosophen Lu Yu. In Japan wurde die Teezeremonie (Chado, „Weg des Tees") zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die buddhistische Prinzipien verkörpert.

In Großbritannien wurde der Nachmittagstee zu einem gesellschaftlichen Ritual, das Klassen überbrückte. In Marokko ist die aufwendige Zubereitung des Minztees ein Akt der Gastfreundschaft. In Russland steht der Samowar für Gemeinschaft und Wärme. Jede Kultur hat ihre eigene Beziehung zum Tee entwickelt, und Geschichten wie diese sind Ausdruck dieser vielschichtigen Verbindung.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Drache Brunnen sein steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.