Der grüne Tee fristete lange Zeit in der Vergangenheit eher ein Schattendasein, zumindest in unseren Breitengraden. Doch allmählich steht die Wiederentdeckung des einzigartigen Gesundheitsexperten auf dem Plan, denn im stressigen Alltagsleben entfaltet er seine wohltuende Wirkung umso spürbarer: Grüne Teesorten steigern Konzentration und Leistung, sie beugen außerdem vielerlei Krankheiten vor. Holen wir die Teesorte endgültig aus der Mottenkiste! Der grüne Tee verleiht langanhaltende Power für den Tag, denn das darin enthaltene Koffein wird durch Gerbstoffe gebunden und ganz allmählich freigesetzt. So reichen die etwa 50 mg Koffein einer Tasse Tee viel länger als die gleiche Menge im Kaffee, allerdings muss der Teegenießer ein wenig länger warten, bis er davon etwas bemerkt. [caption id="attachment_6946" align="alignright" width="300"] Bildquelle: © NataliTerr - fotolia.com[/caption] Wer sich morgens allerdings generell etwas mehr Zeit nimmt, um geruhsam in den Tag zu starten, wird den langsamen aber effektiven Wachmacher bald schon nicht mehr missen wollen. Aufmerksame Teetrinker bemerken den eintretenden Effekt wie eine Art Lichten des Nebelschleiers, der sich im Schlaf über sie gelegt hat. Das Gehirn wird klarer, die Konzentrationsfähigkeit steigt, und bleibt über eine längere Zeitphase erhalten – bis die nächste Tasse Tee in den Startlöchern steht.  

EGCG fördert Lernfähigkeit und räumliches Gedächtnis

Neben dem Koffein sind als weitere Zaubermittel die Antioxidantien zu nennen, sie schützen die Zellen vor freien Radikalen und bewahren sie so vor Krankheiten, zum Beispiel vor der allgegenwärtigen Krebsgefahr. Aber auch die Hirnfunktion verbessert sich mit Einnahme dieser Stoffe, besonders die Substanz EGCG geriet diesbezüglich in das Blickfeld der Ernährungsforscher weltweit: Es regt die Neurogenese an, die Bildung neuer Nervenzellen, und trägt deshalb auch zur Wahrung unserer Gedächtnisfertigkeit bis ins hohe Alter bei. Aktuelle Labortests haben bewiesen, dass mit grünem Tee gefütterte Mäuse in viel kürzerer Zeit versteckte Plattformen in ihren Gehegen finden konnten als Artgenossen, die nur reines Wasser zu trinken bekamen. Das räumliche Gedächtnis aber auch die Lernfähigkeit zeigte sich bei teetrinkenden Nagern deutlich besser ausgeprägt. Degenerative Gehirnerkrankungen lassen sich durch bessere Neurogenese eventuell verzögern oder ganz verhindern, so bleiben Mensch und Maus mit etwas Glück viel länger fit!

Grüner Tee: das Wundermittel für Hochleistungsphasen

Regelmäßiger Genuss von grünem Tee unterstützt die Leistungsfähigkeit im normalen Arbeitsalltag ebenso wie während besonderer Hochleistungsphasen. Wer sich über einen langen Zeitraum konzentrieren muss und keinen Fauxpas erlauben darf, beispielsweise ein Börsenmakler oder ein Profi-Pokerspieler, wird die eine oder andere Tasse des natürlichen Wundermittels sicherlich sehr hilfreich finden. So wie der Finanzprofi ständig die neuesten Trends im Auge behalten und bei entsprechenden Ausschlägen extrem schnell mit den richtigen Transaktionen punkten muss, so bedarf der Pokerprofi stundenlanger Konzentration und Disziplin.   Besonders zu hochdotierten Turnieren wie zum Beispiel der European Poker Tour (EPT), der europäischen Turnier-Serie, die als die teuerste Serie der Welt gilt, bei der die Welt-Elite im Pokersport anzutreffen ist, darf das Gehirn sich keine Ruhepause gönnen. Aktion und Reaktion müssen blitzschnell aufeinander folgen – und wenn das Turnier sich bis in die frühen Morgenstunden zieht, dann gilt es trotzdem, hellwach zu bleiben. Das Bild vom cocktailtrinkenden, partysüchtigen Pokerspieler sollte also besser korrigiert werden: Das können sich die großen Stars jedenfalls nicht zu Turnierzeiten erlauben, stattdessen steht ihnen eine Kanne grünen Tees viel besser zu Gesicht. Dasselbe gilt für professionelle IT’ler, die ihre Augen stundenlang nicht vom Bildschirm abwenden dürfen, weil das Rechenzentrum eines großen Unternehmens sonst Schaden nehmen könnte. Oder für Chirurgen, von deren Arbeit Menschenleben abhängen. Und natürlich auch für den ganz normalen Arbeitnehmer, der tagtäglich seine hohen Leistungen vollbringt und immer am Ball bleiben muss, um seinen Job mit Bravour zu erfüllen. Es gibt übrigens einen guten Grund, warum im grünen Tee so viele gesundheitsfördernde Stoffe unbeschadet erhalten sind: Der pflanzliche Rohstoff wird nicht wie beim schwarzen Tee, der ebenfalls Koffein enthält, fermentiert, sondern entweder sofort geröstet oder einfach nur erhitzt. Wichtig ist vor allem, den Tee nicht allzu lange ziehen zu lassen, denn dann verliert sich die stimulierende Wirkung. Bei einer zu kurzen Ziehzeit löst sich allerdings nicht genügend Koffein im Wasser, sodass der goldene Mittelweg wie so oft die beste Alternative darstellt: Etwa 3 Minuten sollte ein grüner Tee ziehen, um den Trinkenden sanft zu wecken und möglichst lange fit zu halten.  

Grüner Tee mit Guarana: der Rennwagen unter den Muntermachern

[caption id="attachment_6949" align="alignleft" width="201"] Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Guaraná#/media/File:Guaranà_original_do_Brasil.jpg[/caption] Guarana gilt längst nicht mehr als Geheimtipp unter den Muntermachern, die roten getrockneten Früchte einer Lianenart sind wahre Koffeinbomben. Auch hier kommen wieder die Gerbstoffe ins Spiel, die das Koffein im Guarana binden und über viele Stunden nach und nach an den menschlichen Körper abgeben. Mit Guarana angereicherter grüner Tee fungiert also als eine Art natürliches Upgrade, manche Teemischung wurde bereits bei der Herstellung damit versetzt, doch der Teegenießer kann hier genauso gut selbst Hand anlegen. Aufstehmuffel und Langsamstarter kommen damit am Morgen garantiert viel besser in Schwung, ohne dass die Augen nach kurzer Zeit schon wieder zufallen wollen.   Und ganz zum Schluss, weil es so schön ist: Grüner Tee hält sogar länger jung, denn die Antioxidantien wirken sich auch auf das Hautbild aus. Die äußere menschliche Hülle soll bei regelmäßigem Teegenuss viel langsamer altern, ganz nebenbei gleichen die Inhaltsstoffe des Tees auch den Cholesterinspiegel aus. Die enthaltenen Catechine wirken darüber hinaus entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Und: Seit längerem ist allseits bekannt, dass auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen mit dieser gesunden Teesorte minimiert werden kann. Die letzte Frage ist nun noch: Wer kann sich dieser vielen Vorzüge überhaupt noch entziehen? [caption id="attachment_6950" align="alignnone" width="560"] Bildquelle: Sandra Cunningham - fotolia.com[/caption]

Hintergrund und Geschichte

Der Wachmacher: Grüner Tee für mehr Leistung und Konzentration — dieses Thema gehört zu den vielfältigen Aspekten der Teewelt, die es zu entdecken gibt. Tee ist weit mehr als ein alltägliches Getränk: Er verbindet Tradition und Moderne, Wissenschaft und Kultur, Genuss und Gesundheit in einzigartiger Weise.

Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Facetten des Tees bereichert nicht nur das Wissen, sondern vertieft auch den Genuss. Wer versteht, was in seiner Tasse steckt, trinkt bewusster und genussvoller. In diesem Sinne laden wir Sie ein, sich mit uns auf eine Entdeckungsreise durch die Welt des Tees zu begeben.

Eigenschaften und Besonderheiten

Jede Teesorte und jede Zubereitungsart hat ihre eigenen charakteristischen Eigenschaften. Diese reichen von offensichtlichen Merkmalen wie Farbe, Geschmack und Aroma bis hin zu subtileren Aspekten wie Mundgefühl, Nachhall und Vielschichtigkeit. Ein geschulter Gaumen kann hunderte verschiedener Nuancen unterscheiden.

Die Qualität von Tee wird durch zahlreiche Faktoren bestimmt: Anbaugebiet, Höhenlage, Klima, Bodenbeschaffenheit, Pflückstandard, Verarbeitung und Lagerung. All diese Faktoren ergeben zusammen das einzigartige Profil eines Tees — ähnlich dem Terroir-Konzept beim Wein. Hochwertiger Tee erzählt eine Geschichte von seinem Ursprungsort.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Wachmacher Grüner mehr steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.