Tee ist aus Großbritannien nicht wegzudenken. Die tägliche Teatime ist für viele Engländer ebenso selbstverständlich, wie Zähneputzen. Die eigene Teekultur ist fest im gesellschaftlichen Leben der Inselbewohner verankert. Dabei ist die Geschichte des Tees in England noch eine relativ junge, vor allem verglichen mit der Teeproduzierender Nationen. Aber wie kam es überhaupt dazu, dass die Engländer den Tee für sich entdeckten und so sehr zu lieben lernten? Es waren, zunächst jedenfalls, keine großen Handelsschiffe, die den Tee nach England brachten, sondern eine Frau. Genauer gesagt die portugiesische Infantin Katharina von Braganza. Die Prinzessin kam 1662 nach England um dort am 31. Mai König Karl II zu heiraten. In ihrer Mitgift hatte sie unter anderem auch eine Kiste Tee. Portugal besaß zu der Zeit einige Kolonien in Asien, Teile des heutigen Chinas beispielsweise und auch Sri Lanka bzw. Ceylon gehörten dazu. Tee war den Portugiesen deshalb längst bekannt und wurde auch gerne getrunken. Es war jedoch keine Liebes-Heirat, die Katharina nach England führte. Das Parlament beispielsweise verweigerte ihr wegen ihres katholischen Glaubens die Krönung zur Königin, das Volk machte sie für ihre eigene Unfruchtbarkeit, später sogar für die Pest verantwortlich. Und auch ihr Mann schien zunächst wenig von ihr begeistert. Als er sie das erste Mal sah, soll er, aufgrund der damaligen portugiesischen Haarmode, gesagt haben: "Mein Gott, sie haben mir statt einer Frau eine Fledermaus geschickt!" Er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Mätressen und illegitime Kinder. An dieser Lebensweise änderte er auch nichts. Die Tatsache, dass Katharina kaum Englisch oder Französisch sprach, machte es nahezu unmöglich mit ihrem Mann zu kommunizieren. Und einige ihrer Gewohnheiten sorgten beim König für ziemliche Irritation. Als Katharina um eine Tasse Tee bat, soll Karl II geantwortet haben: "Wir trinken keinen Tee in England. Aber vielleicht reicht dir ein Bier!" Seine Frau aber behielt ihre Angewohnheit Tee zu trinken bei und schon bald war die tägliche Teestunde bei Hofe fast schon selbstverständlich. Spätestens zur Zeit Queen Annes, einer Nichte von Karl II, war der Siegeszug des Tees in England nicht mehr aufzuhalten. Anne teilte die Vorliebe ihrer Tante sogar so sehr, dass sie anstatt des sonst üblichen warmen Bier, Tee zum Frühstück trank.

Legende oder Wahrheit?

Die Frage nach dem Wahrheitsgehalt lässt sich bei dieser Geschichte recht schnell und einfach beantworten. Es handelt sich hier ausschließlich um historische Personen und auch die Geschehnisse wurden allesamt dokumentiert. Der Mythos um Katharinas Mitgift ist also wohl viel eher eine wahre Geschichte darüber, wie der Tee seinen Weg nach Europa fand.

Fazit

Das Leben Katharinas ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sehr es oft viele einzelne Zufälle sind, die unser, zum Teil sogar das Leben einer ganzen Bevölkerungsgruppe, entscheidend beeinflussen und verändern. Hätte sich Katharina ihren Ehemann selbst aussuchen können, wäre sie wohl kaum nach England gegangen. Wäre sie anders erzogen worden, hätte sie sich in England wohler gefühlt, hätte sie sich vielleicht besser integriert und hätte auch lieber Bier statt Tee getrunken. Gut möglich, dass der Tee trotzdem seinen Weg nach Europa gefunden hätte. Dann vielleicht erst einige Jahre später. Vielleicht wäre er von Portugal aus erst nach Spanien Frankreich und von dort nach England gekommen. All diese Spekulationen sind freilich unnötig und sinnlos, weil die Geschichte nun mal eine andere ist. Dennoch kann es sehr anregend und auch unterhaltsam sein, wenn man sich, vielleicht sogar bei einer Tasse Tee, einfach mal Gedanken über so etwas scheinbar Alltägliches macht. Wir kaufen und trinken Tee, ganz normale Handlungen für uns. Wohl kaum jemand denkt in diesem Moment daran, welche Geschichten und auch welche Menschen dahinter stecken. In unserer hektischen Zeit wird es immer wichtiger, sich kleine Inseln zu schaffen, um auszuruhen und Kraft und Freude tanken zu können. Mit Geschichten wie der Katharinas und ihrer Kiste Tee, gelingt es vielleicht, Tee als etwas Besonderes zu sehen, als etwas, das wir definitiv vermissen würden, wenn wir es nicht mehr hätten. Selbst ein "ganz gewöhnlicher" Darjeeling oder Earl Grey kann plötzlich etwas ganz Besonderes sein, wenn wir nur darauf achten. Vielleicht bemerkt man dann ja auch eine ganz feine und zarte Geschmacksnuance, die bisher noch gar nicht aufgefallen ist.     Bildnachweis: Mitgift der Katharina von Braganza © dusk - Fotolia.com

Historischer Hintergrund

Die Geschichte rund um ganz besondere Mitgift ist eng mit der jahrtausendealten Kulturgeschichte des Tees verwoben. Tee ist mehr als nur ein Getränk — er ist ein Spiegel der Gesellschaften, die ihn kultiviert haben. Von den Nebelbergen Chinas über die Tempelgärten Japans bis zu den kolonialen Teeplantagen Indiens hat jede Epoche ihre eigenen Geschichten hervorgebracht.

Viele der heute bekannten Tee-Mythen haben ihren Ursprung in mündlichen Überlieferungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Sie verbinden historische Fakten mit symbolischen Elementen und bieten so einen einzigartigen Einblick in die Denkweise und Werte vergangener Kulturen.

Die Legende im Detail

Diese Erzählung gehört zu den faszinierendsten Geschichten der Teekultur. Wie bei vielen Legenden gibt es verschiedene Versionen, die je nach Region und Erzähltradition variieren. Allen gemeinsam ist die tiefe Wertschätzung für den Tee als Geschenk der Natur und als Bindeglied zwischen Menschen und ihrer Umwelt.

Legenden wie diese erinnern uns daran, dass Tee seit jeher mehr war als ein einfaches Getränk. Er diente als Medium für Meditation, als Zeichen der Gastfreundschaft und als Katalysator für philosophische Gespräche. In vielen asiatischen Kulturen gilt der Tee als Brücke zwischen der materiellen und der spirituellen Welt.

Kulturelle Bedeutung

Die kulturelle Bedeutung von Tee lässt sich kaum überschätzen. In China symbolisiert er Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille — die vier Grundpfeiler der Teezeremonie nach dem Philosophen Lu Yu. In Japan wurde die Teezeremonie (Chado, „Weg des Tees") zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die buddhistische Prinzipien verkörpert.

In Großbritannien wurde der Nachmittagstee zu einem gesellschaftlichen Ritual, das Klassen überbrückte. In Marokko ist die aufwendige Zubereitung des Minztees ein Akt der Gastfreundschaft. In Russland steht der Samowar für Gemeinschaft und Wärme. Jede Kultur hat ihre eigene Beziehung zum Tee entwickelt, und Geschichten wie diese sind Ausdruck dieser vielschichtigen Verbindung.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

ganz besondere Mitgift steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.