Legende oder Wahrheit?
Da weder Namen, noch ein genauer Ort genannt werden, lässt dies darauf schließen, dass diese Geschichte eher in Reich der Mythen und Legenden zu verbannen ist, als dass sie tatsächlich den Tatsachen entspricht. Wobei es durchaus denkbar wäre, dass Teile eines Landes über eine gemeinsame Wasserversorgung zeitgleich unter einer Vergiftung oder auch anderen Erkrankungen leidet. Andere Gebiete dagegen, die, etwa durch ihre Höhenlage bedingt, eine andere Wasserquelle nutzen, davon verschont bleiben. Bei dieser Geschichte geht es aber wohl nicht in erster Linie um wahr oder unwahr. Vielmehr geht es darum, dass wir Menschen scheinbar schon immer dazu neigen, das zu tun, was die Mehrheit auch tut. Wir sind eindeutig ein „Herdentier“, es gibt einige wenige „Köpfe“ und der Großteil scheint einfach „Mitläufer“ zu sein. Es gibt unzählige Beispiel e in der Geschichte, in der Denker, kluge Köpfe oder auch einfach nur innovative Geister für ihre neuen Ansichten zuerst verspottet, später dann sogar angegriffen wurden. Und irgendwann in der Geschichte kam der Punkt, an dem man ihnen doch Recht geben musste. Mehr noch: ohne diese „Querdenker“, wäre beispielsweise unsere technische Entwicklung noch längst nicht so weit, wie sie heute ist. Natürlich kann der Mensch weder fliegen noch kann er schneller als eine Kutsche fahren. Wir können auch nicht einfach so mit Menschen auf einem anderen Kontinent sprechen und im Dunkeln sehen können wir genauso wenig. Dennoch gibt es längst Flugzeuge, Autos, Telefon, sogar Handy und Internet und elektrisches Licht ist absoluter Standard. Doch ihre Erfinder mussten einiges Gespött und Gelächter, teilweise auch schlimmeres auf sich nehmen, um diese Dinge für uns zu verwirklichen.Fazit
Wer weiß, vielleicht wäre die Vergiftung in den Brunnen seines Landes ebenso plötzlich verschwunden wie sie gekommen war. Hätte der König seine Einsamkeit nur noch ein klein wenig länger ertragen, hätte sein Volk vielleicht erkennen müssen, dass nicht er es war, sondern sie, die verrückt geworden waren. Trotzdem ist auch nachvollziehbar, dass der König nicht auf Dauer in einer solchen Isolation leben wollte und konnte. Vielleicht gelingt es uns ja dennoch in Zukunft, etwas offener zu sein und nicht jeden zu verurteilen, der anders ist, als wir. Anders ist meist gleichbedeutend mit Bereicherung. Bildnachweis: chinesischer Tee ©Thinkstock: iStockVerwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema: