Im Sommer hält sich verständlicher Weise das Verlangen nach heißem oder zumindest warmen Tee ziemlich in Grenzen. Stattdessen braucht man bei Temperaturen um die 30 Grad oder mehr nicht nur viel zu trinken, es soll zudem auch möglichst erfrischend sein. Eistee ist da eine sehr beliebte Alternative. Doch die Eistees, die es bereits trinkfertig zu kaufen gibt, genießen keinen allzu guten Ruf. Sie sind meist viel zu süß und deshalb die reinsten Kalorienbomben. Zum anderen enthalten sie oft auch alle möglichen künstlichen Zusätze. Statt echtem Fruchtsaft, liest man auf der Zutatenliste nur vom Aroma bestimmter Früchte und selbst Tee spielt leider nicht automatisch die vermutete Hauptrolle. Statt echter Teeblätter haben viele Eistees nur konzentriertes Extrakt von Tees zu sehen bekommen. Selber machen scheint da eine gute und clevere Alternative zu sein. Aber wie? Einfach irgendeinen Tee kochen und kalt werden lassen? Ganz so simpel ist es nicht, aber mit dem richtigen Grundrezept und ein paar kreativen Ideen, hat man schnell und einfach nicht nur einen herrlich leckeren und erfrischenden Eistee zubereitet, man kann auch noch jeden Tag eine andere Geschmacksrichtung genießen.

Basisrezept

Traditioneller Weise wird für Eistee schwarzer Tee als Grundzutat verwendet. Prinzipiell kann man dafür aber jeden Tee wählen, den man gerne trinkt. Vom grünen Tee über einen leckeren Oolong Tee bis hin zu einem besonders erfrischenden Kräutertee, die vielleicht Minze enthält oder ein besonders vitaminreicher Früchtetee mit sommerlichen Komponenten, wie Mango, Ananas oder auch Zitronen und Limetten. Alles was schmeckt, ist erlaubt. Teebeutel eigenen sich besonders einfach, für die Zubereitung. Dazu wird ein Liter Wasser in einem großen Topf mit den Teebeuteln zum Kochen gebracht. Vier bis fünf Teebeutel sollten es schon sein, je nachdem, wie intensiv man den Teegeschmack später noch erkennen möchte. Nun kann man ein Glas frischgepressten Saft hinzugeben. Das hat den Vorteil, dass man auch hier ganz genau weiß, was darin ist. Selbstverständlich kann man aber auch seinen fertigen Lieblingssaft untermischen. Besonders gut, wegen ihrem hohen erfrischenden Charakter eignen sich Zitronen- und Limettensaft. In diesem Fall muss man aber wohl auf jeden Fall noch ein Süßungsmittel zugeben. Sonst ist der Geschmack wohl nur etwas für ganz wenige Liebhaber. Zum Süßen kann man entweder ganz normalen Zucker oder, wer möchte, gerne auch eine kalorienbewusste Alternative wie Süßstoff oder Stevia verwenden. Anfangs lieber etwas weniger hinzugeben, den nachsüßen kann man später immer noch. Diese Mischung sollte man dann kurze Zeit vor sich hin köcheln lassen. Damit der Eistee später nicht bitter schmeckt, sollte man ihn möglichst schnell abkühlen. Dazu kann man gerne einige Eiswürfel in den Topf geben, oder den Eistee einfach auch in den Kühlschrank stellen. Dazu kann man ihn vorher bereits in einen Krug umfüllen, damit der Topf nicht noch seine Restwärme abgibt. Besonders dekorativ und damit auch lecker, sieht so ein Eistee aus, wenn man noch einen Minzzweig und ein paar Scheiben Zitronen mit in den Krug gibt. Dadurch wird im Laufe der Zeit ebenfalls Aroma an den Tee abgegeben. Hat man dagegen ein etwas fruchtigeres Rezept gewählt, kann man beispielsweise auch Erdbeerscheiben oder Stückchen von jeder anderen Obstart hinzugeben, je nachdem, welchen Fruchtsaft man dazu gemischt hat. Besonders raffiniert ist es, wenn man gefrorene Fruchtstückchen in den Eistee gibt. Diese liefern nicht nur ein leckeres Aroma, sie kühlen auch gleichzeitig.

Fazit

Sobald man also vier bis fünf Teebeutel seines Lieblingstees auf einen Liter Wasser in einem Topf zum Kochen bringt, ca. ein Glas Saft und ein Süßungsmittel der Wahl hinzugegeben hat, hat man bereits seinen ganz individuellen Eistee. Fehlt nur noch ein schöner Krug, leckere Fruchtstücken und/oder Eiswürfel als Deko und schon hat man Sommer pur mit leckerem und gesundem Eistee. Da soll nochmal jemand behaupten, Tee sei ein typisches Wintergetränk. Bildnachweis: Eistee © lily - Fotolia.com

Hintergrund und Geschichte

Eistee - ganz einfach selbst gemacht und kalorienarm — dieses Thema gehört zu den vielfältigen Aspekten der Teewelt, die es zu entdecken gibt. Tee ist weit mehr als ein alltägliches Getränk: Er verbindet Tradition und Moderne, Wissenschaft und Kultur, Genuss und Gesundheit in einzigartiger Weise.

Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Facetten des Tees bereichert nicht nur das Wissen, sondern vertieft auch den Genuss. Wer versteht, was in seiner Tasse steckt, trinkt bewusster und genussvoller. In diesem Sinne laden wir Sie ein, sich mit uns auf eine Entdeckungsreise durch die Welt des Tees zu begeben.

Eigenschaften und Besonderheiten

Jede Teesorte und jede Zubereitungsart hat ihre eigenen charakteristischen Eigenschaften. Diese reichen von offensichtlichen Merkmalen wie Farbe, Geschmack und Aroma bis hin zu subtileren Aspekten wie Mundgefühl, Nachhall und Vielschichtigkeit. Ein geschulter Gaumen kann hunderte verschiedener Nuancen unterscheiden.

Die Qualität von Tee wird durch zahlreiche Faktoren bestimmt: Anbaugebiet, Höhenlage, Klima, Bodenbeschaffenheit, Pflückstandard, Verarbeitung und Lagerung. All diese Faktoren ergeben zusammen das einzigartige Profil eines Tees — ähnlich dem Terroir-Konzept beim Wein. Hochwertiger Tee erzählt eine Geschichte von seinem Ursprungsort.

Zubereitung und Genuss

Die richtige Zubereitung ist der Schlüssel zum perfekten Teegenuss. Grundsätzlich gilt: Verwenden Sie frisches, weiches Wasser und achten Sie auf die richtige Temperatur und Ziehzeit. Diese Parameter variieren je nach Teesorte erheblich und haben einen enormen Einfluss auf das Geschmacksergebnis.

Ein guter Tee verdient auch das passende Geschirr. Porzellan, Glas und Keramik sind die besten Materialien für Teekannen und Tassen. Vorwärmen der Kanne verbessert die Temperaturstabilität beim Aufguss. Und vergessen Sie nicht: Tee trinken sollte Freude bereiten — experimentieren Sie mit verschiedenen Zubereitungsmethoden und finden Sie Ihren persönlichen Favoriten.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Eistee ganz einfach steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.