Was ist drin?
Die Gründe für die Kreation von Teemischungen waren in der westlichen Welt wohl nahezu gleich. Man wollte sich durch das Mischen mehrerer Sorten Tees unabhängiger von möglichen Preissteigerungen durch die Händler machen. Da die Verbraucher beim Kauf von Tee gleichen Namens natürlich auch gleichen den Geschmack und ein identisches Aroma erwarten, kann man das Mischverhältnis nicht beliebig variieren. Doch wird eine Komponente der Mischung teurer, hat dies nicht so enorme finanzielle Auswirkungen, als würde man diese Sorte in Reinform konsumieren. Die Briten wählten für ihre "Nationalmischung" als eine der Hauptbestandteile, ebenso wie die Ostfriesen, Assamtee aus Indien. Diese kraftvolle Sorte ist ideal geeignet, um morgens munter zu machen oder auch um kleine Durchhänger während des Tages auszugleichen. Mit Java-Tee wird eine weitere Spezialität aus Indien zu gleichen Teilen wie der Assam in die Mischung aufgenommen. Die restlichen Komponenten des traditionellen Rezepts bilden einige Teesorten aus dem Hochland Sri Lankas, oder, wie es früher genannt wurde, aus dem Hochland Ceylons.Fazit
English Breakfast gehört zu den Klassikern unter den Teemischungen und steht für starken, kräftigen Teegenuss mit einer angenehm anregenden Wirkung. Nur feinste schwarze Blatttees werden nach der traditionellen Rezeptur verwendet. Die leicht würzige und herbe Komponente des Aromas harmoniert hervorragend mit süßen Kleinigkeiten, wie sie gerne zu Tee gegessen werden.Auf der Liste der beliebtesten Getränke, ob in loser Form oder im Beutel. Britischer kann man seine Teestunde nicht genießen. Für Sammler und Liebhaber kommt dazu, dass dieser Tee, eben weil er solch ein Klassiker ist, häufig auch in schön verzierten, oft auch nostalgischen Metalldosen angeboten wird, die sich in jedem Küchenregal und auf jedem Tisch gut machen. So macht Teetrinken doppelt Lust und Laune.Bildnachweis: English Breakfast - © sabino.parente - Fotolia.comZubereitung und Empfehlung
Für die optimale Zubereitung von English Breakfast empfiehlt es sich, einen bis zwei Teelöffel der Teemischung mit 250 ml frisch gekochtem Wasser zu übergießen. Je nach Zusammensetzung der Mischung variiert die empfohlene Ziehzeit zwischen fünf und zehn Minuten.
Teemischungen sind häufig so komponiert, dass sich die Aromen der einzelnen Zutaten gegenseitig ergänzen und verstärken. Die richtige Ziehzeit ist dabei entscheidend: Zu kurz, und die tieferen Aromen entfalten sich nicht vollständig; zu lang, und die Balance der Mischung kann durch dominante Einzelnoten gestört werden.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel ueber chinesische Teekultur. Einen ausfuehrlichen Ueberblick bietet unser Beitrag zu Jiaogulan Tee. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Yan Cha Felsentee.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
English Breakfast sollte wie alle Teemischungen kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Eine luftdichte Teedose schützt vor Feuchtigkeit und Fremdgerüchen und bewahrt das Aroma für zwölf bis achtzehn Monate.
Achten Sie beim Kauf auf die Qualität der einzelnen Zutaten. Hochwertige Teemischungen verwenden ganze oder nur leicht gebrochene Blätter, Blüten und Früchte, während minderwertige Produkte oft stark zerkleinerte Reste enthalten.
English Breakfast zubereiten – Der Klassiker des britischen Frühstücks
English Breakfast Tea ist eine der bekanntesten und weltweit meistgetrunken Teemischungen überhaupt. Diese kräftige Schwarztee-Blendmischung wurde im 19. Jahrhundert in England entwickelt, um den Wünschen der britischen Teetrinker nach einem robusten, kräftigen Frühstückstee gerecht zu werden, der auch mit der damals üblichen reichhaltigen Frühstücksmahlzeit harmoniert. Typischerweise enthält English Breakfast Tee eine Mischung aus Assam, Ceylon und manchmal Kenia-Tees.
Für die klassische Zubereitung von English Breakfast Tea erhitzen Sie frisches Wasser auf 95 bis 100 Grad Celsius – volle Kochtemperatur ist wichtig für den vollen Geschmack. Pro Tasse (ca. 200 ml) verwenden Sie 1 bis 1,5 Teelöffel (2 bis 3 Gramm) Tee. Die Ziehzeit beträgt 3 bis 4 Minuten. Nach dem Abseihen (bei losen Teeblättern) wird der Tee nach britischer Tradition mit Milch getrunken.
Die Frage, ob zuerst Milch oder zuerst Tee in die Tasse kommt, ist in England seit Jahrhunderten eine ernste Diskussion. Traditionell kommt die Milch zuerst in die Tasse – damit verhindert man übermäßige Hitze der dünnen Porzellantassen und erzielt eine bessere Mischung. Wissenschaftlich gesehen gibt es keinen Unterschied, aber Tradition ist Tradition.
Geschichte und kulturelle Bedeutung von English Breakfast Tea
Der Begriff „English Breakfast Tea" tauchte erstmals im frühen 19. Jahrhundert auf, als der schottische Teeimporteur Drysdale aus New York 1892 die Mischung formell unter diesem Namen vermarktete. Die eigentliche Tradition eines kräftigen Frühstückstees in England ist jedoch älter und entwickelte sich parallel zum Aufstieg des Teetrinens in der britischen Gesellschaft.
Im viktorianischen England wurde Tee zum nationalen Getränk, das alle Gesellschaftsschichten verband. Wohlhabende Familien tranken Tee aus feinem Porzellan, Arbeiter aus Blechbechern – doch der Tee war für alle unverzichtbar. English Breakfast entwickelte sich als Mischung, die dem täglichen Bedürfnis nach einem kräftigen, belebenden Start in den Tag entsprach.
Der Afternoon Tea – serviert um 16 Uhr mit Sandwiches, Scones und Kuchen – ist eigentlich eine andere Tradition, die eher leichtere Tees bevorzugt. Der English Breakfast hingegen ist das Morgenritual: stark, mit viel Milch, möglicherweise mit Zucker, als Begleitung zu Eggs, Bacon und Toast.
Heute ist English Breakfast Tea weltweit ein Begriff für britische Kultur und Lebensart. In Hotels, Cafés und Restaurants auf der ganzen Welt wird er als Standard-Schwarztee angeboten. Die Qualitäten variieren erheblich – von günstigen Teebeutelversionen bis hin zu hochwertigen losen Blends von spezialisierten Teeröstereien.
Variationen und Verwandtschaft mit Irish Breakfast
English Breakfast und Irish Breakfast sind verwandte Mischungen mit einer wichtigen Unterscheidung: Irish Breakfast enthält typischerweise einen höheren Anteil an kräftigem Assam und ist noch malziger und kräftiger als English Breakfast. Schottischer Frühstückstee (Scottish Breakfast) ist wiederum die kräftigste Variante – stärker, um dem schweren schottischen Frühstück standzuhalten.
In Großbritannien gibt es eine weitverbreitete Tradition des „Builder's Tea" (Arbeitertee) – ein sehr stark aufgebrühter, günstiger Teebeutel-Schwarztee mit viel Milch und zwei Löffeln Zucker. Dieser unkomplizierte, ehrliche Tee hat eine eigene Subkultur und ist tief in der britischen Alltagskultur verwurzelt.
Die Teekette PG Tips, Tetley, Yorkshire Tea und andere britische Marken haben English Breakfast in Teebeutelform weltweit verbreitet. Für Teekenner gilt jedoch loser English Breakfast von spezialisierten Blenders als die überlegene Option.
Häufige Fragen zu English Breakfast (FAQ)
Was ist in einem English Breakfast Tee drin?
Typischerweise eine Mischung aus Assam, Ceylon und manchmal Kenia-Schwarztee. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Hersteller.
Wie viel Koffein enthält English Breakfast?
Relativ viel – einer der koffeinreicheren Tees. Pro Tasse ca. 40 bis 70 mg Koffein, abhängig von Stärke und Ziehzeit.
Ist Milch zuerst oder Tee zuerst in die Tasse richtig?
Traditionell Milch zuerst. In der Praxis macht es keinen wesentlichen Unterschied. Die Diskussion ist in England ein kulturelles Ritual.
Kann man English Breakfast ohne Milch trinken?
Ja, er schmeckt auch pur gut. Ohne Milch kommen die malzigen und würzigen Noten besser zur Geltung.
Was ist der Unterschied zwischen English und Irish Breakfast?
Irish Breakfast ist typischerweise noch kräftiger und malziger, mit einem höheren Assam-Anteil. English Breakfast ist etwas milder und ausgewogener.
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