Spaziergänger kennen die Goldrute oder das Goldrutenkraut (lat. Solidago) wohl in erster Linie als wunderbar gelber Farbtupfer an schönen Spätsommertagen. Diese Blumen, die häufig am Wegesrand wachsen, sind sprichwörtlich der letzte Gruß des Sommers, ehe der Herbst beginnt. Ihre kräftige Farbe leuchtet auch dann noch weit, wenn alle anderen Sommerblumen längst verblüht sind. Doch Kenner der Naturheilkunde wissen längst, dass die Goldrute wesentlich mehr zu bieten hat, als schöne goldgelbe Farbtupfer, die das Ende des Sommers anzeigen, nämlich dient die Goldrute als Heilpflanze.

Inhaltsstoffe

Die Goldrute gehört zur Familie der Korbblütler. Neben Bitter- und Gerbstoffen, fallen bei der Liste der Inhaltsstoffe vor allem die ätherischen Öle recht schnell ins Auge. Saponin und Inulin sind allerdings nicht weniger wertvoll, welche die breiten Anwendungsgebiete erklären. Dieser komplette Wirkstoff-Cocktail macht die Goldrute extrem harntreibend, weshalb sie ganz besonders gerne immer dann eingesetzt wird, wenn es um Erkrankungen rund um die Nieren oder die Blase geht, insbesondere der Harnwege geht. Dank einer gleichzeitigen Entzündungshemmung, werden so beispielsweise Symptome einer Blasenentzündungen nicht nur kuriert, einer erneuten Erkrankung der Harnwege wird auch noch vorgebeugt. Aufgrund der enthaltenen Wirkstoffe in der Goldrute, wird das Kraut seit langer zeit in der Naturheilkunde und Medizin eingesetzt. Goldrutenkraut ist nur eine unter vielen Heilpflanzen, die sich über die Jahre bewährt haben. Während einer Schwangerschaft ist es ratsam einen Arzt oder Apotheker vor dem Konsum zu kontaktieren, obwohl bisher keine Fälle bekannt sind, bei denen Probleme aufgetreten sind. Der harntreibende Effekt ist so stark, dass sogar Nierengries, oder ganze Nierensteine beseitigt werden können. Auch auf Wassersucht wird so positiv Einfluss genommen. menschen, Die an Diabetes dagegen profitieren in erster Linie von der blutreinigenden Wirkung. Ebenso die Gichtpatienten.

Anbaugebiete

Es gibt Goldruten-Arten, die vor allem in Nord- und Südamerika beheimatet sind, andere dagegen stammen aus Asien. Es gibt allerdings auch europäische Goldrute. Sie liebt es auf sauren Böden ebenso, wie in sehr kalkhaltigem Untergrund. Häufig findet man sie auf Waldwiesen, Lichtungen, auf Schotter oder auch einfach am Wegesrand. Als mehrjährige Pflanze kann sie bis zu einem Meter hoch werden und spätestens ab Ende Juli oder allerspätestens Anfang August beginnt sie zu blühen. Dabei sind viele kleine gelbe Blüten am oberen Ende der Pflanze aufgereiht. Aus einiger Entfernung sieht es tatsächlich so aus, als würde im Sonnenlicht eine Rute golden schimmern.

Herstellung

Für den Goldruten-Tee werden die blühenden Pflanzenteile gesammelt, am besten im Zeitraum zwischen Juli und Oktober. Sobald sich die ersten Blüten zeigen, kann man mit der Ernte beginnen, spätestens beim Abblühen, sollte man allerdings auch wieder damit aufhören. Diese Blütenstände werden dann sorgfältig getrocknet, anschließend zerkleinert und bis zum Bedarf idealer Weise in einem Baumwollsack aufbewahrt. Jetzt einfach nur noch mit heißem Wasser übergießen und schon ist der Tee fertig. Man kann die Blüten der Goldrute allerdings auch zerstampfen, so lange sie noch frisch sind. So direkt auf Insektenstiche gelegt, schaffen sie schnell Linderung. In einigen Gegenden Europas findet sich mittlerweile die kanadische Goldrute sogar häufiger, als die ursprünglich bei uns beheimatete. Sie sieht zwar etwas anders aus, ist aber, was die Inhaltsstoffe betrifft, nahezu identisch und kann deshalb genauso genutzt werden.

Fazit

Es gibt vieles am Wegrand, was wir kaum wahrnehmen. Vor allem Heilpflanzen bleiben oft unerkannt in ihrer Wirkung. Im Falle der Goldrute lohnt sich allerdings durchaus ein Blick zur Seite. Gerade Frauen leiden, sobald sie einmal die leidvolle Erfahrung machen mussten, recht schnell wieder unter einer Blasenentzündung. Bei einem Spätsommer-Spaziergang kann man so schnell für Abhilfe sorgen. Zusammen mit etwas Sport bzw. Fitness und der richtigen Ernährung sollte die nächste Erkrankung ausbleiben. Bildnachweis: Goldruten Tee ©Thinkstock: iStockphoto

Herkunft und Geschichte

Goldruten Tee hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde. Bereits in der Antike wussten Heiler um die besonderen Eigenschaften dieser Pflanze. In vielen Kulturen weltweit wird Goldruten Tee seit Jahrhunderten als Heilmittel und Genussmittel geschätzt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus gemäßigten Klimazonen und wird heute in zahlreichen Ländern kultiviert.

Die Geschichte des Kräutertees reicht weit zurück. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer nutzten Kräuteraufgüsse zu therapeutischen Zwecken. Im Mittelalter waren es vor allem Klostergärten, in denen Heilkräuter systematisch angebaut und ihre Wirkungen dokumentiert wurden. Hildegard von Bingen und Paracelsus gehören zu den bekanntesten Vertretern der Kräuterheilkunde jener Zeit.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe von Goldruten Tee sind vielfältig und wissenschaftlich gut erforscht. Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe bilden das komplexe Wirkstoffprofil dieser Teepflanze. Diese sekundären Pflanzenstoffe entfalten ihre Wirkung sowohl einzeln als auch in Kombination miteinander — man spricht hier vom sogenannten Entourage-Effekt.

Flavonoide sind besonders wertvolle Antioxidantien, die freie Radikale im Körper neutralisieren können. Gerbstoffe (Tannine) wirken zusammenziehend auf die Schleimhäute und können bei Magen-Darm-Beschwerden lindernd wirken. Die ätherischen Öle tragen nicht nur zum charakteristischen Aroma bei, sondern besitzen auch antimikrobielle Eigenschaften.

Zubereitung und Dosierung

Für die optimale Zubereitung von Goldruten Tee empfiehlt sich frisches, weiches Wasser, das auf etwa 100 °C erhitzt wird. Pro Tasse (250 ml) verwenden Sie einen gehäuften Teelöffel getrockneter Kräuter oder einen Esslöffel frischer Kräuter. Die ideale Ziehzeit beträgt zwischen fünf und zehn Minuten — je nach gewünschter Intensität.

Ein häufiger Fehler bei der Zubereitung von Kräutertee ist eine zu kurze Ziehzeit. Im Gegensatz zu grünem oder schwarzem Tee sollten Kräutertees ausreichend lange ziehen, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe vollständig lösen können. Decken Sie die Tasse während des Ziehens ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen.

Kräutertees können sowohl heiß als auch kalt genossen werden. Als Eistee-Variante bereiten Sie den Aufguss doppelt so stark zu und gießen ihn über Eiswürfel. So erhalten Sie ein erfrischendes und gesundes Sommergetränk.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Goldruten steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.