Eigentlich brauchen wir wirklich keine weiteren Gründe um Grünen Tee zu trinken. Mal abgesehen davon, dass er lecker schmeckt und dank seiner zahlreichen verschiedenster Sorten selbst den eingefleischtesten Teefans immer wieder neue Aspekte bieten kann, hat sich auch längt herum gesprochen, dass Grüner Tee sehr gesund ist. Wir können also nicht nur ausnahmsweise völlig ohne Reue und schlechtes Gewissen genießen, wir tun uns und unserer Gesundheit damit sogar noch etwas Gutes. Überzeugt sind wir also schon längst, vom Grünen Tee und seiner positiven Wirkung. Doch die neuen Meldungen darüber, wie sehr diese Teeart unsere Gesundheit beeinflusst und verbessert, reißen nicht ab. Schließlich ist noch längst nicht alles, was dem Grünen Tee so nachgesagt wird, auch wissenschaftlich bewiesen. Auch hierzulande arbeiten täglich Forscherteams an Kliniken und Universitäten daran, dem Grünen Tee und seinem Effekt auf den menschlichen Organismus auf den Zahn zu fühlen. So wurde kürzlich an der Universität Heidelberg eine einjährige Studie zum Thema Grüner Tee bei Amyloidose fertiggestellt. Das Besondere daran war, dass es diesmal nicht einfach nur darum ging, festzustellen, was Grüner Tee beispielsweise an unseren Blutwerten alles verändert. Die Studienteilnehmer waren alles Patienten, die bereits an einer ernsthaften Erkrankung, nämlich einer Amyloidose, litten. Bemerkbar macht sich so eine Amyloidose in erster Linie durch krankhafte Eiweißablagerungen in den Organen. Diese führen irgendwann zu einer Leistungsbeeinträchtigung, was schließlich ein Organversagen und somit den Tod zur Folge haben kann. Sehr stark betroffen ist meist auch das Herz. Die Eiweißablagerungen sind Ursache für eine Verdickung der Herzwand, diese wiederum hindert das Herz sehr schnell daran ordentlich zu schlagen, es wird regelrecht steif. Das Blut wird nicht mehr ausreichend durch den Körper gepumpt, was zusätzlich schwächt, ehe das Herz ganz aufhört zu schlagen. In der Regel müssen die betroffenen Patienten Chemotherapien über sich ergehen lassen und mit Kortison behandelt werden. In Heidelberg wurde nun untersucht, ob und welchen Einfluss Grüner Tee auf den Krankheitsverlauf hat. Um möglichst viele Katechine im Tee zu lösen, mussten die 14 Studienteilnehmer ihren Grünen Tee mit 100°C heißem Wasser aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen. Ein Jahr lang sollten sie täglich 2 Liter davon trinken. Als Alternative gab es auch die Möglichkeit, direkt Kapseln mit Grüntee-Extrakt zu schlucken. Die aufgenommene Menge an Katechinen war dabei immer identisch, egal, ob nun Kapseln oder Tee. Dass sich nach einem Jahr sowohl die Blutfett-, als auch die Blutzuckerwerte der Patienten verbessert hatten, war zu erwarten. Viel spannender war allerdings die Frage, nach dem Effekt auf die Auswirkungen der Amyloidose. Und da waren selbst die Optimisten unter den Medizinern und Patienten überrascht. Die Herzwandverdickung wurde durch die Katechine des Grünen Tees nicht nur gestoppt, sie begann sogar sich wieder zurück zu bilden.

Fazit

Dieses phänomenale Ergebnis will das Heidelberger Team so bald wie möglich mit weiteren Studien absichern und noch intensiver beleuchten. Amyloidas-Patienten kann man aber schon jetzt empfehlen, täglich Grünen Tee zu trinken. Zwei Liter und das auch noch Tag für Tag ist ohne Zweifel eine enorme Menge. Man darf nicht vergessen, dass Grüner Tee auch Teen bzw. Koffein enthält. Wer es nicht schafft, am Tag so viel zu trinken, oder wer, verständlicher Weise, ab und zu auch nochmal was anderes trinken möchte, als immer nur Grünen Tee, der kann jederzeit auf die Kapseln mit Grüntee-Extrakt zurück greifen. Oder man wählt eine Sorte, die besonders reich an Katechinen ist, wie etwa Matcha oder Sencha aus Japan oder China. Sicher darf man sich selbst von Grünem Tee keine Wunder erwarten und eine Erkrankung wie Amyloidose ist viel zu ernst, als das man sie mit „einfach ein bisschen Tee trinken“ abtun sollte. Ohne regelmäßige Kontrollen beim Arzt ist das Risiko daran zu sterben viel zu hoch. Dennoch kommt es auf einen Versuch an, ob man mit Hilfe des Tees das Fortschreiten der Eiweißablagerungen und damit der Erkrankung nicht stoppen kann. Sicherlich sind eine gesunde Ernährung und Sport ein weiterer Baustein, um sich gesund zu halten und Krankheiten zu umgehen. Bildnachweis: Grüntee ©Thinkstock: iStockphoto

Wissenschaftlicher Hintergrund

Grüner Tee und Amyloidose — die Beziehung zwischen Tee und Gesundheit ist eines der am intensivsten erforschten Gebiete der Ernährungswissenschaft. Tausende von Studien weltweit untersuchen die Wirkungen verschiedener Teeinhaltsstoffe auf den menschlichen Körper. Dabei zeigt sich immer deutlicher, dass regelmäßiger Teegenuss Teil einer gesunden Lebensweise sein kann.

Es ist jedoch wichtig, zwischen nachgewiesenen Effekten und übertriebenen Gesundheitsversprechen zu unterscheiden. Tee ist kein Wundermittel und kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und ärztliche Versorgung. Er kann aber einen wertvollen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit und zum Wohlbefinden leisten.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die gesundheitlich relevanten Inhaltsstoffe des Tees lassen sich in mehrere Gruppen einteilen. Polyphenole — darunter Catechine, Theaflavine und Flavonole — sind die wichtigste Gruppe. Sie wirken als Antioxidantien und können oxidativen Stress im Körper reduzieren, der mit zahlreichen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

L-Theanin, eine Aminosäure, die fast ausschließlich in der Teepflanze vorkommt, hat eine beruhigende Wirkung, ohne müde zu machen. In Kombination mit Koffein fördert es einen Zustand entspannter Wachheit. Darüber hinaus enthält Tee Mineralstoffe wie Fluorid (für die Zahngesundheit), Mangan (für den Knochenstoffwechsel) und Kalium (für die Herzfunktion).

Studien und Forschungsergebnisse

Epidemiologische Studien aus Asien zeigen konsistente Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Teekonsum und verschiedenen Gesundheitsparametern. Eine große japanische Studie mit über 40.000 Teilnehmern beobachtete, dass Personen, die mindestens fünf Tassen grünen Tee pro Tag tranken, ein deutlich reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen.

Allerdings ist bei der Interpretation solcher Studien Vorsicht geboten. Korrelation bedeutet nicht Kausalität — Teetrinker pflegen möglicherweise insgesamt einen gesünderen Lebensstil. Randomisierte kontrollierte Studien liefern belastbarere Ergebnisse, sind aber aufgrund der langen Studiendauer und der Kosten seltener.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Grüner Amyloidose steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.