Sushi ist in und erlebt bereits seit Jahren seinen ganz eigenen Boom. Längst ist Sushi hierzulande nicht mehr nur ein Essen für reiche Snobs, die einen auf weltgewandt und Trendsetter machen wollen. In jeder größeren Stadt gibt es Sushi-Bars, ständig kommen neue hinzu und selbst in Supermärkten, ja sogar bei Discountern findet man extrem günstiges Tiefkühl-Sushi. Dessen Qualität und Geschmack sind durchaus streitbar, seine Abnehmer findet es dennoch. Dabei ist Sushi zu essen immer auch eine Vertrauensfrage. Schließlich handelt es sich um rohen Fisch und wenn dabei bei der Zubereitung nicht höchste hygienische Standards eingehalten werden, wird jeder Kunde den Genuss schnell bereuen. Bekanntermaßen wirkt grüner Tee antibakteriell und kann, gemeinsam mit dem Sushi genossen, das schlimmste verhindern. Doch es kommt noch ein weit wichtigerer Aspekt ins Spiel.

Sushi und die Folgen der zunehmenden Vergiftung der Meere

Abgesehen von der Tatsache, dass der Fisch roh serviert wird, sieht sich die wachsende Sushi-Fangemeinde noch einem ganz anderen Problem gegenüber. In der Regel werden große Fische wie Thunfisch und Lachs verwendet. Diese stehen in unseren Meeren ziemlich weit hinten in der Nahrungskette und dies ist der Grund, warum sich in ihnen zunehmend größere Mengen an Giften und Schadstoffen finden. Ihr Lebensraum wird mehr und mehr damit verunreinigt, bereits die Pflanzen nehmen sie auf. Mit ihnen die kleinsten Lebewesen, damit wiederum die nächst größeren Meeresbewohner und so weiter. Bis hin zur Stufe von Thunfisch und Lachs kommen so erhebliche Konzentrationen zustande, die auf Dauer durchaus auch den menschlichen Organismus schädigen können. Ganz besonders Quecksilber stellt ein ernstzunehmendes Problem dar. Es wirkt bereits in kleinsten Mengen giftig und schädigt irreversibel unsere sämtlichen Organe, allen voran das Gehirn. Und dabei spielt es keine Rolle, ob der Fisch roh oder gekocht verzehrt wird.

Der gute Instinkt der Japaner

In Japan, der ursprünglichen Heimat des Sushis, ist es üblich, zu diesen Mahlzeiten grünen Tee zu trinken. Auf den ersten Blick scheint dies nichts ungewöhnliches, schließlich wird dort grüner Tee quasi immer und überall getrunken. Doch im Falle des Sushis kommt dem grünen Tee noch eine viel bedeutendere, bisher kaum vermutete Rolle, zu. Der Purdue University in West Lafayette, Indiana, gelang es kürzlich, einige Substanzen nachzuweisen, die bei gleichzeitiger Aufnahme mit Schadstoffen und Giften, deren Aufnahme aus dem Verdauungstrakt hemmen. Dabei konnten die US-Wissenschaftler eindeutig belegen, dass Ballaststoffe, aber eben auch Polyphenol-reiche Lebensmittel die resorbierbare Menge an Quecksilber aus Fischen deutlich reduzieren können. Besonders hohe Konzentrationen an Polyphenol enthalten grüner und schwarzer Tee, aber auch Oolong. Und selbst mit einem leckeren Matcha-Eis als Nachtisch, tut man noch etwas Positives für seine Gesundheit. Ob Gyokuro, Sencha, Bancha oder andere Sorten, alle haben eine positive Wirkung. Die Wirkung der Catechine im grünen Tee war vielen schon bekannt. Aber das man durch so eine Kombination Krankheiten vorbeugen kann, wird den meisten wohl neu sein.

Fazit

Die zunehmende Verschmutzung unserer Umwelt und somit auch unserer Meere ist ein bekanntes und ernst zu nehmendes Problem und wir müssen uns mehr und mehr mit den Konsequenzen auseinandersetzten. Panik wäre dennoch nicht angebracht und auch der rigorose Verzicht auf Fisch wäre sicher eine übertriebene Reaktion. Nichts desto trotz ist es niemals verkehrt, darauf zu achten, dass der Körper möglichst wenig Gifte und Schadstoffe aufnimmt. Gerade Quecksilber gehört zu den gefährlichsten Substanzen, vor denen wir uns ganz besonders in Acht nehmen sollten. Sicher ist die Quecksilber-Konzentration in Thunfisch und Lachs nicht der Grund, warum ganz Japan scheinbar schon seit Ewigkeiten grünen Tee zu Sushi trinkt. Dennoch erweist sich diese Tradition nun als besonders sinnvoll und gut für unsere Gesundheit. Grund genug auch hierzulande diese Gewohnheit zu übernehmen und künftig unser Sushi mit grünem Tee zu genießen. So wird diese leckere Mahlzeit nicht nur ein Stück "echter", sie wird auch noch um einiges gesünder. So müssen wir uns nicht entscheiden, zwischen lecker oder gesund. In diesem Fall ist beides möglich. Legen wir dann noch Wert auf einen Tee von guter Qualität, umso besser. Bildnachweis: Grüner Tee und Sushi © Ruslan Olinchuk - Fotolia.com

Hintergrund und Kontext

Grüner Tee und Sushi - eine Kombination, die's in sich hat! — dieses Thema verdient eine genauere Betrachtung, denn es berührt wichtige Aspekte des Teegenusses, über die viele Teetrinker nur wenig wissen. Ob Anfänger oder erfahrener Teekenner: Hintergrundwissen bereichert das Teeerlebnis und hilft, bessere Entscheidungen beim Kauf und bei der Zubereitung zu treffen.

Die Welt des Tees ist komplex und vielschichtig. Von der Botanik der Teepflanze Camellia sinensis über die unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden bis hin zu den kulturellen Traditionen rund um den Globus gibt es immer Neues zu entdecken. Fundiertes Wissen über Tee schärft die Sinne und vertieft den Genuss.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Wissenschaftliche Forschung hat in den letzten Jahrzehnten vieles bestätigt, was die traditionelle Teekunde seit Jahrhunderten lehrt. Moderne Analysemethoden ermöglichen es, die komplexe Chemie des Tees besser zu verstehen: Über 700 verschiedene Aromaverbindungen wurden bislang in Tee identifiziert — mehr als in den meisten anderen Lebensmitteln.

Die Teepflanze Camellia sinensis produziert eine Vielzahl bioaktiver Substanzen: Polyphenole, Aminosäuren, Koffein, Vitamine und Mineralstoffe. Das Zusammenspiel dieser Inhaltsstoffe bestimmt nicht nur den Geschmack, sondern auch die physiologischen Wirkungen des Tees. Die Forschung auf diesem Gebiet ist dynamisch und bringt regelmäßig neue Erkenntnisse hervor.

Praktische Anwendung

Theorie ist wichtig, aber letztendlich zählt die praktische Umsetzung. Hier sind einige bewährte Grundregeln, die für nahezu alle Teesorten gelten: Verwenden Sie stets frisches, gefiltertes Wasser — Kalk und Chlor können den Geschmack erheblich beeinträchtigen. Die Wasserqualität macht einen deutlich größeren Unterschied als viele Teetrinker vermuten.

Investieren Sie in eine gute Teekanne aus Porzellan, Glas oder Gusseisen. Jedes Material hat seine Vorzüge: Porzellan ist neutral und eignet sich für alle Teesorten, Glas ermöglicht die optische Bewertung des Aufgusses, und Gusseisen hält die Temperatur besonders lange. Vermeiden Sie Plastik, da es Geschmacksstoffe aufnehmen und abgeben kann.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Grüner Sushi Kombination steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.