Sommer und Grillen gehören für viele genauso selbstverständlich zusammen, wie für andere vielleicht Tomaten und Mozzarella. Beides geht auch ohne den anderen, aber erst in der Kombination macht es richtig Sinn und wird unübertroffen gut. Kaum also steigen langsam die Temperaturen, holen die ersten Fans ihre Grills wieder auf die Terrasse. Und spätestens bei strahlend blauem Himmel wird zusätzlich zu den Sonnenstrahlen noch mit Holzkohle oder Gas eingeheizt. Und selbstverständlich ist jeder davon überzeugt, dass kein Fleisch der Welt so gut schmeckt, wie das, das über offenem Feuer zubereitet wurde. Doch so lecker gegrilltes auch schmeckt, völlig unumstritten ist es nicht. Ganz im Gegenteil. Regelmäßig tauchen in der Presse immer wieder Meldungen darüber auf, wie beim Grillen schädliche Substanzen, sogenannte heterocyclische aromatische Amine, im Grillgut entstehen, die letzten Endes sogar Krebs auslösen können. Vor allem das Fett gerät dabei immer wieder in Verruf, ganz besonders, wenn es nicht durch Schalen oder ähnliches aufgefangen wird, sondern direkt auf die Glut tropfen kann. Doch was also tun, wenn man weder auf das Grillen verzichten möchte, noch dabei ein enormes gesundheitliches Risiko eingehen möchte? Die Universität Portugal hat durch eine Studie die Lösung für dieses Problem gefunden. Bekanntermaßen können nämlich Catechine selbst bei großer und länger dauernder Hitze die Bildung dieser gefährlichen heterocyclischen aromatischen Amine unterbinden. So kamen die Wissenschaftler auf die Idee mit Grüntee zu experimentieren. sie wählten, sinnvoller Weise, besonders Catechinreiche Grüntees, und gossen lediglich ein Gramm davon mit 125ml Wasser auf. In dieser Marinade wurde das Fleisch unterschiedlich lange eingelegt und anschließend in einer heißen Pfanne ganz scharf angebraten. Und tatsächlich konnten mit den üblichen chemischen Analysemethoden umso weniger krebserregende Substanzen nachgewiesen werden, je länger das Fleisch in der Grüntee-Marinade gelegen hatte. Teefans und vor allem die Grüntee-Liebhaber mag diese Nachricht sicher freuen. Doch selbst in diesem Kreis eingefleischter Teetrinker dürften einige erst einmal etwas skeptisch reagieren. Wie wohl so ein Steak schmeckt, wenn es mit Grüntee mariniert wurde? Die einfache Antwort: wenn man die Marinade beim Grillen nicht am Fleisch lässt, ganz normal, wie sonst auch ohne. Selbst wenn das Fleisch über mehrere Stunden hinweg in der Marinade eingelegt war, reicht das eine Gramm Tee wohl sicher aus, um unsere Gesundheit zu schützen, ist aber dennoch zu gering, um seinen Geschmack ans Fleisch abzugeben. Das soll nun aber keinesfalls die Experimentierfreudigkeit der Grüntee- und Grillfans unterbinden. Ganz im Gegenteil, man kann gerne auch ganz bewusst etwas mehr grünen Tee einsetzten, bzw. die Marinade so variieren, dass sie quasi mitgegrillt wird. Grünen Tee nicht nur zu trinken, sondern mit ihm auch zu kochen und ihn ganz gezielt als Gewürz einzusetzen ist längt ein Trend, der immer umfangreicher wird. So weiß man inzwischen auch, dass grüner Tee ausgezeichnet mit Thymian und Rosmarin harmoniert und beides sind auch Kräuter, die gerne beim Grillen verwendet werden und bei dieser Zubereitungsart sowohl bei Fleisch, als auch bei Fisch und Gemüse ein köstliche Aroma entfalten.

Fazit

Grillen ist nicht umsonst so beliebt. Schließlich schmeckt es einfach lecker und die Zeiten, in denen im Sommer Wochenende für Wochenende ausschließlich Bratwürste und die immer selben Steaks auf den Rost kamen, sind längst vorbei. Die Grillmeister hierzulande, völlig egal, ob Profi oder Hobby-Bruzzler, lassen ihrer Fantasie freien Lauf und probieren stets Neues aus. Umso besser, wenn man nun mit grünem Tee nicht nur dazu beiträgt, dass man seine Grillabende wegen dem verminderten Krebsrisiko wirklich unbeschwert genießen kann und dabei fast schon nebenbei noch neue Rezepte entwickelt und seine Geschmacksnerven überrascht. Welche Teesorte man nimmt bleibt jedem selbst überlassen. Ob Sencha, Gyokuro, Bancha oder andere. Statt der Ziehzeit sollte jetzt auf die richtige Dosierung geachtet werden. Und wenn das Wunder dann vollbracht ist, lässt man sich die gesunde Mahlzeit schmecken. Bildquelle: Group Of Friends Having Outdoor Barbeque At Home/Monkey Business/fotolia.com

Hintergrund und Geschichte

Grüner Tee - funktioniert sogar beim Grillen — dieses Thema gehört zu den vielfältigen Aspekten der Teewelt, die es zu entdecken gibt. Tee ist weit mehr als ein alltägliches Getränk: Er verbindet Tradition und Moderne, Wissenschaft und Kultur, Genuss und Gesundheit in einzigartiger Weise.

Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Facetten des Tees bereichert nicht nur das Wissen, sondern vertieft auch den Genuss. Wer versteht, was in seiner Tasse steckt, trinkt bewusster und genussvoller. In diesem Sinne laden wir Sie ein, sich mit uns auf eine Entdeckungsreise durch die Welt des Tees zu begeben.

Eigenschaften und Besonderheiten

Jede Teesorte und jede Zubereitungsart hat ihre eigenen charakteristischen Eigenschaften. Diese reichen von offensichtlichen Merkmalen wie Farbe, Geschmack und Aroma bis hin zu subtileren Aspekten wie Mundgefühl, Nachhall und Vielschichtigkeit. Ein geschulter Gaumen kann hunderte verschiedener Nuancen unterscheiden.

Die Qualität von Tee wird durch zahlreiche Faktoren bestimmt: Anbaugebiet, Höhenlage, Klima, Bodenbeschaffenheit, Pflückstandard, Verarbeitung und Lagerung. All diese Faktoren ergeben zusammen das einzigartige Profil eines Tees — ähnlich dem Terroir-Konzept beim Wein. Hochwertiger Tee erzählt eine Geschichte von seinem Ursprungsort.

Zubereitung und Genuss

Die richtige Zubereitung ist der Schlüssel zum perfekten Teegenuss. Grundsätzlich gilt: Verwenden Sie frisches, weiches Wasser und achten Sie auf die richtige Temperatur und Ziehzeit. Diese Parameter variieren je nach Teesorte erheblich und haben einen enormen Einfluss auf das Geschmacksergebnis.

Ein guter Tee verdient auch das passende Geschirr. Porzellan, Glas und Keramik sind die besten Materialien für Teekannen und Tassen. Vorwärmen der Kanne verbessert die Temperaturstabilität beim Aufguss. Und vergessen Sie nicht: Tee trinken sollte Freude bereiten — experimentieren Sie mit verschiedenen Zubereitungsmethoden und finden Sie Ihren persönlichen Favoriten.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Grüner funktioniert sogar steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.