Der Hōjicha auch als Hojicha Tee bekannt ist einer Teesorte, die unter den grüntees garantiert eine absolute Sonderstellung einnimmt. Wie eine Großzahl dieser Teeart auch, so stammt Hōjicha Tee ebenfalls aus Japan. Mit etwa 80 Jahren hat er auch noch eine sehr junge Geschichte, ein Kaufmann aus Kyoto kam auf die Idee, grünen Tee zu rösten. Dies führte dazu, dass Hōjicha zumindest in Teilen anders hergestellt wird, als andere Grünteesorten, dass die Blätter mit ihrer braunen Farbe mehr an Schwarztee erinnern und dass Hōjicha sich mit seinem auffallend milden und auch malzigen Geschmack deutlich von anderen grünen Tees abhebt. Trotz all dieser Unterschiede ist er aber dennoch zu den grünen Tees zu zählen.

Inhaltsstoffe

Hōjicha hebt sich, was die Inhaltsstoffe betrifft, vor allem durch seinen äußerst geringen Gehalt an Koffein, von anderen Sorten ab. Deshalb kann dieser Tee auch spät abends noch ohne Probleme getrunken werden und auch Menschen mit Magenproblemen können ohne weiteres größere Mengen davon trinken, da ihn die geringe Konzentration an Koffein sehr bekömmlich macht. Ansonsten gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Auch bei Hōjicha profitiert man also von Pflanzenstoffen, die sowohl Immun-, als auch Verdauungssystem stärken.

Anbaugebiete

Wie viele der anderen Grünteesorten auch, spielt Hōjicha eigentlich nur in Japan eine Rolle. Da er in Kyoto erfunden wurde, wird er auch hauptsächlich in der Region um diese japanische Großstadt produziert. Als Ausgangsstoff wird häufig Bancha verwendet. Es gibt aber auch Hōjicha Tee, der etwa aus Sencha hergestellt wurde. Prinzipiell ist es also möglich, dass diese Besonderheit überall dort hergestellt wird, wo es auch anderen Grüntee gibt. Ob Oolong, Grüntee, Matcha oder andere Sorten, jeder dieser Sorten hat seinen eigenen charakteristischen Geschmack.

Herstellung

Ausgangsmaterial für den Hōjicha sind entweder Bancha- bzw. Sencha-Blätter, die von minderer Qualität sind und deshalb nach der Ernte aussortiert werden. Dies trifft beispielsweise auf besonders große Blätter zu. Aber auch die Teeblätter, zu einem sehr späten Zeitpunkt im Jahr geerntet werden, werden gerne zu Hōjicha weiterverarbeitet. Das Herstellungsverfahren ist zunächst mit dem anderer Grünteesorten identisch. Allerdings werden die Blätter für den Hōjicha nach dem Rollen bei recht hohen Temperaturen geröstet, bis sie eine gleichmäßige braune Farbe angenommen und ein leicht nussiges Aroma entwickelt haben.

Fazit

Dank seines verschwindend geringen Koffeingehalts eignet sich Hōjicha als perfektes Alltagsgetränk. Egal ob noch ein Säugling, oder bereits ein älterer Mensch, der seinen Magen schonen muss, Hōjicha kann bedenkenlos von allen getrunken werden, selbst abends. Aus diesem Grund wird Hōjicha meist in japanischen Restaurants serviert, im Sommer gerne auch extra gekühlt. Auch, wenn der Geschmack absolut nicht typisch ist für einen grünen Tee, mit Hōjicha zeigt diese Teeart einmal mehr, wie unbeschreiblich groß die Vielfalt und Möglichkeiten in Sachen Aroma und Geschmack sind. Bildnachweis: Hōjicha - © sahua d - Fotolia.com

Herkunft und Anbaugebiete

Hōjicha — grüner Tee gehört zu den ältesten und vielseitigsten Getränken der Welt. Seine Geschichte reicht über 5.000 Jahre zurück bis ins alte China, wo der Legende nach Kaiser Shen Nung die ersten Teeblätter zufällig entdeckte. Heute wird grüner Tee hauptsächlich in China, Japan, Korea und Indien angebaut.

Die wichtigsten Anbaugebiete für grünen Tee befinden sich in den Hochlandregionen Asiens. In China sind die Provinzen Zhejiang, Fujian und Anhui bekannt für ihre erstklassigen grünen Tees. Japan ist berühmt für Sorten wie Sencha, Gyokuro und Matcha, die in den Regionen Shizuoka, Kagoshima und Uji angebaut werden. Das Klima, der Boden und die Höhenlage spielen eine entscheidende Rolle für die Qualität und den Geschmack des Tees.

Herstellung und Verarbeitung

Der entscheidende Unterschied zwischen grünem und schwarzem Tee liegt in der Verarbeitung. Grüner Tee wird nach der Ernte durch Hitzeeinwirkung an der Oxidation gehindert — ein Prozess, den man als Fixierung bezeichnet. In China geschieht dies traditionell durch Rösten in großen Woks (Pfannen-Fixierung), während in Japan Dampf verwendet wird (Dampf-Fixierung).

Nach der Fixierung werden die Blätter gerollt, um die Zellstrukturen aufzubrechen und die spätere Geschmacksentfaltung beim Aufguss zu ermöglichen. Anschließend folgt eine schonende Trocknung. Die Art der Verarbeitung bestimmt maßgeblich das Geschmacksprofil: Japanische grüne Tees schmecken typischerweise frischer und grasiger, während chinesische Sorten oft nussige und blumige Noten aufweisen.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Grüner Tee ist ein wahres Kraftpaket an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Das Zusammenspiel von Catechinen (insbesondere EGCG), L-Theanin, Koffein, Vitaminen und Mineralstoffen macht ihn zu einem der am besten erforschten Lebensmittel weltweit. jicha enthält diese Wirkstoffe in konzentrierter Form.

L-Theanin ist eine Aminosäure, die fast ausschließlich in der Teepflanze vorkommt. Sie fördert die Bildung von Alpha-Gehirnwellen und sorgt für einen Zustand entspannter Aufmerksamkeit. In Kombination mit Koffein entsteht eine sanfte, langanhaltende Wachheit ohne die Nervosität, die Kaffee manchmal verursacht.

Die Catechine im grünen Tee, allen voran Epigallocatechingallat (EGCG), sind starke Antioxidantien. Sie können oxidativen Stress reduzieren und werden in der Forschung intensiv hinsichtlich ihrer potenziellen gesundheitlichen Vorteile untersucht.

Zubereitung: Wassertemperatur und Ziehzeit

Die richtige Zubereitung ist bei grünem Tee entscheidend. Zu heißes Wasser oder eine zu lange Ziehzeit können den Tee bitter und ungenießbar machen. Die optimale Wassertemperatur liegt je nach Sorte zwischen 60 und 80 °C. Als Faustregel gilt: Je hochwertiger der Tee, desto niedriger die Temperatur.

Verwenden Sie pro Tasse (200 ml) etwa 2 bis 3 Gramm Teeblätter. Die Ziehzeit beträgt für die meisten grünen Tees 1 bis 3 Minuten. Hochwertiger grüner Tee kann mehrfach aufgegossen werden — jeder Aufguss offenbart dabei neue Geschmacksnuancen. Der zweite und dritte Aufguss gelten bei vielen Teeliebhabern als die besten.

Tipp: Kochen Sie das Wasser auf und lassen Sie es anschließend auf die gewünschte Temperatur abkühlen. Alternativ können Sie einen Wasserkocher mit Temperaturregelung verwenden.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

jicha steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.