Für viele gehört der Schuss Milch ganz selbstverständlich in die Tasse Tee. So, wie manche ihren Kaffee nur mit Milch trinken, so geht es eben auch vielen anderen mit ihrem Tee. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine reine Geschmacksfrage. Doch die Befürworter der weißen Wolken in den Tassen berufen sich nicht nur auf den guten Geschmack, sondern auch auf gesundheitliche Vorteile. Das im Tee enthaltene Oxalat kann sich nämlich für uns durchaus negativ auf vorhandene Nierensteine oder deren Bildung auswirken. Zumindest bei Menschen, die bereits einmal unter diesen Beschwerden gelitten haben, bzw. zur Nierensteinbildung neigen. Doch es gibt auch einige Kritik an der Milch in den Reihen der Teetrinker. Von möglichen Intoleranzen gegenüber der Laktose oder auch gegen Kuhmilch- und sogar Sojaeiweiß abgesehen, wurde in einigen Studien immer wieder belegt, dass das Milcheiweiß die wertvollen Polyphenole des Tees bindet. Man ging bisher davon aus, dass diese Polyphenol-Eiweiß-Komplexe somit für den menschlichen Körper unverwertbar, sprich verloren wären. So verzichteten einige Teeliebhaber auf ihren geliebten Schuss Milch im Tee, weil sie die gesundheitliche Wirkung voll ausnutzen wollten. Einige gingen und gehen deshalb sogar so weit, dass sie aus Angst die gesundheitliche Wirkung des Tees zu reduzieren, komplett auf Milch im Tee verzichten. Dabei eröffnen sich mit Milch zahlreiche weitere Geschmacksnuancen. Schon ein kleines bisschen davon reicht aus, um das Aroma des Tees entscheidend zu beeinflussen. Experimentierfreudige können auch noch mit der Milchart selbst spielen und beispielsweise Soja-, Mandel- (Siehe auch Gebrannte Mandel Tee), oder Vanillemilch wählen. In vielen Tee-Kulturen ist die Zugabe von Milch völlig üblich, bei uns ist man merkwürdigerweise noch verhalten. Bleibt trotzdem die Frage, was wichtiger und schwerwiegender ist. Der gute Geschmack oder der größere gesundheitliche Effekt. Aber muss man wirklich immer einen Kompromiss zwischen Geschmack und Gesundheit eingehen? Ist fast automatisch alles, was lecker ist auch ungesund oder zumindest nicht mehr ganz so gesund? Im Falle des Tees ist es tatsächlich einmal anders. Neueste Studien sprechen nämlich die Milch nicht nur frei, sondern loben sie sogar. In Untersuchungen zur Wirksamkeit verschiedener Tees konnte belegt werden, dass diese Polyphenol-Eiweiß-Komplexe sehr wohl vom Körper aufgenommen werden. Dies passiert im Vergleich zum freien Polyphenol lediglich etwas zeitverzögert. Mehr noch, die Verbindung mit dem Milcheiweiß scheint dem Polyphenol die Passage durch die Darmwand zu erleichtern, so dass bei Tee mit Milch sogar insgesamt gesehen mehr Polyphenol aufgenommen wird, als ohne. Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob es sich um grünen, schwarzen oder Chai Tee handelt. Der Koffein- bzw. Teenin-Spiegel jedenfalls, bleibt unverändert. In der Zubereitung von Tee mit zusätzlichem Zucker übrigens, scheiden sich die Geister ebenso, wie bei dem Thema Milch im Tee.

Fazit

Die Verfechter von Milch im Tee, die ihren Tee, entgegen aller Behauptungen und Befürchtungen schon immer zumindest mit einem kleinen Schuss Milch getrunken haben, können sich also freuen. Sie haben schon immer alles richtig gemacht: sie haben auf ihren Bauch gehört und das gleich im doppelten Sinn. Sie haben die Milch in den Tee gegeben, weil er ihnen so einfach besser schmeckt und dabei fast nebenbei ihrem Körper doppelt Gutes getan. Selbstverständlich sollte man daraus jetzt nicht den Umkehrschluss ziehen und jeden Teetrinker zur Milch regelrecht verdonnern. Der Geschmack entscheidet schließlich mit. Sollte jemand Tee ausschließlich wegen des gesundheitlichen Aspekts trinken, dann ist es natürlich etwas effektiver, wenn man den Tee ab sofort mit einem Schuss Milch trinkt. Wem der Tee aber ohne Milch einfach besser schmeckt, der sollte es auch dabei belassen. Selbst die gesündesten Angewohnheiten nützen auf Dauer nichts, wenn man sie mit Widerwillen betreibt und deshalb schließlich irgendwann wieder aufgibt. Man sollte sich einfach freuen, dass man seinen Tee gerne jederzeit und ohne schlechtes Gewissen mit Milch trinken kann, sofern man dies möchte. Wer seinen Tee dagegen lieber ohne trinkt, braucht deshalb aber noch lange kein schlechtes Gewissen haben, oder gar befürchten, er könnte seinem Körper schaden. Und so mancher Tee-Trend lässt sich heute nicht mehr ohne Milch zubereiten. Es lohnt sich also hin und wieder was neues zu probieren oder es den Engländern mit ihrem Tea & Milk gleichzutun. Bildnachweis: Tee mit Milch ©Thinkstock: iStockphoto

Wissenschaftlicher Hintergrund

Milch im Tee ist lecker und gesund - oder doch nicht? — die Beziehung zwischen Tee und Gesundheit ist eines der am intensivsten erforschten Gebiete der Ernährungswissenschaft. Tausende von Studien weltweit untersuchen die Wirkungen verschiedener Teeinhaltsstoffe auf den menschlichen Körper. Dabei zeigt sich immer deutlicher, dass regelmäßiger Teegenuss Teil einer gesunden Lebensweise sein kann.

Es ist jedoch wichtig, zwischen nachgewiesenen Effekten und übertriebenen Gesundheitsversprechen zu unterscheiden. Tee ist kein Wundermittel und kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und ärztliche Versorgung. Er kann aber einen wertvollen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit und zum Wohlbefinden leisten.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die gesundheitlich relevanten Inhaltsstoffe des Tees lassen sich in mehrere Gruppen einteilen. Polyphenole — darunter Catechine, Theaflavine und Flavonole — sind die wichtigste Gruppe. Sie wirken als Antioxidantien und können oxidativen Stress im Körper reduzieren, der mit zahlreichen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

L-Theanin, eine Aminosäure, die fast ausschließlich in der Teepflanze vorkommt, hat eine beruhigende Wirkung, ohne müde zu machen. In Kombination mit Koffein fördert es einen Zustand entspannter Wachheit. Darüber hinaus enthält Tee Mineralstoffe wie Fluorid (für die Zahngesundheit), Mangan (für den Knochenstoffwechsel) und Kalium (für die Herzfunktion).

Studien und Forschungsergebnisse

Epidemiologische Studien aus Asien zeigen konsistente Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Teekonsum und verschiedenen Gesundheitsparametern. Eine große japanische Studie mit über 40.000 Teilnehmern beobachtete, dass Personen, die mindestens fünf Tassen grünen Tee pro Tag tranken, ein deutlich reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen.

Allerdings ist bei der Interpretation solcher Studien Vorsicht geboten. Korrelation bedeutet nicht Kausalität — Teetrinker pflegen möglicherweise insgesamt einen gesünderen Lebensstil. Randomisierte kontrollierte Studien liefern belastbarere Ergebnisse, sind aber aufgrund der langen Studiendauer und der Kosten seltener.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Milch lecker gesund steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.