Dieser Mythos über die Namensentstehung des Da Hong Pao, ist an dieser Stelle nicht der erste. Diese Variante handelt von einem jungen Mann, der auf dem Weg von seinem Heimatdorf war, um am kaiserlichen Hofe die Beamtenprüfung abzulegen. Im Gebiet des Wuyi-Gebirges, im Nordwesten der Provinz Fujian, erkrankte er jedoch so schwer, dass er in einem Kloster um Hilfe ersuchte. Man nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und selbstverständlich bekam er auch Tee zu trinken. Als es ihm wieder besser ging, konnte er seinen Weg fortsetzen. Er schaffte es nicht nur rechtzeitig zu der Beamtenprüfung, er bestand sie auch, sogar als Prüfungsbester. Jahre später, inzwischen als hoher Beamter, kam er in das Kloster zurück. Er erkundigte sich nach dem Tee, der ihm so geholfen und dem er so viel zu verdanken hatte. Sein Interesse war so groß, dass er sich sogar die Teesträucher zeigen ließ. Voller Ehrfurcht nahm er schließlich seinen roten Mantel ab, der ihn als hohen Beamten kennzeichnete und legte ihn als Zeichen seiner Dankbarkeit dem Teestrauch um. Ab da trug der Tee den Namen Da Hong Pao: "große rote Robe".

Legende oder Wahrheit?

Da dies hier bereit der dritte Mythos zum Namen Da Hong Pao ist, erübrigt sich die Frage nach der Wahrheit schon fast. Alle drei Geschichten sind komplett verschieden, mal geht es um eine Frau, die einen alten Mann vor dem Hungerstod rettet, mal wird die schwer kranke Kaiserin wieder gesund und diesmal übersteht ein junger Mann seine Krankheit und wird Bester bei der Beamtenprüfung. Die Krankheiten von Kaiserin und jungem Mann sind die einzigen Gemeinsamkeiten und reichen sicher nicht aus, um einen gemeinsamen Ursprung zu rechtfertigen. Selbst mit all den Abwandlungen und Ausschmückungen, die beim Weitererzählen von Sagen und Legenden im Laufe der Jahre und Jahrhunderte nun einmal vorkommen, kann man keinesfalls behaupten, dass diese Geschichten den gleichen Ursprung haben und sich nur unterschiedlich entwickelten. Es ist wohl eher so gewesen, dass die roten Blätter dieses Teestrauchs die Menschen von jeher fasziniert haben. Diese Sorte fällt sicher auf und es mag wohl auch ein ganz besonderer Anblick sein, wenn im einfallenden Sonnenlicht in den sonst so grünen Teegärten ein roter Schimmer auftaucht. Menschen, die für Mystik und die Kräfte der Natur empfänglich sind, fühlen sich dabei sicher angeregt und inspiriert, zu überlegen, warum dieser Tee so etwas Besonderes ist, woher diese Färbung kommt. So wäre es jedenfalls nachvollziehbar, weshalb es so viele verschiedene Geschichten, zu ein und dem gleichen Thema gibt. Und weshalb keine wirklich zu absolut 100 Prozent unglaubwürdig scheint.

Fazit

Selbst, wenn keiner dieser Teemythen wahr ist, wenn sie alle zum großen Teil in das Reich der Märchen gehören, so macht es doch Spaß, sie zu hören oder zu lesen. Nicht ohne Grund, sind diese Legenden bis heute überliefert und werden immer noch aufgeschrieben und weitergegeben. Zu einer guten Tasse Tee gehören manchmal eben auch einfach ein paar gute Geschichten.   Bildnachweis: Noch mehr Da Hong Pao © Andre - Fotolia.com

Historischer Hintergrund

Die Geschichte rund um mehr Hong Pao ist eng mit der jahrtausendealten Kulturgeschichte des Tees verwoben. Tee ist mehr als nur ein Getränk — er ist ein Spiegel der Gesellschaften, die ihn kultiviert haben. Von den Nebelbergen Chinas über die Tempelgärten Japans bis zu den kolonialen Teeplantagen Indiens hat jede Epoche ihre eigenen Geschichten hervorgebracht.

Viele der heute bekannten Tee-Mythen haben ihren Ursprung in mündlichen Überlieferungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Sie verbinden historische Fakten mit symbolischen Elementen und bieten so einen einzigartigen Einblick in die Denkweise und Werte vergangener Kulturen.

Die Legende im Detail

Diese Erzählung gehört zu den faszinierendsten Geschichten der Teekultur. Wie bei vielen Legenden gibt es verschiedene Versionen, die je nach Region und Erzähltradition variieren. Allen gemeinsam ist die tiefe Wertschätzung für den Tee als Geschenk der Natur und als Bindeglied zwischen Menschen und ihrer Umwelt.

Legenden wie diese erinnern uns daran, dass Tee seit jeher mehr war als ein einfaches Getränk. Er diente als Medium für Meditation, als Zeichen der Gastfreundschaft und als Katalysator für philosophische Gespräche. In vielen asiatischen Kulturen gilt der Tee als Brücke zwischen der materiellen und der spirituellen Welt.

Kulturelle Bedeutung

Die kulturelle Bedeutung von Tee lässt sich kaum überschätzen. In China symbolisiert er Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille — die vier Grundpfeiler der Teezeremonie nach dem Philosophen Lu Yu. In Japan wurde die Teezeremonie (Chado, „Weg des Tees") zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die buddhistische Prinzipien verkörpert.

In Großbritannien wurde der Nachmittagstee zu einem gesellschaftlichen Ritual, das Klassen überbrückte. In Marokko ist die aufwendige Zubereitung des Minztees ein Akt der Gastfreundschaft. In Russland steht der Samowar für Gemeinschaft und Wärme. Jede Kultur hat ihre eigene Beziehung zum Tee entwickelt, und Geschichten wie diese sind Ausdruck dieser vielschichtigen Verbindung.

Tee in Geschichten und Literatur

Tee hat in der Literatur und Kunst über die Jahrhunderte tiefe Spuren hinterlassen. Von den Gedichten der Tang-Dynastie über die britische Literatur des 19. Jahrhunderts bis hin zu modernen Romanen — die Teetasse ist ein wiederkehrendes Symbol für Zivilisation, Kontemplation und menschliche Verbindung.

Lu Yus „Cha Jing" (Das Buch vom Tee), verfasst um 760 n. Chr., gilt als das erste umfassende Werk über Tee und beeinflusst die Teekultur bis heute. Okakura Kakuzos „Das Buch vom Tee" (1906) brachte die japanische Teeästhetik dem westlichen Publikum nahe. Moderne Autoren wie Yoko Ogawa und Thich Nhat Hanh nutzen Tee als Metapher für Achtsamkeit und das Verweilen im Moment.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

mehr Hong Pao steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.