Das in Ostfriesland viel und gerne Tee getrunken wird, ist eine längst bekannte Tatsache. Dass die Ostfriesen sich ihre Lieblingstees gerne selbst in eigens kreierten Mischungen zusammenstellen, weiß man ebenfalls. Der gute Ruf dieser Ostfriesentee eilt ihnen so weit voraus, dass es längst auch weit außerhalb der ostfriesischen Grenzen diese Tees zu kaufen gibt. Und das aus gutem Grund, denn den Ostfriesen gelingt es durch ihr enormes Wissen über Tee nicht selten, gutes noch besser zu machen. Ein Beispiel etwa ist der sogenannte Ostfriesen Sonntagstee. Sonntag ist ein ganz besonderer Tag, es ist der Tag in der Woche, an dem alle frei haben, an dem die Familie gerne mal etwas gemeinsam unternimmt und an dem man die Arbeit mal Arbeit sein lässt. Sicher war dies früher noch viel stärker der Fall, aber gerade in Zeiten, in denen die Grenzen zwischen Werktags und Wochenende für viele immer mehr verschwimmen, besinnen sich viele ganz bewusst darauf, einen freien Sonntag als Familientag und als etwas Besonderes zu zelebrieren. Selbstverständlich, dass dann sonntags auch etwas Besonderes gegessen und getrunken wird. Deshalb macht es Sinn, diesem Wochentag einen eigenen Tee zu widmen.

Was ist drin?

Wie bei Ostfriesen Tees grundsätzlich üblich, bildet ein guter Assam Tee die Basis der Mischung. Aber welche Zutat macht den Assam nun zum Sonntagstee? Viele von uns denken gerne an die Sonntagsessen bei den Großeltern zurück. Häufig gab es leckeren Braten oder ähnliches und selbstverständlich hatte Oma auch an einen leckeren Nachtisch für die Enkel gedacht. Und bei wem wecken Duft und Geschmack von Vanille nicht die herrlichsten Kindheitserinnerungen? Naheliegend also, dass die Ostfriesen ausgerechnet mit Vanille dem Assam die Sonntags-Krone aufsetzen. Bei günstigeren Mischungen wird lediglich das Aroma verwendet, in Tee höherer Qualität findet man allerdings tatsächlich Vanillestückchen.

Fazit

Vanille ist sehr beliebt und leider auch recht teuer. Doch gerade bei der günstigeren Version, bei der ausschließlich das Aroma verwendet wird, läuft man Gefahr, sich die Freude an der Vanille zu verderben. Aromatisierter schwarzer Tee gibt es überall zu finden. Zum einen ist es möglich, dass rein chemisch produziertes Aroma verwendet wurde. Zum anderen ist das zugesetzte Aroma teilweise so intensiv, dass es alle anderen Aromen übertönt. Bei einem guten Sonntagstee dominiert allerdings der Assam. Die Vanille riecht man nur leicht, wie eine wage Erinnerung und auch beim Trinken ist die Vanille mehr eine Ahnung. Der Tee ist lange nicht so bitter, wie purer Assam, dennoch schmeckt man den schwarztee trotz aller Süße der Vanille unverkennbar heraus. Im Gegensatz zu vielen anderen Kulturen, haben die Ostfriesen ihren perfekten Tee im schawarztee gefunden, man wird wohl selten auf einen grüntee am Ostfriesen Sonntagstee treffen. Bildnachweis: Ostfriesen Sonntagstee © cirquedesprit - Fotolia.com

Zusammensetzung und Zutaten

Ostfriesen Sonntagstee — Teemischungen vereinen verschiedene Zutaten zu einem harmonischen Geschmackserlebnis. Die Kunst der Teemischung besteht darin, einzelne Komponenten so aufeinander abzustimmen, dass sie sich gegenseitig ergänzen und ein Ganzes ergeben, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

Klassische Teemischungen basieren oft auf einer Tee-Basis (grüner, schwarzer oder Kräutertee), die mit Gewürzen, Blüten, Fruchtteilen oder ätherischen Ölen verfeinert wird. Bekannte Beispiele sind Earl Grey (schwarzer Tee mit Bergamotte), Chai (schwarzer Tee mit indischen Gewürzen) und Ostfriesische Mischung (kräftige Assam-Tees). Jede Mischung erzählt eine Geschichte und spiegelt kulturelle Traditionen wider.

Geschmacksprofil

Das Geschmacksprofil einer guten Teemischung ist komplex und vielschichtig. Es entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Geschmackskomponenten: Süße, Herbe, Würze, Frische und Blumigkeit. Ein erfahrener Teeblender (Mischmeister) berücksichtigt bei der Zusammenstellung nicht nur den Geschmack, sondern auch Farbe, Duft und Mundgefühl.

Die Qualität einer Teemischung erkennen Sie an natürlichen Aromen und sichtbaren Zutaten. Hochwertige Mischungen verwenden echte Gewürze, getrocknete Blüten und Fruchtteile statt künstlicher Aromen. Beim Aufguss sollten Sie die einzelnen Komponenten sowohl optisch als auch geschmacklich wahrnehmen können.

Die perfekte Zubereitung

Die Zubereitung von Teemischungen richtet sich nach der Basis-Teesorte. Mischungen auf schwarzer Tee-Basis vertragen kochendes Wasser (95–100 °C) und eine Ziehzeit von 3 bis 5 Minuten. Mischungen mit grünem Tee sollten bei 70 bis 80 °C und 2 bis 3 Minuten zubereitet werden. Kräuter- und Früchtemischungen benötigen kochendes Wasser und 5 bis 10 Minuten Ziehzeit.

Bei Gewürztees wie Chai empfiehlt sich ein längeres Köcheln der Gewürze in Wasser oder Milch, um die Aromen optimal zu extrahieren. Verwenden Sie pro Tasse einen gehäuften Teelöffel der Mischung. Für einen intensiveren Geschmack können Sie die Dosierung erhöhen, statt die Ziehzeit zu verlängern.

Variationen und Alternativen

Teemischungen laden zum Experimentieren ein. Sie können jede Grundmischung nach Ihrem persönlichen Geschmack variieren: Ein Stück frischer Ingwer im Kräutertee, ein Zimtstick im schwarzen Tee oder frische Minzblätter im grünen Tee — kleine Ergänzungen können große Geschmacksunterschiede bewirken.

Auch die Trinktemperatur bietet Variationsmöglichkeiten. Viele Teemischungen schmecken als Eistee-Variante hervorragend. Bereiten Sie den Tee doppelt stark zu und gießen Sie ihn über Eiswürfel. Verfeinern Sie den Eistee mit frischen Früchten, Kräutern oder einem Spritzer Zitronensaft für ein erfrischendes Sommergetränk.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Ostfriesen Sonntagstee steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.