Legende oder Wahrheit?
Das diese beiden Sätze so in dem Buch über Peter Pan und Wendy stehen, das kann jeder nachlesen. Bleibt also die Frage nach dem Warum. War es reiner Zufall, oder steckt vielleicht doch mehr dahinter? Hat der Autor des Buches, J. M.Barrie war Schotte, Tee gehörte für ihn also ganz selbstverständlich jeden Tag dazu. Auch Wendy als Britin sollte, selbst, wenn sie keine reale Figur ist, Tee täglich genießen. Gut möglich, dass das Teetrinken in diesem Fall einfach nur ein Zeitgewinn sein sollte, um vielleicht doch noch irgendwie um das Fliegen herum zu kommen. Vielleicht hat Barrie den Tee aber auch ganz bewusst eingesetzt, weil er beim Schreiben die beruhigende Wirkung im Kopf hatte.Auffallend ist allerdings auch, dass es Peter Pan ist, der den Tee ins Spiel bringt. Eigentlich feiert er mit seinen verlorenen Jungs in Nimmerland täglich Essensschlachten und genießt das Leben als Kind ohne Aufsicht und vor allem ohne Ermahnungen von Erwachsenen in vollen Zügen. Macht er sich mit dem Vorschlag erst noch Tee zu trinken über Wendy lustig? Oder weiß selbst so ein überzeugter Freigeist wie Peter Pan eine gute Tasse Tee zu schätzen?Fazit
Diese Fragen könnte wohl nur J. M. Barrie selbst zweifelsfrei beantworten. Und so müssen wir uns damit zufrieden geben, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, wie der Tee in die Geschichte von Peter Pan und Wendy kam. Allein die Vorstellung allerdings, dass es kein Zufall, sondern eine ganz bewusste Wahl war, ist eine schöne Idee. Das erste seiner Werke, in dem Barrie Peter Pan erscheinen lässt, war ein Buch für Erwachsene. Erst als dieses, sowohl in gedruckter Form, als auch später als Theaterstück, so erfolgreich war, entstanden die Abenteuer mit den verlorenen Jungs und Kapitän Hook für Kinder. Barrie war sogar solch ein Kinderfreund, dass er sämtliche Rechte an Peter Pan einem Kinderkrankenhaus in London vererbt hat, deren Urheberrechte inzwischen auch gesetzlich festgelegt, unbefristet gelten. Wenn Peter Pan zunächst eine Figur für ein erwachsenes Publikum war, vielleicht wollte Barrie ihnen einerseits nahelegen, sich ein Stück Kind im inneren ihres Herzens zu bewahren und gleichzeitig den Kindern die Dinge aus der erwachsenen Welt beibringen, die im Gegensatz zu Pflichten und Zeitmangel, positiv sind. Eben wie Tee, zum Beispiel. Würde Peter Pan heute geschrieben werden, würde er Wendy vielleicht etwas anderes vorschlagen, als Tee. Irgendein "Power-" oder "Energie-Getränk" wäre vielleicht zeitgemäßer, sicher aber nicht besser. Im Gegenteil, es wäre sehr erfreulich, wenn auch unsere Kinder Tee als ein wunderbares Genusserlebnis wahrnehmen würden. Nicht nur als akzeptiertes Hausmittelchen bei Bauchschmerzen oder Husten. Es gibt viele wertvolle und gute Dinge, die die Kinder von uns lernen. Umgekehrt wir aber auch von ihnen. Wie wäre es, sich endlich mal wieder Zeit füreinander zu nehmen und bei einer gemeinsamen Tasse Tee ein gutes Buch vorzulesen? Vielleicht sogar Peter Pan.Bildnachweis: Teeanbau ©Thinkstock: iStockphotoVerwandte Artikel
Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema: