Queen Victoria ist zwar einigen auch hierzulande ein Begriff, besonders viel weiß man allerdings aus dem Stehgreif meist nicht über diese Frau und ihr Leben. Auch, wenn Victoria bei ihrer Geburt nur an fünfter Stelle für die britische Thronfolge war, so wollte es das Schicksal wohl doch, dass sie bereits mit 18 Jahren zur Königin von Großbritannien gekrönt wurde. Selbstverständlich wurde Victoria auch ohne Spitzenplatz in der Thronfolgeliste streng erzogen und musste sich nicht nur den damaligen Moralvorstellungen unterwerfen. Sie musste ganz selbstverständlich mehrere Fremdsprachen lernen, schließlich sollte sie schon allein aufgrund ihres Standes möglichst gebildet sein. Zu ihren Lehrmeistern zählte unter anderem ein Geistlicher. Aber auch ihre weltlichen Erzieher waren nicht weniger streng. Ihre Gouvernante beispielsweise hatte ihr zwei Dinge ganz besonders streng verboten: Victoria durfte keinesfalls die „Times“ lesen und die Auswirkungen von Tee muss sich diese Herzogin wohl ähnlich wie die bei übermäßigem Alkoholgenuss vorgestellt haben. Victoria war es strengstens verboten Tee zu trinken. Eine Legende besagt, dass Victoria kurz nach ihrer Krönungszeremonie eine „Times“ und eine Tasse Tee verlangt haben soll. Als man ihr beides nicht nur ohne Widerworte, sondern auch noch äußerst schnell servierte, soll sie gesagt haben „Nun weiß ich erst, dass ich wirklich herrsche!“ Schnell wurde Tee, neben Whisky, das Lieblingsgetränk der Königin. Mit Eröffnung des Suez-Kanals wurden die Fahrten nach Indien wesentlich vereinfacht und abgekürzt. Immer mehr Tee konnte immer schneller und somit zu günstigeren Preisen nach England kommen. Und sogar die Tee-Stunde, ihre berühmte Tea Time, sollen die Briten ihrer Königin Victoria zu verdanken haben. Eine ihrer Hofdamen war hungrig und wollte der Legende nach nicht bis zum Abendessen warten. Sie begann nachmittags Tee zu trinken und Gebäck dazu zu essen. Victoria gefiel dies so sehr, dass sie es zu einem täglichen Ritual machte, dass ihr schon bald von ihren Untertanen nachgemacht wurde.

Legende oder Wahrheit?

Victoria ist eine historische Persönlichkeit, die im Laufe ihrer Regentschaft vieles bewirkt hat. Schon allein wegen der Tatsache, dass sie Königin von Großbritannien war, verlief ihr Leben nicht unbeobachtet. Sie hatte 9 Kinder, sie regierte so lange wie sonst noch nie ein Monarch in Großbritannien, sie war die erste Herrscherin, die den Buckingham Palace zum Hauptsitz machte,… Es gab viele Premieren in der Zeit ihrer Regentschaft und bis heute wird darüber unter der Überschrift „Das Viktorianische Zeitalter“ in den Geschichtsbüchern geschrieben. Trotzdem werden auch oder gerade solch bedeutenden Personen der Geschichte gewisse Sätze oder Redewendungen in den Mund gelegt, ohne dass sie tatsächlich so oder wenigstens so ähnlich von diesen gesagt worden wären. Zu unterscheiden, was nun wahr und was Dichtung ist, ist meist sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Fakt ist definitiv, dass Tee zu Beginn seiner Geschichte in Europa sehr umstritten war. Einige hielten ihn sogar für giftig und nicht wenige hatten Angst davor, wie er sich auf den Körper auswirken würde, wenn man davon trinkt. Es ist also durchaus möglich, dass ihre strenge Gouvernante Victoria den Tee verboten hatte. Victoria kann man aus heutiger Zeit wohl durchaus als so etwas, wie einen „Charakterkopf“ bezeichnen. Einerseits war sie sehr stur und meist unter keinen Umständen bereit, ihre Pläne zu ändern. Andererseits waren ihre Ratgeber in erster Linie Männer, was sie wohl so sehr beeinflusste, dass sie nicht nur die Frauenrechtsbewegung sehr kritisch sah, sondern sogar ihren eigenen Status als Königin als "Anomalie" bezeichnete. Nichtstun war ihr absolut verpönt, so dass selbst ihre Freizeit meist stark geplant und geregelt war. Historisch erwiesen ist jedenfalls auch, dass die Entstehung der britischen Tea Time in die Zeit ihrer Herrschaft fällt. Irgendwie muss Victoria also den Weg zum Tee gefunden haben. Ob sie das allerdings gleich wenige Stunden nach ihrer Krönung tat, wird wohl nicht mehr zweifelsfrei zu belegen sein.

Fazit

Irgendwie schon eine etwas amüsante Vorstellung, wie sehr sich die Leute noch vor etwa 150 Jahren vor Tee gefürchtet haben. Und Grund genug, natürlich bei einer Tasse Tee, darüber nachzudenken, wie unser Leben wohl wäre, wenn es dabei geblieben wäre. Wenn es keine Tea Time in Großbritannien gegeben hätte. Würden wir dann umso mehr Kaffee trinken? Oder wäre der auch gleich verbannt worden? Fest steht, dass definitiv einiges fehlen würde, ohne Tee. Es gäbe kein gemütliches und kuscheliges Aufwärmen mit heißem Tee auf dem Sofa nach einem kalten Winterspaziergang. Es gäbe im Sommer keinen erfrischenden Eistee. Es gäbe auch bei uns keine tägliche Auszeit mit Tee zum Entspannen. Aus heutiger Sicht können wir also nur sagen: es würde sehr viel fehlen! Zwar machte man sich früher nicht viel aus der Ziehzeit, Inhaltsstoffen oder der Ernährung, trotzdem genoss man den Moment. Bildnachweis: englischer Tee ©Thinkstock: iStockphoto

Historischer Hintergrund

Die Geschichte rund um Queen Victoria verbotene ist eng mit der jahrtausendealten Kulturgeschichte des Tees verwoben. Tee ist mehr als nur ein Getränk — er ist ein Spiegel der Gesellschaften, die ihn kultiviert haben. Von den Nebelbergen Chinas über die Tempelgärten Japans bis zu den kolonialen Teeplantagen Indiens hat jede Epoche ihre eigenen Geschichten hervorgebracht.

Viele der heute bekannten Tee-Mythen haben ihren Ursprung in mündlichen Überlieferungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Sie verbinden historische Fakten mit symbolischen Elementen und bieten so einen einzigartigen Einblick in die Denkweise und Werte vergangener Kulturen.

Die Legende im Detail

Diese Erzählung gehört zu den faszinierendsten Geschichten der Teekultur. Wie bei vielen Legenden gibt es verschiedene Versionen, die je nach Region und Erzähltradition variieren. Allen gemeinsam ist die tiefe Wertschätzung für den Tee als Geschenk der Natur und als Bindeglied zwischen Menschen und ihrer Umwelt.

Legenden wie diese erinnern uns daran, dass Tee seit jeher mehr war als ein einfaches Getränk. Er diente als Medium für Meditation, als Zeichen der Gastfreundschaft und als Katalysator für philosophische Gespräche. In vielen asiatischen Kulturen gilt der Tee als Brücke zwischen der materiellen und der spirituellen Welt.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:

Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Queen Victoria verbotene steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.