Den Namen Quendel hat man vielleicht schon einmal gehört. Wirklich etwas damit anfangen kann man meist nicht unbedingt. Sobald man allerdings erfährt, dass es sich bei Quendel um den wilden Bruder des Thymians handelt, auch Feldthymian genannt, hat man schon eher eine Vorstellung davon, bei welchen Problemen ein Kräutertee aus Quendel helfen kann. Schon Hildegard von Bingen hat sich intensiv mit dem Kraut beschäftigt und sprach ihm lindernde Wirkungen zu.

Inhaltsstoffe

Bei den Inhaltsstoffen der Quendle begegnet man sehr schnell alten Bekannten: Ätherische Öle und Bitterstoffe finden sich häufiger in wertvollen Heilkräutern. Aber auch Gerbstoff, Gerbsäure und Flavone sind keine Seltenheit, Thymol wiederum ist ein weiterer Beleg für die enge Verwandtschaft des Quendel zum Thymian. Citronellol und Geraniol verleihen dem Quendel dagegen eine angenehme frische Note. Wie Thymian hilft auch Quendel effektiv bei sämtlichen Husten- und Bronchialerkrankungen. Selbst Asthma kann mit Quendeltee behandelt werden. Die Schleim- und Krampflösende Wirkung des Quendels macht es möglich. Der antibakterielle und entzündungshemmende Effekt fördert eine Abheilung und beugen einer erneuten Infektion vor. Auch Verdauungsschwächen, wie Blähungen, Magenprobleme und Sodbrennen können mit Quendel gelindert werden. Und selbst in der Frauenheilkunde findet Quendeltee auf natürliche Weise Verwendung und kann Heilen.

Anbaugebiete

In den gemäßigten Klimazonen Europas und Asiens fühlt sich der Quendel besonders wohl. So ist diese ein- bis zweijährige krautige Pflanze vor allem in den Mittelmeer-Regionen verbreitet. An sandigen, trockenen Standorten fühlt sich die Quendel genauso wohl, wie an schlichten Mauern. Auch auf Wiesen, Feldern und an Waldrändern stechen einem oft die kleinen leuchtend violetten Blüten ins Auge. Was die Nähstoffe betrifft, stellt der Quendel keine hohen Ansprüche. Da die Wurzeln sich unterirdisch über lange Strecken ausbreiten können, wächst dieses Heilkraut häufig als Bodendecker in regelrechten Teppichen, wird dabei aber selten über 10 cm hoch. So kann man in einem Steingarten den Quendel hervorragend auch im heimischen Garten bzw. Kräuter-Garten ziehen. Sie es aus den Samen oder aus einem der Wurzelausläufer.

Herstellung

Für den Tee sammelt man von Mai bis September die Blätter und das Kraut des Quendel, verwendet sie entweder frisch oder trocknet sie sorgfältig. Ein Teelöffel vom Quendelkraut reicht aus, um einen Viertelliter Tee herzustellen. Mit kochendem Wasser übergossen, reicht eine Ziehdauer von fünf bis zehn Minuten aus, um einen wirkungsvollen Kräutertee zu erhalten. Mit etwas Honig gesüßt verstärkt sich die Heilkraft noch. Am besten nimmt man den Tee in kleinen Schlucken zu sich. Alternativ kann man auch den heißen Dampf des Quendeltees inhalieren. Häufig wird noch etwas Fenchel oder Ingwer dazu gegeben, um dem Quendeltee die gewisse Würze zu verleihen, aber auch pur ist dieser Tee eine geheime Wunderwaffe.

Fazit

In der langen Erkältungssaison kann es leicht passieren, dass man den Geschmack seines Lieblings-Hustentees langsam nicht mehr leiden kann. Immer und immer wieder mit einer dicken Schnupfennase den gleichen Tee zu schlürfen ist auf Dauer schließlich ziemlich eintönig. Da ist es umso besser, wenn es ebenso effektive Alternativen gibt, die ebenfalls helfen können, aber doch etwas anders schmecken. In einigen Fällen kann es dagegen äußerst hilfreich sein, wenn man mehrere Heilpflanzen miteinander kombiniert. So können sie sich ideal in ihrem Wirkungsspektrum ergänzen und so noch besser helfen, als einzeln. Es lohnt sich also, auch Heilkräuter, wie den wilden Thymian, zu beachten, auch wenn sie vielleicht nicht so bekannt sind, wie andere. Bildnachweis: Quendel Tee ©Thinkstock: iStockphoto

Herkunft und Geschichte

Quendel Tee hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde. Bereits in der Antike wussten Heiler um die besonderen Eigenschaften dieser Pflanze. In vielen Kulturen weltweit wird Quendel Tee seit Jahrhunderten als Heilmittel und Genussmittel geschätzt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus gemäßigten Klimazonen und wird heute in zahlreichen Ländern kultiviert.

Die Geschichte des Kräutertees reicht weit zurück. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer nutzten Kräuteraufgüsse zu therapeutischen Zwecken. Im Mittelalter waren es vor allem Klostergärten, in denen Heilkräuter systematisch angebaut und ihre Wirkungen dokumentiert wurden. Hildegard von Bingen und Paracelsus gehören zu den bekanntesten Vertretern der Kräuterheilkunde jener Zeit.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe von Quendel Tee sind vielfältig und wissenschaftlich gut erforscht. Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe bilden das komplexe Wirkstoffprofil dieser Teepflanze. Diese sekundären Pflanzenstoffe entfalten ihre Wirkung sowohl einzeln als auch in Kombination miteinander — man spricht hier vom sogenannten Entourage-Effekt.

Flavonoide sind besonders wertvolle Antioxidantien, die freie Radikale im Körper neutralisieren können. Gerbstoffe (Tannine) wirken zusammenziehend auf die Schleimhäute und können bei Magen-Darm-Beschwerden lindernd wirken. Die ätherischen Öle tragen nicht nur zum charakteristischen Aroma bei, sondern besitzen auch antimikrobielle Eigenschaften.

Zubereitung und Dosierung

Für die optimale Zubereitung von Quendel Tee empfiehlt sich frisches, weiches Wasser, das auf etwa 100 °C erhitzt wird. Pro Tasse (250 ml) verwenden Sie einen gehäuften Teelöffel getrockneter Kräuter oder einen Esslöffel frischer Kräuter. Die ideale Ziehzeit beträgt zwischen fünf und zehn Minuten — je nach gewünschter Intensität.

Ein häufiger Fehler bei der Zubereitung von Kräutertee ist eine zu kurze Ziehzeit. Im Gegensatz zu grünem oder schwarzem Tee sollten Kräutertees ausreichend lange ziehen, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe vollständig lösen können. Decken Sie die Tasse während des Ziehens ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen.

Kräutertees können sowohl heiß als auch kalt genossen werden. Als Eistee-Variante bereiten Sie den Aufguss doppelt so stark zu und gießen ihn über Eiswürfel. So erhalten Sie ein erfrischendes und gesundes Sommergetränk.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Quendel steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.