Die Schlüsselblume gehört wohl zu den schönsten Frühjahrsblühern. Doch leider ist sie in freier Wildbahn inzwischen so selten geworden, dass sie sogar unter Naturschutz steht. Wohl auch deshalb ist es heutzutage nahezu unbekannt, dass man aus ihren Blüten nicht nur einen wohlschmeckenden, sondern auch noch einen sehr gesunden Tee zubereiten kann. Wenige Hersteller haben dieses Relikt der alten Kräuterheilkunde jedoch nicht vergessen. Deshalb konnte das Wissen um die Wirksamkeit der Schlüsselblume bis heute bewahrt werden und sobald die Schlüsselblume speziell dafür angebaut und kultiviert wurde, darf man sie auch verarbeiten. So gibt es trotz aller Schutzmaßnahem immer noch Schlüsselblumentee im Handel. Oft Sie auch als Himmelsschlüsselchen bekannt und werden unter dem Namen vertrieben.

Inhaltsstoffe

Es ist die Kombination aus ätherischen Ölen, Gerbstoffen, Kieselsäure, Saponinen, Flavonen, Phenolglykosiden und noch einige weitere Vertreter der sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die die Schlüsselblume so gesund und wertvoll machen und sie heutzutage wieder Anwendung findet. Sie wirkt dadurch besonders angenehm krampf- und schleimlösend. Sie ist deshalb bei Husten ein ausgezeichnet geeignetes Mittel, ganz besonders bei "Altershusten". Unter diesem Begriff versteht man eine Hustenerkrankung bei älteren Menschen, bei der sich wegen des langsam schwächer werdenden Herzens, zunehmend Wasser in den Lungen sammelt. Durch den Schlüsselblumen-Extrakt wird selbst tiefsitzender Schleim gelöst und fast schon nebenbei das Herz gestärkt. Weitere Einsatzgebiete für Schlüsselblumentee sind Gicht, Rheuma, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und sogar Migräne. Da selbst der gesamte Stoffwechsel angeregt wird, kann dieser Kräutertee auch bei Verstopfung Linderung verschaffen.

Anbaugebiete

Eigentlich ist die Schlüsselblume in ganz Europa heimisch und fühlt sich besonders auf Wiesen, in Gebüschen, aber auch an Waldrändern wohl. Doch wie bereits erwähnt, ist sie inzwischen so selten geworden, dass sie unter Naturschutz steht. Selbstverständlich ist es somit verboten, die Blüten zu ernten um daraus Tee zu machen. Wurden die Schlüsselblumen allerdings eigens angebaut, dürfen die Pflanzen auf verarbeitet werden. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man nur ein paar Schlüsselblumen im heimischen Garten hat, oder ob etwa eine Gärtnerei ein ganzes Feld davon angelegt hat.

Herstellung

Etwa von März bis Mai jedes Jahr blühen die Schlüsselblumen. In diesem Zeitraum können auch die Schlüsselblumenblüten für den Tee geerntet werden. Dabei werden die vollständigen Blüten einschließlich Blütenkelch eingesammelt. Diese können nun entweder gleich frisch mit heißem Wasser überbrüht werden, oder man trocknet sie, um sie länger haltbar zu machen und später Tee davon zu kochen. Alternativ kann aber auch die Wurzel der Schlüsselblume verwendet werden. Auch die sind natürlich in getrocknetem Zustand viel besser haltbar.

Fazit

Leider nur noch sehr selten sieht man bei einem Spaziergang eine Schlüsselblume. Wahrscheinlich noch weniger begegnet man einem Schlüsselblumentee. Dabei hätte dieser neben einem enormen gesundheitlichen Nutzen auch noch ein leicht süßliches Aroma zu bieten, das an Honig erinnert. Dass der Schlüsselblumentee so wenige bekannt ist, liegt in diesem Fall sicher nicht alleine daran, dass das alte Wissen über Kräuterheilkunde irgendwann nach und nach in Vergessenheit geriet. Zu einem großen Teil ist es wohl auch dem Verschwinden der Schlüsselblume selbst zuzuschreiben. Der Tee ist sicher ein Grund mehr, die Schlüsselblume zu schützen und ihr vollständiges Aussterben zu verhindern. Eigentlich gilt das für alle Pflanzen, die in der Heilkunde in Vergessenheit geraten sind.   Bildnachweis: Schlüsselblumen-Tee © Kerry - Fotolia.com

Herkunft und Geschichte

Schlüsselblumen-Tee hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde. Bereits in der Antike wussten Heiler um die besonderen Eigenschaften dieser Pflanze. In vielen Kulturen weltweit wird Schlüsselblumen Tee seit Jahrhunderten als Heilmittel und Genussmittel geschätzt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus gemäßigten Klimazonen und wird heute in zahlreichen Ländern kultiviert.

Die Geschichte des Kräutertees reicht weit zurück. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer nutzten Kräuteraufgüsse zu therapeutischen Zwecken. Im Mittelalter waren es vor allem Klostergärten, in denen Heilkräuter systematisch angebaut und ihre Wirkungen dokumentiert wurden. Hildegard von Bingen und Paracelsus gehören zu den bekanntesten Vertretern der Kräuterheilkunde jener Zeit.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe von Schlüsselblumen Tee sind vielfältig und wissenschaftlich gut erforscht. Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe bilden das komplexe Wirkstoffprofil dieser Teepflanze. Diese sekundären Pflanzenstoffe entfalten ihre Wirkung sowohl einzeln als auch in Kombination miteinander — man spricht hier vom sogenannten Entourage-Effekt.

Flavonoide sind besonders wertvolle Antioxidantien, die freie Radikale im Körper neutralisieren können. Gerbstoffe (Tannine) wirken zusammenziehend auf die Schleimhäute und können bei Magen-Darm-Beschwerden lindernd wirken. Die ätherischen Öle tragen nicht nur zum charakteristischen Aroma bei, sondern besitzen auch antimikrobielle Eigenschaften.

Zubereitung und Dosierung

Für die optimale Zubereitung von Schlüsselblumen Tee empfiehlt sich frisches, weiches Wasser, das auf etwa 100 °C erhitzt wird. Pro Tasse (250 ml) verwenden Sie einen gehäuften Teelöffel getrockneter Kräuter oder einen Esslöffel frischer Kräuter. Die ideale Ziehzeit beträgt zwischen fünf und zehn Minuten — je nach gewünschter Intensität.

Ein häufiger Fehler bei der Zubereitung von Kräutertee ist eine zu kurze Ziehzeit. Im Gegensatz zu grünem oder schwarzem Tee sollten Kräutertees ausreichend lange ziehen, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe vollständig lösen können. Decken Sie die Tasse während des Ziehens ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen.

Kräutertees können sowohl heiß als auch kalt genossen werden. Als Eistee-Variante bereiten Sie den Aufguss doppelt so stark zu und gießen ihn über Eiswürfel. So erhalten Sie ein erfrischendes und gesundes Sommergetränk.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Schlüsselblumen steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.