Einige haben vielleicht von ihren Großeltern immer wieder Lebensweisheiten gehört, wie etwa "Böses muss man mit bösem vertreiben." oder "Es hilft nur, wenn's nicht schmeckt." Solche Empfehlungen beruhen wohl auf Erfahrungen mit Pflanzen wie dem Schöllkraut. Sein Einsatzgebiet ist sehr vielseitig, sein Wirkspektrum reicht von beruhigend über krampflösend bis hin zu schmerzstillend. Doch ohne diese Heilkräfte und nur aus reinem Genuss, würde wohl niemand Schöllkrauttee trinken. Der extrem bittere und zudem leicht scharfe Tee wirkt sogar so abschreckend, dass man behaupten muss, dass Schöllkrauttee keinesfalls wegen, sondern trotz seines Geschmacks getrunken wird. Ohne seine große Wirksamkeit sähe das sicher ganz anders aus.

Inhaltsstoffe

Im Volksmund ist das Heilkraut - Schöllkraut auch unter dem Namen "Warzenkraut" bekannt. Die gelb-weiße Pflanzenmilch wirkt frisch nämlich ganz wunderbar bei Warzen. Allerdings nur, solange diese noch relativ klein sind. Bei größeren Exemplaren sollte man doch lieber in der Apotheke nach einem geeigneten Mittel fragen oder zum Arzt gehen. Doch für den Tee ist das eher nicht von Bedeutung. Was diesen Punkt der Verwendung des Schöllkrauts betrifft, muss man sagen, dass das Schöllkraut auffallend hohe Konzentrationen der verschiedensten Alkaloide enthält. Mehr als 20 verschiedene wurden bereits aus dieser Pflanze isoliert. Üblicher Weise sind sie gleichmäßig in der ganzen Pflanze verteilt, im Herbst allerdings sammeln sie sich mehr und mehr in den Wurzeln. Diese werden dadurch sogar giftig. Besonders von Bedeutung, sind dabei beispielsweise Berberin, Chelidonin, Coptesin und Spartein. Diese Verbindungen schmecken zwar allesamt nicht besonders gut und sind in größeren Konzentrationen auch giftig, in den Mengen allerdings, in denen sie im Tee vorkommen, wirken sie entspannend und schmerzstillend und werden in der Medizin bei allen Formen von Gallen- und Leberleiden, Magen-Geschwüren und sogar bei Magen-Krebs angewandt. Auch Reizhusten und Bronchialasthma lassen sich mit Schöllkrauttee gut behandeln und therapieren.

Anbaugebiete

Das Schöllkaut ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze, die bis zu 70 cm hoch werden kann. Sie liebt stickstoffreiche Böden und ist deshalb eigentlich fast immer in der Nähe von Menschen zu finden. Ursprünglich war dieses Kraut in den gemäßigten Zonen des Mittelmeerraums, Europas und Asiens zu Hause. Siedler nahmen es schließlich mit nach Nordamerika, so dass es inzwischen auch dort zu finden ist.

Herstellung

Schöllkrauttee ist eine der wenigen Sorten, für die die ganze Pflanze verwendet wird. Ebenfalls untypisch ist wohl auch die Tatsache, dass kurz vor der Blüte geerntet wird. Normalerweise werden Blütenblätter gerne, oft sogar ausschließlich für Tee verarbeitet. Doch zu dieser Zeit des Vegetationszyklus sind Konzentration und Verteilung der Inhaltsstoffe ideal.

Fazit

Auch, wenn sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt, bei Schöllkrauttee sind sich vermutlich alle einig. Doch in diesem Fall geht die Wirkung und Anwendung bei Krankheiten ganz eindeutig über Genuss. Jeder, der schon mal ein schmerzhaftes Magengeschwür hatte, wird wohl lieber regelmäßig bitteren Tee trinken, statt dauerhaft die Schmerzen zu ertragen. Und Linderung ist bei regelmäßigem Konsum über einen längeren Zeitraum quasi garantiert. Dafür kann man sicher etwas bitteren Geschmack in der Teetasse in Kauf nehmen.   Bildnachweis: Schöllkrauttee © Dušan Zidar - Fotolia.com

Herkunft und Geschichte

Schöllkrauttee hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde. Bereits in der Antike wussten Heiler um die besonderen Eigenschaften dieser Pflanze. In vielen Kulturen weltweit wird Schöllkrauttee seit Jahrhunderten als Heilmittel und Genussmittel geschätzt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus gemäßigten Klimazonen und wird heute in zahlreichen Ländern kultiviert.

Die Geschichte des Kräutertees reicht weit zurück. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer nutzten Kräuteraufgüsse zu therapeutischen Zwecken. Im Mittelalter waren es vor allem Klostergärten, in denen Heilkräuter systematisch angebaut und ihre Wirkungen dokumentiert wurden. Hildegard von Bingen und Paracelsus gehören zu den bekanntesten Vertretern der Kräuterheilkunde jener Zeit.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe von Schöllkrauttee sind vielfältig und wissenschaftlich gut erforscht. Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe und Bitterstoffe bilden das komplexe Wirkstoffprofil dieser Teepflanze. Diese sekundären Pflanzenstoffe entfalten ihre Wirkung sowohl einzeln als auch in Kombination miteinander — man spricht hier vom sogenannten Entourage-Effekt.

Flavonoide sind besonders wertvolle Antioxidantien, die freie Radikale im Körper neutralisieren können. Gerbstoffe (Tannine) wirken zusammenziehend auf die Schleimhäute und können bei Magen-Darm-Beschwerden lindernd wirken. Die ätherischen Öle tragen nicht nur zum charakteristischen Aroma bei, sondern besitzen auch antimikrobielle Eigenschaften.

Zubereitung und Dosierung

Für die optimale Zubereitung von Schöllkrauttee empfiehlt sich frisches, weiches Wasser, das auf etwa 100 °C erhitzt wird. Pro Tasse (250 ml) verwenden Sie einen gehäuften Teelöffel getrockneter Kräuter oder einen Esslöffel frischer Kräuter. Die ideale Ziehzeit beträgt zwischen fünf und zehn Minuten — je nach gewünschter Intensität.

Ein häufiger Fehler bei der Zubereitung von Kräutertee ist eine zu kurze Ziehzeit. Im Gegensatz zu grünem oder schwarzem Tee sollten Kräutertees ausreichend lange ziehen, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe vollständig lösen können. Decken Sie die Tasse während des Ziehens ab, damit die flüchtigen ätherischen Öle nicht entweichen.

Kräutertees können sowohl heiß als auch kalt genossen werden. Als Eistee-Variante bereiten Sie den Aufguss doppelt so stark zu und gießen ihn über Eiswürfel. So erhalten Sie ein erfrischendes und gesundes Sommergetränk.

Gesundheitliche Vorteile

Die gesundheitlichen Vorteile von Schöllkrauttee sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Kräutertees gelten als koffeinfreie Alternative zu klassischen Teesorten und eignen sich daher besonders für den Genuss am Abend oder für Menschen, die auf Koffein empfindlich reagieren.

Regelmäßiger Kräutertee-Genuss kann zur allgemeinen Flüssigkeitsversorgung beitragen und das Wohlbefinden steigern. Viele Kräutertees haben eine wärmende Wirkung von innen und können besonders in der kalten Jahreszeit für Behaglichkeit sorgen. Darüber hinaus bieten sie eine geschmackvolle Möglichkeit, die tägliche Trinkmenge zu erhöhen.

Wichtiger Hinweis: Kräutertees sind kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets einen Arzt konsultieren. Schwangere und stillende Frauen sollten vor dem Genuss bestimmter Kräutertees ärztlichen Rat einholen.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Schöllkrauttee steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.