Jedes Jahr im November wird der Welt-Diabetes-Tag "gefeiert". An diesem Tag wollen verschiedene Gesundheitsorganisationen und Medien darauf aufmerksam machen, dass die Zucker-Krankheit, wie Diabetes Mellitus im Volksmund heißt, ein zunehmendes Problem ist. Allein in Deutschland werden jährlich um die 270.000 Neuerkrankungen an Diabetes Typ 2 erfasst. Dabei dürfte die Dunkelziffer noch um einiges höher liegen. Die wachsende Zahl an Übergewichtigen, der gleichzeitige Bewegungsmangel, sprich, typische Entwicklungen des Lebensstils in Industrienationen, sind die Gründe für die Entstehung von Diabetes. Auch Rauchen muss zu den Hauptursachen gezählt werden. Zwar kann man heutzutage Diabetes nicht nur in den Griff bekommen, sondern gleichzeitig auch eine hohe Lebensqualität ohne allzu großen Verzicht genießen. Dennoch sollte man bei dieser Diagnose unbedingt reagieren. Unbehandelt ist Diabetes schlicht und ergreifend tödlich. Leichte Symptome wie Schwindel oder Übelkeit sind dabei das geringste. Die Konsequenzen von einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel reichen von A wie Amputationen bis Z wie Zahnerkrankungen. Erblinden, Durchblutungsstörungen, Schäden der Bauchspeicheldrüse, Nierenversagen und schließlich Schlaganfall und/oder Herzinfarkt vervollständigen die Liste der schrecklichen Folgen eines unbeachteten Diabetes. Diese Erkrankung ist also sehr schädlich für unseren Körper, wenn sie unbehandelt bleibt. Es gibt heute gute Medikamente, die den Zuckerspiegel im Blut regulieren, zum Beispiel durch Spritzen von Insulin.

Was hat das mit Tee zu tun?

So weit, so schrecklich. Aber was hat Diabetes mit Tee zu tun? Und vor allem, mit den steigenden Erkrankungszahlen? Nach der europäischen EPIC-Studie, die bereits einen positiven Zusammenhang zwischen Teekonsum und einem gesunden Blutzuckerspiegel herstellen konnte, befasste sich nun auch erstmals die weltweite "World Health Study" erstmals mit dem Zusammenhang von regelmäßigem Teegenuss und dem Auftreten verschiedener Krankheiten. Dazu werden Daten aus insgesamt 50 Ländern zusammengetragen, die Auskunft gaben über Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislaufproblemen, aber auch ganz gewöhnliche Infektionserkrankungen und unter ganz besonderem Augenmerk auch die Häufigkeit von Diabetes. Des Weiteren wurden verschiedene Gesundheitsfaktoren und Lebensgewohnheiten mit dem Auftreten der jeweiligen Erkrankungen verglichen. Darunter auch der Pro Kopf Konsum von schwarzem Tee. Während sämtliche andere Faktoren zur Gesundheit keine signifikanten Werte lieferten, konnte im Ergebnis dieser weltweiten Studie eindeutig ein Zusammenhang zwischen Schwarzteeverbrauch und Diabetes hergestellt werden. Je mehr schwarzer Tee pro Kopf in einem Land konsumiert wird, desto geringer sind gleichzeitig die Diabetes-Neuerkrankungen in einem Jahr.

Die Daten richtig interpretieren

Nun ist es unbedingt notwendig, die Zahlen richtig zu deuten und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. So gibt es, rein statistisch gesehen, auch einen Zusammenhang zwischen der abnehmenden Zahl an Störchen in unserem Land und der gleichzeitig sinkenden Geburtenrate. Trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, das eine für das andere verantwortlich zu machen. Im aktuellen Fall der weltweiten Gesundheitsstudie bedeuten die gefundenen Werte etwa keinesfalls das jemand der keinen oder nur wenig schwarzen Tee trinkt, dadurch automatisch an Diabetes erkrankt oder zumindest ein erhöhtes Risiko dafür hat. Die Zahlen lassen lediglich einen Rückschluss darauf zu, dass Schwarzteekonsum vor der Entstehung von Diabetes schützen kann. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Fazit

Sicher müssen die genauen Zusammenhänge und Mechanismen zwischen schwarzem Tee und Diabetes noch genauer erforscht werden. Erkrankte Personen kommen vorerst nicht umher Insulin einzunehmen. Es könnte aber bald reduziert werden, wenn eindeutige wissenschaftliche Belege folgen. Weitere entsprechende Studien und Informationen werden hoffentlich bald belegt. Jetzt bereits sicher empfehlen kann man aber bestimmt, dass jeder, auch wenn er bereits an Diabetes oder einer der Vorstufen erkrankt sein sollte, ruhig öfter mal zu einer Tasse Tee greifen sollte. Wer keinen schwarzen Tee mag, kann stattdessen auch ganz beruhigt grünen oder weißen Tee wählen. Zwar waren diese in der World Health Study nicht Objekt der Untersuchung, ihre gesundheitliche Wirkung ist aber in anderen Veröffentlichungen ebenfalls ausreichend belegt worden. Im Vergleich zu schwarzem Tee enthalten sie einfach weniger Koffein und Oxalate und sind deshalb für empfindliche Mägen bekömmlicher. Neben dem Teetrinken ist natürlich auch eine gesunde Ernährung und etwas Sport ein weiter Baustein, um Diabetes Mellitus zu umgehen. Dann bleibt den Teefans und allen anderen nur noch abzuwarten und darauf zu hoffen, dass die Mediziner uns bald nicht nur berichten können, dass Tee vor Diabetes schützen kann, sondern uns hoffentlich auch erklären können, warum. Es heißt also wieder einmal: Abwarten und Tee trinken - unserer Gesundheit zuliebe. Bildnachweis: Schwarzer Tee © Ildi - Fotolia.com

Wissenschaftlicher Hintergrund

Schwarzer Tee als Diabetes-Prävention — die Beziehung zwischen Tee und Gesundheit ist eines der am intensivsten erforschten Gebiete der Ernährungswissenschaft. Tausende von Studien weltweit untersuchen die Wirkungen verschiedener Teeinhaltsstoffe auf den menschlichen Körper. Dabei zeigt sich immer deutlicher, dass regelmäßiger Teegenuss Teil einer gesunden Lebensweise sein kann.

Es ist jedoch wichtig, zwischen nachgewiesenen Effekten und übertriebenen Gesundheitsversprechen zu unterscheiden. Tee ist kein Wundermittel und kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und ärztliche Versorgung. Er kann aber einen wertvollen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit und zum Wohlbefinden leisten.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die gesundheitlich relevanten Inhaltsstoffe des Tees lassen sich in mehrere Gruppen einteilen. Polyphenole — darunter Catechine, Theaflavine und Flavonole — sind die wichtigste Gruppe. Sie wirken als Antioxidantien und können oxidativen Stress im Körper reduzieren, der mit zahlreichen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

L-Theanin, eine Aminosäure, die fast ausschließlich in der Teepflanze vorkommt, hat eine beruhigende Wirkung, ohne müde zu machen. In Kombination mit Koffein fördert es einen Zustand entspannter Wachheit. Darüber hinaus enthält Tee Mineralstoffe wie Fluorid (für die Zahngesundheit), Mangan (für den Knochenstoffwechsel) und Kalium (für die Herzfunktion).

Studien und Forschungsergebnisse

Epidemiologische Studien aus Asien zeigen konsistente Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Teekonsum und verschiedenen Gesundheitsparametern. Eine große japanische Studie mit über 40.000 Teilnehmern beobachtete, dass Personen, die mindestens fünf Tassen grünen Tee pro Tag tranken, ein deutlich reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufwiesen.

Allerdings ist bei der Interpretation solcher Studien Vorsicht geboten. Korrelation bedeutet nicht Kausalität — Teetrinker pflegen möglicherweise insgesamt einen gesünderen Lebensstil. Randomisierte kontrollierte Studien liefern belastbarere Ergebnisse, sind aber aufgrund der langen Studiendauer und der Kosten seltener.

Verwandte Artikel

Entdecken Sie weitere interessante Beiträge zu diesem Thema:

Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Schwarzer Diabetes Prävention steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.