Geschichte der Zeremonie: Varianten der Zubereitung des Tees
Geht es um Tee und Sri Lanka, kommt man nicht umhin, auch Großbritannien im selben Atemzug zu nennen. Schließlich war es der Schotte James Taylor, der 1870 den Tee erst von Indien überhaupt nach Sri Lanka brachte. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Wohl auch ein Grund, warum der Tee den Namenswechsel des Landes unverändert überstanden hat und auch heute noch "Ceylon-Tee" heißt. Davon abgesehen erfüllt es natürlich jeden Teebauern Sri Lankas mit Stolz zu wissen, dass im britischen Königshaus nach wie vor liebend gerne Ceylon-Tee getrunken wird. Dies kommt quasi der höchsten Auszeichnung für einen Teeproduzenten gleich. Trotz all der Verbundenheit zu Großbritannien, trinken die Bewohner Sri Lankas, ihren Ceylon-Tee aber am liebsten weder mit Milch und Zucker, sie bevorzugen den puren Geschmack. Geben sie doch einmal Milch dazu, ist es wichtig, dass diese ebenfalls angewärmt wurde und nicht kalt zum Tee gegeben wird. Die einfache Landbevölkerung dagegen kann sich den hochwertigen und deshalb auch entsprechend teuren Ceylon-Tee wenn überhaupt, nur selten leisten. Sie trinken deshalb meist Ingwer-Tee. Dieser Tee wird von den menschen denkbar einfach zubereitet. Ein Stück Ingwer, nicht dicker als 1 cm, wird geschält und in eine Tasse gegeben. Diese wird mit kochendem Wasser aufgefüllt. Der Ingwer sollte dann etwa 5 Minuten ziehen. Anschließend wird der Geschmack mit Honig und Zitrone abgerundet.Der Ablauf der Teezeremonie
Auch auf der Insel in Sri Lanka, Hauptstadt Colombo, wird Tee gerne einem Gast gereicht, um ihn willkommen zu heißen. Aber auch feierliche Anlässe, die nachmittägliche Teestunde, geselliges Beisammensein oder auch einfach nur das Frühstück sind gerne genommene Anlässe, um eine Tasse Tee zu trinken. So verwundert es nicht, dass in Sri Lanka etwa drei Tassen Tee pro Tag und Kopf getrunken werden. Dabei war sicher ein weiteres Mal Großbritannien Vorbild, für gemütliche, gemeinsame Stunden am Nachmittag bei Tee und Gebäck oder kleinen Snacks. Wobei dies ebenfalls wiederum nur die höheren und wohlhabenderen Schichten Sri Lankas betrifft. Abgesehen davon, dass sie die einfache Landbevölkerung Sri Lankas den Luxus einer regelmäßigen Tea Time gar nicht leisten kann, viele sind doch auch froh, ihre kulturelle Unabhängigkeit und Individualität gegenüber den Engländern belegen zu können. Dies ändert jedoch nichts daran, dass beispielsweise auch hier ein Gast gerne mit einer Tasse begrüßt wird.Teegeschirr und Zubehör
Wie bei den Fragen welcher Tee und in welchem Umfeld getrunken wird, so spiegelt sich auch bei der Antwort auf die Frage nach dem Teegeschirr sehr stark die gesellschaftliche Position wider. Je wohlhabender ein Haushalt, desto edler und teurer wird das Teegeschirr sein, selbstverständlich mindestens nach britischen Abbild gefertigt, wenn nicht gar von dort importiert. Die weniger reichen Bewohner Sri Lankas genießen ihren Tee in einfacheren und schlichteren Tassen allerdings nicht weniger.Bedeutung der Teezeremonie
Man könnte etwas vorschnell urteilen und behaupten die Bevölkerung Sri Lankas hätte sich von der ehemaligen Besetzungsmacht Großbritannien bis heute einen Stempel aufdrücken lassen, würde die große Macht aus Europa ohne zu hinterfragen imitieren und hätte dadurch seine eigene kulturelle Identität verloren. Genauer betrachtet muss man allerdings zugeben, dass dies nur ein Teil der Wahrheit ist. Sicher würde in Sri Lanka ohne Großbritannien niemand Ceylon-Tee trinken. Aber ebenso wenig würde dies überhaupt irgendjemand auf dieser Welt tun. Denn Fakt ist nun mal, dass Sri Lanka vor einer landwirtschaftlichen Katastrophe stand, als Schädlinge nahezu alle Kaffee-Pflanzen vernichteten. Und Fakt ist nun mal auch, dass es die Briten waren, mit deren Unterstützung es den Bauern Sri Lankas gelang, statt Kaffee nun Tee anzubauen und dies auch äußerst erfolgreich. Ebenso darf man keineswegs außer Acht lassen, welch eine enorme Bedeutung der Tee und das Geld, dass damit verdient wird, bis zum heutigen Tage unverändert für Sri Lanka und seine Bevölkerung haben. Kaum vorstellbar, welche Konsequenzen es haben würde, würden diese Einnahmen künftig ausbleiben. Das Land stände sicher vor einer enormen Katastrophe. Nun wäre es aber äußerst verwunderlich, wenn in Sri Lanka so viel Tee angebaut und produziert, aber nicht getrunken werden würde. Selbstverständlich wird der Tee von den Menschen in seiner Heimat getrunken und wenn dies nun mal auf eine sehr ähnliche Weise passiert, wie in Großbritannien, dann zeigt das, wie verbunden sich beide Länder dank des Tees immer noch sind. Dies bedeutet also keineswegs einen Verlust der eigenen Identität. Bildnachweis: Sri Lanka Teekultur - © Jörg Hackemann - Fotolia.comHistorische Entwicklung
Sri Lanka Teekultur — die Geschichte der Teekultur ist eine faszinierende Reise durch Zeit und Raum. Seit der Entdeckung des Tees in China vor über 5.000 Jahren hat sich das Getränk über die gesamte Welt verbreitet und dabei eine erstaunliche Vielfalt an Traditionen, Ritualen und Zeremonien hervorgebracht.
Die Verbreitung des Tees folgte den Handelsrouten: Von China über die Seidenstraße nach Zentralasien, per Schiff nach Japan und Südostasien, durch europäische Kolonialmächte nach Indien und Afrika, und schließlich in jeden Winkel der Erde. Jede Region hat den Tee auf ihre eigene Weise adaptiert und in ihre kulturelle Identität integriert.
Traditionen und Rituale
Teezeremonien sind in vielen Kulturen weit mehr als bloße Getränkezubereitung — sie sind spirituelle Praktiken, soziale Rituale und kunstvolle Performances. Die japanische Teezeremonie (Chado) verkörpert zen-buddhistische Prinzipien: Harmonie (wa), Respekt (kei), Reinheit (sei) und Stille (jaku). Jede Bewegung ist kodifiziert und bedeutungsvoll.
In China ist die Gongfu-Zeremonie ein Ausdruck von Können und Gastfreundschaft. Der Gastgeber bereitet den Tee mit höchster Sorgfalt zu und gießt ihn in kleine Tassen, die der Reihe nach gereicht werden. In Marokko ist die Zubereitung des Minztees eine Choreografie: Der Tee wird aus großer Höhe gegossen, um Schaum zu erzeugen — ein Zeichen der Ehre für den Gast.
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Zubereitung Schritt für Schritt
Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.
Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.
Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.
Kulturelle Bedeutung und Tradition
Sri Lanka Teekultur steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.
In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.
Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.
Qualität erkennen und richtig einkaufen
Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.
Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.
Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.