Auch in Südafrika wird Tee getrunken, aber in der Regel kein schwarzer, grüner oder sonstige Teearten asiatischen Ursprungs. Südafrika ist das Heimatland des Rotbuschtees, auch bekannt unter den Namen Rooibusch oder Rooibos. Dieser Tee ist quasi das Nationalgetränk Südafrikas. Auch die Blätter des Honeybush werden gerne zu Tee verarbeitet. Tees von beiden Sträuchern gibt es in zahlreichen Varianten, pur, aromatisiert oder auch mit Früchten gemischt. Die Vielfalt ist groß und die Tees erfreuen sich längst auch bei uns großer Beliebtheit. Der Tatsache, dass sie absolut kein Koffein enthalten, ist es zu verdanken, dass sie zu jeder Tageszeit auch in größeren Mengen getrunken werden können. Selbst Kinder können Teesorten aus Rotbusch ohne Probleme genießen.

Geschichte der Zeremonie: Varianten der Zubereitung des Tees

Die Blätter des Rotbuschs kann man gut und gerne für mehrere Aufgüsse hintereinander verwenden. Beim ersten Aufguss wird eine Ziehdauer von etwas fünf Minuten empfohlen. Entgegen den Empfehlungen für weitere Aufgüsse von schwarzem oder grünen Tee etwa, die dann jeweils etwas länger ziehen sollten, wird beim Rotbusch geraten, einen wiederholten Aufguss nur noch für maximal drei Minuten ziehen zu lassen. Ansonsten gibt es kein größeres Reglement oder alte Rituale, wie in Südafrika der Tee zubereitet wird. Da er ein absolutes Alltagsgetränk ist, ja sogar Säuglingen bereits im Fläschchen angeboten wird, wäre ein aufwendiges Prozedere bei der Zubereitung eher hinderlich. Es geht schlicht und einfach darum, den Tee möglich schnell und einfach auch in ausreichend großen Mengen zum Trinken bereit zu haben. Dazu werden die Teeblätter einfach in eine Teekanne gegeben, mit heißem Wasser aufgegossen und nach der Ziehdauer abgegossen. Die Teeblätter verbleiben dann für den nächsten Aufguss in der Kanne.

Der Ablauf der Teezeremonie

Eine festgelegte Zeremonie des Teetrinkens, eventuell gar mit einem spirituellen Hintergrund, gibt es in Südafrika nicht. Es geht beim Tee weder um eine innere Einkehr, noch um einen meditativen Aspekt. Auch die Geselligkeit und Gastfreundschaft, wie in anderen Kulturen spielt hier, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Der Tatsache, dass man Rotbusch sowohl warm, als auch kalt wunderbar genießen kann, verdankt der Tee aus diesen Blättern seine große Beliebtheit. er wird deshalb in Südafrika in etwa so getrunken, wie bei uns Wasser oder Apfelschorle.

Teegeschirr und Zubehör

Besonderheiten beim Teegeschirr gibt es nicht. Der Tee wird einfach so zubereitet, wie es am praktischsten ist. Ob in einer verzierten Porzellankanne, einer schlichten Glaskanne, mit Filter, Sieb oder Tee-Ei, dabei werden nur die eigenen Vorlieben berücksichtigt. Zudem spielen sicher auch der soziale Status und der jeweilige ethische und kulturelle Hintergrund eine Rolle, welches Teegeschirr man besitzt. Und selbstverständlich macht es auch einen Unterschied, zu welchem Anlass der Tee serviert wird, sei es für Gäste, zu einer Feier oder einfach so als Getränk für den ganz normalen Alltag.

Bedeutung der Teezeremonie

In Südafrika gibt es keine eigene Teekultur im Sinne einer speziellen Art und Weise, wie der Tee zubereitet oder serviert wird. Auch gibt es keinen reglementierten Ablauf beim Trinken, keine bestimmte Zeit, keine besonderen Anlässe und keine Speisen, die üblicher Weise zum Tee serviert werden. Und dennoch kann und muss man sagen, dass Südafrika seine ganz eigene und spezielle Teekultur hat. Der Rotbusch Tee, der dort getrunken wird, war auf der ganzen Welt einzigartig. Und von Südafrika aus erobert er inzwischen die ganze Welt. Die rotbraune Farbe in der Tasse, der herbe Geschmack, der würzige Duft, all dies erinnert stark an schwarzen Tee und doch enthält Rotbusch Tee kein bisschen Koffein. Diese Tatsache macht ihn zu einem perfekten Tee, der auch abends noch gut genossen werden kann. Für viele Menschen bei uns ist er deshalb inzwischen eine beliebte Alternative geworden. Zahlreiche aromatisierte Sorten, beispielsweise mit Vanille, Sahne, Karamell, aber auch fruchtige Noten, wie Zitrone und Orange, sorgen für Abwechslung und eine große Vielfalt. Geht es bei der Definition für eine Teekultur also um das Wie?, muss man über Südafrika ganz klar sagen, dass dieses Land keine Teekultur besitzt. Geht es aber dagegen um das Was?, so hat dieses Land ganz sicher und unumstritten eine der bedeutendsten Teekulturen vorzuweisen. Es ist nämlich das einzige Land außerhalb Asiens, das einen ganz speziellen Tee hervorgebracht und diesen auch noch weltweit bekannt und beliebt gemacht hat. Dies verdient auf jeden Fall Beachtung und Respekt und sollte als eigene Teekultur anerkannt werden. Bildnachweis: Südafrikanische Teekultur - © jerome vanpoperinghe - Fotolia.com

Historische Entwicklung

Südafrikanische Teekultur — die Geschichte der Teekultur ist eine faszinierende Reise durch Zeit und Raum. Seit der Entdeckung des Tees in China vor über 5.000 Jahren hat sich das Getränk über die gesamte Welt verbreitet und dabei eine erstaunliche Vielfalt an Traditionen, Ritualen und Zeremonien hervorgebracht.

Die Verbreitung des Tees folgte den Handelsrouten: Von China über die Seidenstraße nach Zentralasien, per Schiff nach Japan und Südostasien, durch europäische Kolonialmächte nach Indien und Afrika, und schließlich in jeden Winkel der Erde. Jede Region hat den Tee auf ihre eigene Weise adaptiert und in ihre kulturelle Identität integriert.

Traditionen und Rituale

Teezeremonien sind in vielen Kulturen weit mehr als bloße Getränkezubereitung — sie sind spirituelle Praktiken, soziale Rituale und kunstvolle Performances. Die japanische Teezeremonie (Chado) verkörpert zen-buddhistische Prinzipien: Harmonie (wa), Respekt (kei), Reinheit (sei) und Stille (jaku). Jede Bewegung ist kodifiziert und bedeutungsvoll.

In China ist die Gongfu-Zeremonie ein Ausdruck von Können und Gastfreundschaft. Der Gastgeber bereitet den Tee mit höchster Sorgfalt zu und gießt ihn in kleine Tassen, die der Reihe nach gereicht werden. In Marokko ist die Zubereitung des Minztees eine Choreografie: Der Tee wird aus großer Höhe gegossen, um Schaum zu erzeugen — ein Zeichen der Ehre für den Gast.

Regionale Besonderheiten

Die regionalen Unterschiede in der Teekultur sind faszinierend. In Ostfriesland hat sich eine eigenständige Teetradition entwickelt, die auf kräftigem Assam-Tee, Kluntje (Kandis) und Sahne basiert. In Tibet wird Buttertee (Po Cha) aus Schwarztee, Yakbutter und Salz zubereitet — ein energiereiches Getränk für das Leben in großer Höhe.

In Indien ist der Masala Chai allgegenwärtig: Schwarzer Tee, gekocht mit Milch, Zucker und einer Mischung aus Gewürzen wie Kardamom, Ingwer, Zimt und Nelken. In Russland wird Tee traditionell im Samowar zubereitet und stark konzentriert als „Sawarka" serviert, die individuell mit heißem Wasser verdünnt wird. Jede dieser Traditionen reflektiert Klima, verfügbare Zutaten und kulturelle Werte.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Südafrikanische Teekultur steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.