Befasst man sich mit Tee, egal ob beruflich, als Hobby, oder "einfach nur" aus Leidenschaft des leckeren Geschmacks wegen, stolpert man früher oder später auch über professionelle Teekocher. Viele reagieren bei diesem Stichwort wohl spontan mit einem verwunderten "Warum?" und "Wozu?". Wasserkochen kann man schließlich mit jedem Wasserkocher und sogar ganz einfach in einem Topf. Zwar kennt man zum Teeaufgießen die verschiedensten Möglichkeiten, angefangen vom Teebeutel über Filtertüten, Siebkugeln, oder abseihen. Sind solche elektrischen Teekocher nicht einfach nur eine weitere Möglichkeit von vielen? Noch dazu völlig übertrieben und somit viel zu teuer in der Anschaffung? Für viele überraschend, ist der Markt dieser Teekocher ist weit größer, als man im ersten Moment meinen möchte. Genaugenommen müssen bei diesen Teekochern drei Gruppen unterschieden werden. Am einfachsten und damit auch am günstigsten sind Teekocher, die eigentlich nur aus Teekannen mit einem Filter-System bestehen. Wie bei den Kaffeekannen mit dem sogenannten French-Press-System, müssen auch hier die Teeblätter am Ende der Ziehdauer mit einem Filter nach unten gedrückt werden, damit sie nicht länger Kontakt zum Wasser haben. Bei diesen Teekannen muss das Wasser dennoch separat erhitzt werden und auch die Ziehdauer muss der Teeliebhaber dabei selbst im Auge behalten. Etwas besser ausgestattete Teekannen halten den Tee immerhin eine gewisse Zeit warm.

Samoware

Samoware dagegen benötigen zwar einerseits relativ große Mengen Heißwassers, die eigentliche Teekanne dagegen ist verhältnismäßig klein. Damit sich der im Vergleich zu anderen Methoden schon recht große Aufwand einer Teezubereitung im Samowar lohnt, muss man schon recht große Mengen trinken. Hat man beispielsweise Gäste, wird nicht nur viel Tee getrunken, dann verbreitet ein Samowar auch eine entsprechende Stimmung und Atmosphäre. Liebhaber von Nostalgie benutzen deshalb auch heute noch gerne Samoware die mit Holzkohle beheizt werden und machen einen großen Bogen um die modernen, elektrischen Modelle. Besonders zarte und empfindliche Teesorten allerdings, eignen sich nicht für die Zubereitung in einem Samowar. Eine Teemaschine dagegen nimmt dem Teeliebhaber (scheinbar) alle Arbeit ab. alle Arbeitsschritte der Teezubereitung werden hier ganz automatisch erledigt. Doch selbstverständlich gibt es auch hier nochmals hohe Qualitätsunterschiede. Die günstigsten Modelle lassen das Wasser nach dem Erhitzen einfach über die Teeblätter fließen. So lange der Tee warmgehalten wird, wird auch das Wasser immer wieder durch die Teeblätter gespült. Dies wiederum bedeutet, dass man nur bei robusten Teesorten seine Freude daran haben wird. Empfindlichere Tee werden allzu schnell bitter dabei. Bei den absoluten Hightech-Geräten unter den Teeautomaten dagegen wählt man vor der Zubereitung die Ziehdauer aus und selbst die Wassertemperatur wird bereits vorab exakt eingestellt. So bekommt man ab Knopfdruck tatsächlich ganz ohne weiteres Zutun einen perfekt zubereiteten Tee. Bei einigen Maschinen muss man zwar den Teesieb am Ende der Siebdauer noch per Hand entfernen, es gibt jedoch bereits Modelle, bei denen sich das Sieb automatisch verschließt und somit den Kontakt zwischen Teeblättern und Wasser unterbindet. Teekocher und Teezubereiter stehen den hochentwickelten Tee-Kochern natürlich klar im Nachteil gegenüber.

Fazit

Letzten Endes muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob sich solch ein professioneller Teekocher für ihn rentiert oder ob er sich eher in die Riege der kaum genutzten Haushaltsgeräte einreihen würde. Fest steht, dass man auch bei herkömmlicher Zubereitung mit einem Wasserkocher oder Teekocher einen leckeren Tee genießen kann. Wichtig ist unter Anderem auch die Aufbewahrung des Tees. Gut geeignet sind Edelstahl-Teekannen, wenn kein High-Tech-Gerät vorhanden ist. Bei bestimmten Sorten sollte man die herkömmliche Herstellungsweise einem elektrischen Teekocher oder einem Samowar sogar vorziehen. Wer jedoch oft und vor allem auch viel Tee trinkt, häufig dabei aber leider auch mal während des Ziehens die Zeit vergisst bzw. abgelenkt wird, der kann durchaus davon profitieren, wenn ein High-Tech-Produkt möglichst die Herstellung des Tees übernimmt und diesen dann im Idealfall auch über eine gewisse Zeit warm hält. Wer sich bisher noch überhaupt nicht mit dem Thema befasst hat, nun aber dennoch mit dem Gedanken spielt, sich , für den empfiehlt es sich, Testberichte zu lesen, Preise zu vergleichen und sich dabei genau zu überlegen, was für ihn die beste Alternative wäre. Bildnachweis: Professionelle Teekocher © bernardroland - Fotolia.com

Hintergrund und Geschichte

Professionelle Teekocher — dieses Thema gehört zu den vielfältigen Aspekten der Teewelt, die es zu entdecken gibt. Tee ist weit mehr als ein alltägliches Getränk: Er verbindet Tradition und Moderne, Wissenschaft und Kultur, Genuss und Gesundheit in einzigartiger Weise.

Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Facetten des Tees bereichert nicht nur das Wissen, sondern vertieft auch den Genuss. Wer versteht, was in seiner Tasse steckt, trinkt bewusster und genussvoller. In diesem Sinne laden wir Sie ein, sich mit uns auf eine Entdeckungsreise durch die Welt des Tees zu begeben.

Eigenschaften und Besonderheiten

Jede Teesorte und jede Zubereitungsart hat ihre eigenen charakteristischen Eigenschaften. Diese reichen von offensichtlichen Merkmalen wie Farbe, Geschmack und Aroma bis hin zu subtileren Aspekten wie Mundgefühl, Nachhall und Vielschichtigkeit. Ein geschulter Gaumen kann hunderte verschiedener Nuancen unterscheiden.

Die Qualität von Tee wird durch zahlreiche Faktoren bestimmt: Anbaugebiet, Höhenlage, Klima, Bodenbeschaffenheit, Pflückstandard, Verarbeitung und Lagerung. All diese Faktoren ergeben zusammen das einzigartige Profil eines Tees — ähnlich dem Terroir-Konzept beim Wein. Hochwertiger Tee erzählt eine Geschichte von seinem Ursprungsort.

Zubereitung und Genuss

Die richtige Zubereitung ist der Schlüssel zum perfekten Teegenuss. Grundsätzlich gilt: Verwenden Sie frisches, weiches Wasser und achten Sie auf die richtige Temperatur und Ziehzeit. Diese Parameter variieren je nach Teesorte erheblich und haben einen enormen Einfluss auf das Geschmacksergebnis.

Ein guter Tee verdient auch das passende Geschirr. Porzellan, Glas und Keramik sind die besten Materialien für Teekannen und Tassen. Vorwärmen der Kanne verbessert die Temperaturstabilität beim Aufguss. Und vergessen Sie nicht: Tee trinken sollte Freude bereiten — experimentieren Sie mit verschiedenen Zubereitungsmethoden und finden Sie Ihren persönlichen Favoriten.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Professionelle Teekocher steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.

Richtige Lagerung für optimales Aroma

Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.

Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.

Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.