Immer wieder hört man, dass Teewasser unbedingt kochen muss, bevor man den Tee damit aufgießt. Auf einigen Teepackungen findet sich die Anweisung, dass Wasser vor dem Überbrühen auf eine bestimmte Temperatur "abkühlen" zu lassen. Und es gibt einige, die sogar der Überzeugung sind, dass Tee unbedingt mit kochendem Wasser zubereitet werden sollte, egal um welchen Tee es sich dabei genau handelt. Der angebliche Grund dafür ist immer der gleiche: Keime! Einmal sind es die Keime im Wasser, die angeblich durch das Kochen unbedingt abgetötet werden müssen, ein andermal sind es sogar die Keime im Tee selbst, die scheinbar so gefährlich sind. Und da es schließlich fast schon mit erschreckender Regelmäßigkeit zu Lebensmittelskandalen und zu Erkrankungen kommt, muss an dieser "Keimsache" ja wohl etwas dran sein, oder?

Legende oder Wahrheit?

Grundsätzlich ist es nicht nur richtig, sondern auch von enormer Wichtigkeit, bei der Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln gewisse grundsätzliche Hygienestandards einzuhalten. Dennoch sollte man sich auch von einem gesunden Bauchgefühl leiten lassen und Panikmache umgehen. Würde Tee tatsächlich Keime enthalten, die vor dem Genuss unbedingt abgetötet werden müssten, würden sich diese Keime bei Lagerung in Raumtemperatur auch vermehren. Tee wäre somit ein sehr leicht und schnell verderbliches Produkt und müsste unbedingt gekühlt, wenn nicht sogar eingefroren werden. Davon abgesehen würde das reine Überbrühen mit kochendem Wasser nur einen Bruchteil der Keime abtöten. Für ein wirklich effektives und nennenswertes Ergebnis müsste man den Tee schon richtig kochen, mindestens 10 bis 15 Minuten lang. Und auf die Idee ist hoffentlich noch kein Teefan gekommen. Gleiches gilt für das Wasser. Hin und wieder hört man das Argument, das Teewasser müsse vor dem Überbrühen einmal kurz gekocht haben, damit auch hier die Keime abgetötet werden. Doch auch beim Wasser gilt die Regel, dass erst bei einer Kochzeit von 10 bis 15 Minuten enthaltene Keime ausreichend abgetötet sind. Wäre dies bei dem Wasser, das bei uns aus den Leitungen kommt, tatsächlich notwendig, dass dürfte sich beispielsweise auch niemand die Zähne putzen, ohne das verwendete Wasser dafür vorher abzukochen. Und vielleicht hatte man ja selbst schon einmal den Fall, dass es zu einer Störung bei der Wasserversorgung gekommen ist. In diesem Fall wird die Bevölkerung ausdrücklich davor gewarnt und gebeten, das Wasser, egal für was es verwendet werden soll, für 15 Minuten abzukochen. Nicht umsonst heißt unser Wasser "Trinkwasser". Wenn es nicht zum sofortigen Trinken verwendet werden könnte, dürfte es auch nicht so heißen.

Fazit

Gerade die falschen Behauptungen, oder scheinbares Wissen, das sich inzwischen als längst überholt erwiesen hat, sind es, die sich am hartnäckigsten in der Öffentlichkeit halten. Das Gegenteil wurde bereits mehr als ein Dutzend Mal bewiesen, dennoch lässt sich die alte Meinung nicht ausrotten. Bei der Sache mit dem kochenden Teewasser ist es leider genauso. Sicher nicht wenige berauben sich dadurch eines Teils ihres Teegenusses und machen sich bei der Zubereitung auch noch viel zu viele Umstände. Und mal ehrlich, wer hat gerade morgens schon Zeit zu verschenken? Wer hat wirklich die langen Minuten übrig, die es dauert, das Wasser zuerst zu kochen und dann tatsächlich wieder auf 70 oder 80 °C etwa abkühlen zu lassen? Davon abgesehen ist es auch ziemlich umständlich, die Wassertemperatur immer wieder zu kontrollieren, bis sie endlich im passenden Bereich ist. Und was, wenn man dann doch zu lange gewartet hat? Wieder aufheizen? Für Teetrinker, die ihren Genuss ohne großen Aufwand perfektionieren wollen, gibt es eine ganz einfache Möglichkeit. In diesem Fall lohnt sich ganz sicher die Anschaffung eines sogenannten digitalen Wasserkochers. Bei diesen Geräten kann man die gewünschte Temperatur einstellen, ist sie erreicht, schaltet der Wasserkocher automatisch ab. Einfachere Modelle sind schon ab etwa 40 Euro zu haben, kosten somit zwar mehr als ein normaler Wasserkocher, sind aber auch nicht so teuer, dass man nur als absoluter Teeprofi einen Nutzen davon hat. Der bessere Geschmack des Tees lohnt die Anschaffung allemal. Davon abgesehen spart man damit auch doppelt Zeit. Zum einen wird das Wasser nicht länger erwärmt, als notwendig, zum anderen muss man dadurch auch nicht noch extra Zeit einplanen, bis das Wasser wieder auf die richtige Temperatur abgekühlt ist.   Bildnachweis: kochendes Teewasser? © gtranquillity - Fotolia.com

Historischer Hintergrund

Die Geschichte rund um Teewasser muss kochen ist eng mit der jahrtausendealten Kulturgeschichte des Tees verwoben. Tee ist mehr als nur ein Getränk — er ist ein Spiegel der Gesellschaften, die ihn kultiviert haben. Von den Nebelbergen Chinas über die Tempelgärten Japans bis zu den kolonialen Teeplantagen Indiens hat jede Epoche ihre eigenen Geschichten hervorgebracht.

Viele der heute bekannten Tee-Mythen haben ihren Ursprung in mündlichen Überlieferungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Sie verbinden historische Fakten mit symbolischen Elementen und bieten so einen einzigartigen Einblick in die Denkweise und Werte vergangener Kulturen.

Die Legende im Detail

Diese Erzählung gehört zu den faszinierendsten Geschichten der Teekultur. Wie bei vielen Legenden gibt es verschiedene Versionen, die je nach Region und Erzähltradition variieren. Allen gemeinsam ist die tiefe Wertschätzung für den Tee als Geschenk der Natur und als Bindeglied zwischen Menschen und ihrer Umwelt.

Legenden wie diese erinnern uns daran, dass Tee seit jeher mehr war als ein einfaches Getränk. Er diente als Medium für Meditation, als Zeichen der Gastfreundschaft und als Katalysator für philosophische Gespräche. In vielen asiatischen Kulturen gilt der Tee als Brücke zwischen der materiellen und der spirituellen Welt.

Kulturelle Bedeutung

Die kulturelle Bedeutung von Tee lässt sich kaum überschätzen. In China symbolisiert er Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille — die vier Grundpfeiler der Teezeremonie nach dem Philosophen Lu Yu. In Japan wurde die Teezeremonie (Chado, „Weg des Tees") zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die buddhistische Prinzipien verkörpert.

In Großbritannien wurde der Nachmittagstee zu einem gesellschaftlichen Ritual, das Klassen überbrückte. In Marokko ist die aufwendige Zubereitung des Minztees ein Akt der Gastfreundschaft. In Russland steht der Samowar für Gemeinschaft und Wärme. Jede Kultur hat ihre eigene Beziehung zum Tee entwickelt, und Geschichten wie diese sind Ausdruck dieser vielschichtigen Verbindung.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Teewasser muss kochen steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.