Wacholder kennen viele nur im Zusammenhang mit Gin bzw. als Zierpflanze im Garten. Dieses Zypressengewächs entwickelt nämlich wunderbar hohe Säulenformen, wächst dabei aber nicht allzu schnell. So kann man mit Wachholder schöne Hecken oder einen Sichtschutz wachsen lassen, ohne allzu oft nachschneiden zu müssen. Früher allerdings, fand man den Wacholder in nahezu jedem Garten. Weniger aber wegen der Optik, sondern weil er quasi eine komplette Hausapotheke für jedes Wehwehchen darstellte. Das weckt natürlich die Neugierde darauf, was denn eigentlich so alles im Wacholder steckt.

Inhaltsstoffe

Seit einigen Jahren wissen wir ja bereits, dass für ein starkes Immunsystem nicht nur Vitamin C wichtig ist, sondern dass es auch auf die Konzentrationen von Zink in unserem Körper ankommt. Wacholder hat jede Menge davon, aber noch viel mehr zu bieten. Wacholder wird von vielen Experten als sehr gesund bezeichnet. Phosphor und Mangan beispielsweise sind weitere Mineralien, die im Wacholder in nennenswerten Konzentrationen vorkommen. Zitronen- und Oxalsäure findet man ebenso auf der Liste der Inhaltsstoffe, wie Bitter- und Gerbstoff. Menthol und ätherisches Öl lindern viele Atemwegserkrankungen. Geht es um die Förderung der Verdauungsorgane oder Probleme wie Mundgeruch und Appetitlosigkeit, ist Wacholder ebenfalls eine große Hilfe. Selbst Arthritis, Gicht und Rheuma bessern sich mit Produkten aus Wacholder, ebenso wie leichte Formen von Diabetes.

Anbaugebiete

Es gibt Wacholderarten, die im Mittelmeerraum zu Hause sind. Sie sind aber mit dem Wacholder, der bei uns heimisch ist, nicht besonders eng verwandt. Der Wacholder dagegen, den wir kennen, ist in den Alpen beheimatet, wobei sich sein Gebiet über ganz Mittel- und Nordeuropa erstreckt. In der Lüneburger Heide finden sich bis heute große Wildbestände. Doch selbst in den Höhen der Gebirgszüge findet der Wacholder seinen Ansprüchen genügende Wachstumsbedingungen.

Herstellung

Während man für diverse medizinische Produkte oder auch für Öl nahezu alle Pflanzenteile des Wacholders verwenden kann, wird der Tee ausschließlich aus zerquetschten Beeren hergestellt. Diese Beeren sind erst dann wirklich reif, wenn sie eine intensive blauschwarze Färbung haben und das kann tatsächlich 2 - 3 Jahre dauern. Grundsätzlich werden Pflanzenteile des Wacholders und somit auch seine Beeren, von April bis Juli geerntet. Bei uns ist der Wacholder mittlerweile aber geschützt. Wer also keinen Wacholder in seinem eigenen Garten hat, sollte die Beeren für seinen Tee lieber offiziell im Handel kaufen und gerne auch einmal nach der Herkunft fragen. Dann kann man guten Gewissens pro Tasse einen Teelöffel mit heißem Wasser aufgießen und für 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.

Fazit

Mit Wacholder-Tee fördert man vor allem die Verdauung, beeinflusst den Harnapparat positiv, reduziert dadurch Ödeme und regt den Stoffwechsel an. Letzteres wiederum kann Migräne lindern oder auch Konzentrationsstörungen oder Herzschwäche beheben. Bei einer Nierenentzündung sollte man allerdings besser die Finger von Wacholder lassen. Die Nieren würden nur noch zusätzlich gereizt werden und der Tee führt in so einem Fall nicht zu einer Besserung, sondern zu einer Verschlechterung der Beschwerden.Bildnachweis: Wacholder Tee ©Thinkstock: iStockphoto

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