Die Geschichte des Flugtees
Die Idee Tee einfliegen zu lassen, damit Liebhaber auch hierzulande frischen Tee genießen können, entstand bereits in den 60er Jahren. Zunächst wurde ausschließlich First Flush Darjeeling auf diese Weise schnellstmöglich ausgeliefert. Inzwischen kann es sich aber wie gesagt auch um Second Flush handeln. Das Sortenangebot reicht über Assam bis hin zu grünen Tees aus Japan, die dann den Namenszusatz Shincha tragen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Sorten, die zu bestimmten Perioden ihres Wachstums extra beschattet werden, wie beispielsweise Gyokuro oder Kabusecha. Doch eigentlich wird mittlerweile grundsätzlich jeder hochwertige Spitzentee als Flugtee vertrieben.es ist einfach ein spezielles Angebot an echte Teekenner und -fans, ihren Lieblingstee möglichst frisch, fast wie direkt beim Hersteller genießen zu können. Ab Anfang April können Teetrinker in unseren Breitengraden mit dem ersten, noch ganz frischen Darjeeling Flugtee dieses Jahres rechnen. Und jeder, der bereits einmal in den Genuss eines solchen Tees kam, wird zunächst erstaunt gewesen sein, welch einen Geschmacksunterschied das Alter eines Tees doch ausmachen kann. Und leider ist es hier keinesfalls wie bei Wein, der mit der Zeit weiter reift und sein Aroma abrundet. Die verschiedenen Sorten wie Grüntee, Oolong, weißer Tee, schwarztee oder Kräutertee, gibt es von ver. Herstellern als aromatisierte Mischung. Tee dagegen kann das Spiel mit der Zeit nur verlieren. Er ist ein äußerst sensibles und hoch empfindliches Produkt. Je länger er lagert, desto mehr Geschmack- und Aromastoffe verliert er. Dabei sind es meist die besonders zarten und lieblichen Inhaltsstoffe, die das Genusserlebnis erst perfekt machen, aber eben leider auch als erstes verloren gehen.Bei den ersten dabei zu sein, ist nicht immer das Beste
Je mehr es sich bei Teeanhänger herumspricht, dass Flugtee eine ganz besondere Delikatesse ist, desto mehr sind selbstverständlich auch die Händler und Hersteller daran interessiert, ihren Kunden solch einen Tee anbieten zu können. Sicher schon allein aus dem einfachen Grund, dass man für diese Tees mehr verlangen kann, als für den absolut gleichen Tee, der einfach nur auf die herkömmliche Weise mit dem Schiff transportiert wurde. Dabei sollte man allerdings berücksichtigen, dass es auch von Flugtee keine unbegrenzten Mengen geben kann. Teilweise versuchen sich die Produzenten und Händler darin zu überbieten, dass sie die ersten sind, die ihren Kunden um jeweiligen Jahr Flugtee anbieten können. Dann läuft man jedoch schnell Gefahr, Tee zu ernten, der noch nicht fertig ausgereift ist und schon allein deswegen nie und nimmer das volle Geschmackserlebnis bieten kann. Es lohnt sich also, etwas Geduld zu haben und frühestens im April nach Flugtee zu fragen.Bildnachweis: Flugtee © photocrew - Fotolia.comVerwandte Artikel
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