Broken Tee
Was verbirgt sich beispielsweise hinter "Broken Tee", also "gebrochenem Tee". Vielfach ist man der Meinung es handle sich dabei um Teeblätter, die durch Unachtsamkeit etwa in der Teeproduktion in Stückchen zerbrochen sind und deshalb nun als "minderwertige" Ware verkauft werden müssten. Manche gehen sogar noch weiter und stellen sich vor, es handle sich dabei quasi um die Reste, die beim Auffegen des Fußbodens der Produktionsstätte angefallen sind. Keine der beiden Erklärungen ist zutreffen, im Gegenteil. Broken Tee wird bewusst so produziert. Die bereits getrockneten Teeblätter werden dabei extra zwischen zwei Platten so lange hin und her gewälzt, bis sie brechen. Der Vorteil: Broken Tee zieht viel schneller, ergibt in der Tasse eine intensivere Farbe und verwöhnt mit einem kräftigeren Geschmack.First Flush
Als First Flush wird derjenige Tee bezeichnet, der als erster der jeweiligen Saison, also in der Frühlingsernte geerntet wurde. Er hat zwar einerseits noch einen recht dünnen Aufguss, andererseits überzeugt er aber durch einen besonders intensiven Geschmack. First Flush Tees sind ideale "Five o'clock teas". Die Engländer lieben ihren Tee am späten Nachmittag nämlich besonders hell und dennoch intensiv.Second Flush
Analog zum First, ist der Second Flush selbstverständlich die zweite Ernte einer Saison. Die Farbe seines Aufguss geht schon ganz eindeutig mehr in Richtung Bernstein und das Aroma wirkt bereits viel abgerundeter.In-betweens und Autumnals
Ein Tee mit der Bezeichnung "In-betweens" wurde laut Definition zwischen First und Second Flush geerntet. Dies scheint etwas verwirrend. Wie kann es zwischen der ersten und der zweiten Ernte eine weitere geben? Entweder wird geerntet oder nicht, ein bisschen ernten geht einfach nicht. Der Grund liegt in den Erntemonaten. First Flush wird in der Regel von Ende Februar bis Ende April geerntet. Möchte man dann bereits von Mitte April bis Mitte Mai erneut ernten, ist dies ein klassischer In-betweens. Erst bei Erntezeiträumen von Anfang Juni bis Anfang Juli bezeichnet man als Second Flush. Der Name "Autumnals" ist dann schon eher wieder eindeutig. Die letzten Ernten im Jahr, nach dem letzten Sommermonsun, finden von Mitte Oktober zum Teil sogar bis Mitte Dezember statt.Fazit
Es ist immer von Vorteil, zu wissen, was sich hinter den verschiedensten Fachbegriffen und Namenszusätzen verbirgt. Gerade im Fall von Broken Tee, zu dem man immer wieder die Erklärung bekommt, er sei quasi ein Abfallprodukt, ist es schade, wenn man sich wegen dieser Fehlinformation nicht nur den Genuss, sondern auch die ganz speziellen Vorteile dieser kleinen Teestücke entgehen lässt. Im Zweifelsfalle sollte man sich stets trauen nachzufragen, was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt. Dennoch sollte man sich fragen, wenn man beispielsweise vom Teehändler die Auskunft bekommt, Broken Tee sei ein unbeabsichtigter Produktionsfehler, warum er dann solch eine scheinbare minderwertige Qualität verkauft. Nicht immer trauen sich die Menschen nachzufragen, wenn sie etwas nicht wissen. Noch weniger trauen sie sich jedoch in der Regel, wenn sie gefragt wurden, zuzugeben, dass sie es selbst nicht wissen. Eigenes Interesse und eigene Recherche sind meist die besten Ratgeber und wie schon so oft, kann man auch an dieser Stelle wieder nur sagen: Der eigene Geschmack entscheidet. Wenn First Flush als noch so hochwertig eingestuft wird, solch ein Tee einem persönlich aber im wahrsten Sinne des Wortes nicht ausgereift genug schmeckt, hat alle Qualitätseinstufung keinen Zweck. So muss man sich auch manchmal trauen, entgegen dem Strom zu schwimmen und etwas nicht automatisch gut zu heißen, nur weil "alle" das so sehen. Bildnachweis: Welche Qualität hinter Namenszusätzen © Subbotina Anna - Fotolia.comHintergrund und Kontext
Welche Qualität verbirgt sich hinter den verschiedenen Namenszusätzen? — dieses Thema verdient eine genauere Betrachtung, denn es berührt wichtige Aspekte des Teegenusses, über die viele Teetrinker nur wenig wissen. Ob Anfänger oder erfahrener Teekenner: Hintergrundwissen bereichert das Teeerlebnis und hilft, bessere Entscheidungen beim Kauf und bei der Zubereitung zu treffen.
Die Welt des Tees ist komplex und vielschichtig. Von der Botanik der Teepflanze Camellia sinensis über die unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden bis hin zu den kulturellen Traditionen rund um den Globus gibt es immer Neues zu entdecken. Fundiertes Wissen über Tee schärft die Sinne und vertieft den Genuss.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Wissenschaftliche Forschung hat in den letzten Jahrzehnten vieles bestätigt, was die traditionelle Teekunde seit Jahrhunderten lehrt. Moderne Analysemethoden ermöglichen es, die komplexe Chemie des Tees besser zu verstehen: Über 700 verschiedene Aromaverbindungen wurden bislang in Tee identifiziert — mehr als in den meisten anderen Lebensmitteln.
Die Teepflanze Camellia sinensis produziert eine Vielzahl bioaktiver Substanzen: Polyphenole, Aminosäuren, Koffein, Vitamine und Mineralstoffe. Das Zusammenspiel dieser Inhaltsstoffe bestimmt nicht nur den Geschmack, sondern auch die physiologischen Wirkungen des Tees. Die Forschung auf diesem Gebiet ist dynamisch und bringt regelmäßig neue Erkenntnisse hervor.
Praktische Anwendung
Theorie ist wichtig, aber letztendlich zählt die praktische Umsetzung. Hier sind einige bewährte Grundregeln, die für nahezu alle Teesorten gelten: Verwenden Sie stets frisches, gefiltertes Wasser — Kalk und Chlor können den Geschmack erheblich beeinträchtigen. Die Wasserqualität macht einen deutlich größeren Unterschied als viele Teetrinker vermuten.
Investieren Sie in eine gute Teekanne aus Porzellan, Glas oder Gusseisen. Jedes Material hat seine Vorzüge: Porzellan ist neutral und eignet sich für alle Teesorten, Glas ermöglicht die optische Bewertung des Aufgusses, und Gusseisen hält die Temperatur besonders lange. Vermeiden Sie Plastik, da es Geschmacksstoffe aufnehmen und abgeben kann.
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Zubereitung Schritt für Schritt
Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.
Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.
Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.
Kulturelle Bedeutung und Tradition
Welche Qualität verbirgt steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.
In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.
Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.
Qualität erkennen und richtig einkaufen
Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.
Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.
Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.
Richtige Lagerung für optimales Aroma
Die richtige Lagerung ist entscheidend dafür, dass Ihr Tee sein volles Aroma bewahrt. Die vier größten Feinde des Tees sind Licht, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Bewahren Sie Tee daher stets in luftdichten, lichtundurchlässigen Behältern auf — ideal sind Dosen aus Zinn, Keramik oder dunklem Glas.
Vermeiden Sie die Aufbewahrung in der Nähe von stark riechenden Lebensmitteln wie Gewürzen, Kaffee oder Knoblauch, da Tee fremde Gerüche leicht aufnimmt. Ein kühler, trockener Ort mit konstanter Temperatur — etwa ein Küchenschrank abseits von Herd und Spüle — ist der ideale Lagerplatz. Im Kühlschrank sollte Tee nur in absolut luftdichten Behältern gelagert werden, um Kondenswasser zu vermeiden.
Die Haltbarkeit variiert je nach Teesorte: Grüner und weißer Tee sollten innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbraucht werden, da sie empfindlicher auf Oxidation reagieren. Schwarzer Tee und Oolong halten bei richtiger Lagerung 1 bis 2 Jahre. Pu-Erh Tee ist eine Ausnahme — er kann wie guter Wein über Jahre oder sogar Jahrzehnte reifen und an Komplexität gewinnen. Kräuter- und Früchtetee bleiben bei sachgemäßer Lagerung 12 bis 24 Monate aromatisch.