Die Teesorte Earl Grey ist nach dem zweiten Mann mit diesem Titel benannt. Charles Grey lebte von 1764 bis 1845. Er war nicht nur ein britischer Adeliger, sondern engagierte sich bereits in jungen Jahren in politischen Ämtern. 1830 wurde er schließlich britischer Premierminister. Zu dieser Zeit herrschte bereits reger Handel mit China und nahezu ununterbrochen waren Schiffe mit Tee und anderen asiatischen Köstlichkeiten auf ihrem Weg von China nach England. Selbstverständlich gerieten die Schiffe hin und wieder in Unwetter, einige sanken, andere wurden zwar beschädigt, schafften aber dennoch ihren Weg in den britischen Heimathafen. Eines Tages rief man den Earl in den Hafen Londons. Es war wieder einmal ein Handelsschiff eingelaufen, dass zwar einen Sturm auf See überstanden hatte. Allerdings hatte das die folgen das sich das mitgeführte Bergamottöl auf die ebenfalls im Lagerraum gestapelten Teeballen ergossen hat. Da die Fracht eines solchen Schiffes grundsätzlich von recht hohem Wert war, sollte der Earl entscheiden, wie weiter zu verfahren sei. Trotzdem war man sich sicher, dass Earl Grey den Befehl geben würde, alles über Bord zu kippen und somit zu vernichten. Dieser zögerte jedoch. Er wollte zunächst den Tee probieren und somit absolut sicher gehen, dass er tatsächlich verdorben war. Nach der Zubereitung musste er Zu seiner eigenen Überraschung feststellen das der Tee ihm trotz allem richtig gut schmeckte und auch seine Freunde, die er ebenfalls probieren ließ, waren voll des Lobes. Da beschloss der Earl den Tee einfach als aromatisiert zu bezeichnen und ihn zukünftig ohne jegliche Änderungen speziell herstellen und unter seinem Namen verkaufen zu lassen. Bis heute eine Erfolgsgeschichte.

Legende oder Wahrheit?

Charles Grey, den 2. Earl Grey gab es belegter Weise tatsächlich und bis heute ist er uns vor allem wegen zweier Punkte im Gedächtnis geblieben. Zum einen setzte er sich für die Emanzipation der Afrikaner ein und machte sich gegen den Sklavenhandel in britischen Kolonien stark. Zum anderen hob er das Monopol der East India Company auf. So stürzte das Preismonopol, auch andere Unternehmen begannen mit Tee zu handeln und die Konkurrenz belebte den Markt. Da der erste Earl Grey Tee während der Zeit, als er den Titel trug, getrunken wurde, ist ebenfalls sicher, dass der Tee nach genau diesem Earl Grey benannt wurde. Zwar hatte er nicht weniger als die stolze Zahl von elf Söhnen (zusätzlich zu fünf Töchtern und mindestens einer unehelichen Tochter aus einer seiner zahlreichen Affären), der vererbbare Titel des Earl stand aber immer nur dem Ältesten zu, der außerdem bis zum Tode seines Vaters den Titel "Viscount Howick" trug. Ob sich die Geschehnisse damals aber tatsächlich so zugetragen haben, ist dennoch ungewiss. Auffällig ist etwa, dass diese Legende zwar oft wiedergegeben wird, in der Regel allerdings ohne genaue Jahreszahl. Es wäre also beispielsweise auch denkbar, dass der Earl grundsätzlich bei allen zurückkommenden Handelsschiffen eine Qualitätskontrolle durchführte und ihm ein verängstigter Angestellter nicht beichten wollte, dass die Ladung auf See durcheinander geraten war. Aus Angst vor einem wütendem Earl hat er diesem den Tee vielleicht serviert, in der Hoffnung, er würde nichts bemerken. Oder war der Earl vielleicht recht eitel und wollte sich ein ganz besonderes Denkmal setzten. Er hätte erfahren haben können, dass in Asien Jasmintee ein beliebter aromatisierte Tee war und ist. Vielleicht dachte er sich, der herb-bittere Geschmack von Bergamotte passe besser zu einem britischen Staatsmann und hat den Tee einfach völlig beabsichtigt so produzieren lassen und ihm seinen Namen gegeben. Auf das er auch Generationen später sprichwörtlich noch in aller Munde sei.

Fazit

Obwohl diese Geschichte relativ jung ist, lässt sich auch hier wieder einmal nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob der Mythos den geschichtlichen Tatsachen entspricht, oder ob nicht doch zumindest Kleinigkeiten beschönigt oder gar entscheidende Handlungsstränge ganz anders dargestellt wurden. Mit absoluter Sicherheit lässt sich nur sagen, das diese Teesorte bis heute zu den beliebtesten zählt und sie schon allein wegen der Tatsache, dass aromatisierter Tee bis dahin wohl nur in Asien als Jasmintee bekannt war, ganz besondere Erwähnung verdient. Außerdem sind es ja wohl immer die Geheimnis umwitternden Dinge, die einen ganz besonderen Reiz ausüben. Mit solch einer Legende, schmeckt eine Tasse Earl Grey Schwarztee einfach gleich nochmal so gut. Man genießt den charakteristischen bitteren Geschmack und freut sich, welch wunderbare Genüsse die Menschen auf der Welt dem Zufall zu verdanken hat. Bildnachweis: Wie Earl Grey zu Tee kam © matka_Wariatka - Fotolia.com

Historischer Hintergrund

Die Geschichte rund um Earl Grey seinem ist eng mit der jahrtausendealten Kulturgeschichte des Tees verwoben. Tee ist mehr als nur ein Getränk — er ist ein Spiegel der Gesellschaften, die ihn kultiviert haben. Von den Nebelbergen Chinas über die Tempelgärten Japans bis zu den kolonialen Teeplantagen Indiens hat jede Epoche ihre eigenen Geschichten hervorgebracht.

Viele der heute bekannten Tee-Mythen haben ihren Ursprung in mündlichen Überlieferungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Sie verbinden historische Fakten mit symbolischen Elementen und bieten so einen einzigartigen Einblick in die Denkweise und Werte vergangener Kulturen.

Die Legende im Detail

Diese Erzählung gehört zu den faszinierendsten Geschichten der Teekultur. Wie bei vielen Legenden gibt es verschiedene Versionen, die je nach Region und Erzähltradition variieren. Allen gemeinsam ist die tiefe Wertschätzung für den Tee als Geschenk der Natur und als Bindeglied zwischen Menschen und ihrer Umwelt.

Legenden wie diese erinnern uns daran, dass Tee seit jeher mehr war als ein einfaches Getränk. Er diente als Medium für Meditation, als Zeichen der Gastfreundschaft und als Katalysator für philosophische Gespräche. In vielen asiatischen Kulturen gilt der Tee als Brücke zwischen der materiellen und der spirituellen Welt.

Kulturelle Bedeutung

Die kulturelle Bedeutung von Tee lässt sich kaum überschätzen. In China symbolisiert er Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille — die vier Grundpfeiler der Teezeremonie nach dem Philosophen Lu Yu. In Japan wurde die Teezeremonie (Chado, „Weg des Tees") zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die buddhistische Prinzipien verkörpert.

In Großbritannien wurde der Nachmittagstee zu einem gesellschaftlichen Ritual, das Klassen überbrückte. In Marokko ist die aufwendige Zubereitung des Minztees ein Akt der Gastfreundschaft. In Russland steht der Samowar für Gemeinschaft und Wärme. Jede Kultur hat ihre eigene Beziehung zum Tee entwickelt, und Geschichten wie diese sind Ausdruck dieser vielschichtigen Verbindung.

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Zubereitung Schritt für Schritt

Die perfekte Tasse beginnt mit der Wahl des richtigen Wassers. Verwenden Sie nach Möglichkeit gefiltertes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser mit einem niedrigen Kalkgehalt. Hartes Wasser kann den Geschmack von Tee erheblich beeinträchtigen und einen unangenehmen Film auf der Oberfläche bilden. Die optimale Wasserhärte für Tee liegt zwischen 4 und 8 Grad deutscher Härte.

Wärmen Sie Ihre Teekanne und Tassen vor, indem Sie sie kurz mit heißem Wasser ausspülen. Dieser einfache Schritt sorgt dafür, dass das Aufgusswasser seine optimale Temperatur behält und der Tee gleichmäßig extrahiert wird. Messen Sie die Teemenge sorgfältig ab: Pro 200 ml Wasser empfehlen sich je nach Teesorte 2 bis 5 Gramm Teeblätter. Eine Küchenwaage liefert dabei genauere Ergebnisse als das Augenmaß.

Gießen Sie das Wasser langsam über die Teeblätter und lassen Sie den Aufguss in Ruhe ziehen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Teebeutel oder das Teesieb ständig zu bewegen — dies kann unerwünschte Bitterstoffe lösen. Nach der optimalen Ziehzeit entfernen Sie die Teeblätter sofort, um ein Überziehen zu vermeiden. Die Ziehzeit ist der wichtigste Faktor für den Geschmack — schon 30 Sekunden zu viel können einen milden Tee herb und bitter machen.

Kulturelle Bedeutung und Tradition

Earl Grey seinem steht in einer langen Tradition, die verschiedene Kulturen und Epochen miteinander verbindet. Tee ist seit Jahrtausenden nicht nur ein Getränk, sondern ein Kulturgut, das Menschen zusammenbringt und zum Innehalten einlädt. In einer Zeit, die von Hektik und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Teekultur einen wertvollen Gegenpol.

In der traditionellen chinesischen Kultur steht Tee für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die japanische Teezeremonie erhebt die Teezubereitung zur meditativen Kunstform. In Großbritannien ist der Afternoon Tea ein gesellschaftliches Ritual, und in Ostfriesland gehört die Teetied zum kulturellen Erbe. Auch in der arabischen Welt ist die Teezubereitung ein Akt der Gastfreundschaft und des Respekts.

Moderne Teekultur verbindet diese Traditionen mit zeitgenössischen Trends. Tee-Sommeliers, spezialisierte Teehäuser und die wachsende Bewegung für bewussten Konsum machen Tee zu einem Thema, das Menschen unterschiedlichster Hintergründe begeistert. Die Beschäftigung mit Tee fördert Achtsamkeit, Geduld und die Wertschätzung für Qualität — Eigenschaften, die in unserer schnelllebigen Zeit wichtiger denn je sind.

Qualität erkennen und richtig einkaufen

Die Qualität von Tee zu beurteilen, erfordert etwas Übung und Wissen. Ein wichtiger erster Anhaltspunkt ist das Erscheinungsbild der trockenen Blätter: Hochwertige Tees bestehen aus ganzen oder großen Blattstücken mit einheitlicher Farbe und Form. Gebrochene, staubige oder ungleichmäßige Blätter deuten auf niedrigere Qualität hin.

Der Duft der trockenen Blätter sollte frisch, klar und einladend sein — niemals muffig, staubig oder künstlich. Beim Aufguss achten Sie auf eine klare, leuchtende Tassenfarbe. Trüber oder matter Tee kann auf Qualitätsmängel oder falsche Lagerung hindeuten. Der Geschmack sollte vielschichtig sein und verschiedene Noten offenbaren — Tiefe und Komplexität sind Zeichen hoher Qualität.

Kaufen Sie Tee vorzugsweise im Fachhandel, wo Sie kompetent beraten werden und die Möglichkeit haben, verschiedene Sorten zu probieren. Online-Teeshops bieten oft eine größere Auswahl und detaillierte Beschreibungen. Achten Sie auf Bio-Zertifizierungen und Fair-Trade-Siegel, die Qualitätsstandards und nachhaltige Produktion gewährleisten. Kaufen Sie lieber kleine Mengen und verbrauchen Sie den Tee innerhalb weniger Monate — Frische ist bei Tee entscheidend.